Kondensierte Milch für arme Kinder

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Remscheid -wey- 1996 Früher, sagt ein alter Witz, mussten Studenten um Sechs aufstehen – weil um Halbsieben die Geschäfte zumachten. Vor 25 Jahren änderte die Bundesregierung das „Ladenschlussgesetz“, was der RGA am 24. Juni in einer Umfrage aufgriff. Dass die Läden fortan bis 20 Uhr öffnen durften, stieß auf ein geteiltes Echo. Zum Beispiel beim Allee-Center, das erst mal „mit unseren Mietern reden“ wollte. Auch der Karstadt in Lennep wollte sich erst mit dem Betriebsrat austauschen. Heute ist 20 Uhr normal – dafür ist der Karstadt Geschichte. 1971 Normal ist es auch längst, in öffentlichen Gebäuden nicht zu rauchen. Vor 50 Jahren sorgte das noch für eine „Kontroverse im Stadtrat“, wie es im Tüpitter am 23. Juni hieß. Ein Antrag auf Rauchverbot im Großen Sitzungssaal schaffte es nicht einmal auf die Tagesordnung und wurde in die nächste Sitzung verschoben. Schließlich, so das Argument, könne man einen Raucher ja nicht zwingen, vier Stunden lang nicht zu qualmen. 1946 Und noch einmal: Heute normal, früher nicht. Am 29. Juni 1946 erschien das Amtliche Mitteilungsblatt, das nach dem Krieg zeitweise als Ersatz für den RGA herausgegeben wurde, mit einem großen Bericht über die „Sitzung der Stadtvertretung“ drei Tage zuvor. Und vor allem mit einem Foto. Das zeigt den „scheidenden Kommandeur der Militär-Regierung Oberstleutnant C. W. Baker“ – und war das erste Bild in der Remscheider Zeitung nach dem Krieg. Und auch lange Zeit das letzte. Im November 1947 erschien die Titelseite noch einmal mit einer Zeichnung, das nächste Foto gab es erst wieder 1949. 1921 Nicht unbedingt selbstverständlich, auch heute noch nicht, ist dagegen echte Großzügigkeit. Über einen solchen Fall berichtet der Tüpitter am 29. Juni vor 100 Jahren. Genauer über Alvine Grünschläger, eine nach Cincinnati ausgewanderte Remscheiderin, die etwas für arme Kinder in ihrer Heimatstadt tun wollte. Und „eine Kiste kondensierte Milch“ und 2000 Mark spendete. „Für deren Verwendung im Sinne der Schenkung“ trage nun das Wohlfahrsamt Sorge, erfuhr der Leser noch.

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