Kompositionen von Frauen erklingen

Der interreligiöse Frauentreff hatte zum Konzert mit Musikdirektorin Ruth Forsbach in die Lutherkirche eingeladen. Archivfoto: Michael Sieber
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Der interreligiöse Frauentreff hatte zum Konzert mit Musikdirektorin Ruth Forsbach in die Lutherkirche eingeladen. Archivfoto: Michael Sieber

Interreligiöser Frauentreff lud zum Konzert

Von Sabine Naber

Alt-Remscheid Geistliche Orgelmusik, komponiert von Frauen, stand am Mittwochabend im Mittelpunkt auf der Empore der Lutherkirche. Eingeladen zu diesem Gesprächskonzert mit Kirchenmusikdirektorin Ruth Forsbach hatte der interreligiöse Frauentreff, ein Zusammenschluss von Frauen aus verschiedenen Religionen und Einrichtungen. Sein Ziel ist es, sich gegenseitig besser kennenzulernen und gemeinsam auf ein friedliches Zusammenleben in Remscheid und Umgebung hinzuwirken.

Seit 2012 bieten die Mitglieder in jedem Jahr Veranstaltung rund um das Thema Religion an. „Ich habe vor diesem Konzert nicht viele Stücke von Frauen gespielt. Aber es reizte mich, es heute Abend zu tun. Deshalb habe ich sechs Kompositionen ausgesucht und die entsprechenden Noten gekauft“, sagte Ruth Forsbach.

Bevor sie mit Musik von Clara Schumann begann, erzählte sie aus dem Leben der Komponistin, die als Wunderkind galt und schon mit 13 Jahren ihr eigenes Konzert präsentiert hatte. Als erste Frau habe Clara Schumann eine Professur an einer Hochschule gehabt.

Die nächste Komponistinhieß Sofia Gubaidulina und wurde in einer tatarisch-russischen Familie geboren. „Für sie hat die Orgel eine religiöse Bedeutung, und in ihren Stücken sind besondere Klänge zu hören.“ Auf der Empore erklang „Hell und Dunkel“, eine bekannte Komposition der Musikerin, die 89 Jahre alt ist und in der Nähe von Hamburg lebt.“ Die Töne flirrten zu Beginn durch die Luft, helle und dunkle Töne wechselten sich ab. Dann glaubte man, Donnergrummeln zu hören, die Klangfülle war gewaltig, intensiv, bedrohlich. Die rund 20 Gäste applaudierten beeindruckt.

„Was jetzt kommt, ist kein schönes Stück. Ich hoffe, Sie halten es aus“, so kündigte Ruth Forsbach Ruth Zechlins Komposition für Orgel „Wider den Schlaf der Vernunft“ an. Mit diesem Stück hatte die Musikerin, die in der ehemaligen DDR beheimatet war, eine politische Aussage gemacht, es wurde im Herbst 1989 uraufgeführt. Unglaublich laut, heftig, fordernd die Klänge. Forsbachs ganze Handfläche landete zwischendurch auf den Tasten, die Wucht der Töne war kaum auszuhalten. „Schlimmer wird‘s nicht mehr“, versprach die Musikdirektorin am Ende.

Zum Abschluss ein Stück von Fanny Mendelssohn

Wie zur Erholung erklang ein Choral von Mélanie Bonis aus Frankreich, die in ihrem Leben 20 bis 25 Orgelwerke komponiert hatte. „Am Ende spiele ich mit „Sortie“ einen kleinen Rausschmeißer mit ausgefeilter Harmonik“, versprach Forsbach. Die folgenden „Acht Seligpreisungen“ – sie beginnen in der Aussageform: „Selig sind die . . .“ – wurden zunächst zweimal vorgelesen, bevor sie an der Orgel erklangen. Zum Abschluss des Konzerts erklang ein Orgelstück von Fanny Mendelssohn, das sie anlässlich ihrer Hochzeit geschrieben hatte. „Anders als ihrem Bruder Felix wurde es der ebenfalls hochbegabten Fanny nicht erlaubt, die Musik zu ihrem Beruf zu machen“, erklärte Ruth Forsbach.

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