Kommunalwahl 2020

Wie kommt Remscheid ans Hauptgleis?

Wer vom Remscheider Hauptbahnhof mit der Bahn fahren möchte, sieht sich mitunter stehengelassen. Wegen Gleisarbeiten fallen auch in dieser Woche Fahrten aus. Foto: Roland Keusch
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Wer vom Remscheider Hauptbahnhof mit der Bahn fahren möchte, sieht sich mitunter stehengelassen. Wegen Gleisarbeiten fallen auch in dieser Woche Fahrten aus.
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Dritter Teil der RGA-Wahlprüfsteine: Heute geht es um den Anschluss Remscheids an die Schiene.

Von Axel Richter

Für den 13. September sind mehr als 80 000 Remscheider zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters beziehungsweise einer neuen Oberbürgermeisterin aufgerufen. Zugleich bestimmen sie über die Zusammensetzung des Stadtrates. Der RGA hat acht Wahlprüfsteine formuliert: Fragen, die den demokratischen Parteien zugegangen sind. Heute geht es um die Anbindung an die Schiene.

Wer in Remscheid mit der Bahn fahren will, sieht sich auf der S7 mitunter stehengelassen. Wie sorgt Ihre Partei für einen besseren Nahverkehr auf der Schiene?

CDU

Mobilität beeinflusst die Lebensqualität, die Wirtschaft und das Stadtbild. Mit dem Bevölkerungswachstum gilt es auch, in eine moderne Infrastruktur zu investieren – mit Intelligenz statt Ideologie. Der ÖPNV und insbesondere der Schienenverkehr ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Stadt. Wir müssen vom „Abstellgleis“ wieder auf die Hauptstrecke, und deshalb werden wir uns für bessere und direkte Verbindungen in die Metropolen des Rheinlandes und des Ruhrgebietes stark machen.

SPD

Dass die Anbindung im Personennahverkehr an die beiden Metropolen Köln und Düsseldorf verbessert werden muss, ist seit langem Wunsch. Seit vielen Jahren führen wir Gespräche und sind im ständigen Austausch mit dem VRR und der DB und fordern eine Direktverbindung. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass Mittel für die Umsetzung einer Direktverbindung seitens des Landes bereitgestellt werden. Gleichzeitig wollen wir auch, dass verschiedene Betreiber-Modelle wie alternative Personenbeförderungsmittel, die nicht schienengebunden sind, geprüft werden.

GRÜNE

Wir brauchen gute und leistungsfähige Züge, einen verlässlichen Betreiber, eine Elektrifizierung der Strecke, einen weiteren Haltepunkt auf dem Honsberg, mehr durchgehende Züge nach Düsseldorf und endlich auch nach Köln. Neben der Ertüchtigung und dem Ausbau der seit Jahrzehnten vernachlässigten Schieneninfrastruktur brauchen wir dringend eine Reform der Tarifverbünde. Als Grüne fordern wir seit vielen Jahren einen einheitlichen und vor allem bezahlbaren Nahverkehrstarif von 1 Euro pro Tag. Neben dem Ausbau von Park-and-Ride-Plätzen und der Einrichtung von Radstationen wollen wir auch die Harmonisierung von Takt- und Anschlusszeiten zwischen Bus und Bahn verbessern.

FDP

Die Mittel der Remscheider Kommunalpolitik, auf den Schienenverkehr einzuwirken, sind leider sehr begrenzt. Das vorrangige Ziel muss aber lauten, möglichst schnell Direktverbindungen nach Düsseldorf und nach Köln herzustellen, um die S7 für Pendler attraktiver zu machen. Der anstehende Bau des Haltepunktes in Honsberg wird ebenfalls zu einer Attraktivitätssteigerung beitragen, da die Wege zur Bahn deutlich kürzer werden. Es ist sinnvoll, die Strecke möglichst bald mit elektrischen Bahnen zu bedienen, um die Anbindung Remscheids an das Schienennetz zu verbessern.

LINKE

Wenn eine echte Verkehrswende als Bestandteil eines sozial-ökologischen Umbaus der Gesellschaft gelingen soll, muss der Bahnverkehr das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden. Dazu braucht ein Großteil der Bevölkerung Zugang zu einem effizienten, klima- und umweltfreundlichen Nah- und Anschlussverkehr mit attraktiven und sozial gestaffelten Preisen. Die gegenwärtige Situation ist für Remscheid mehr als unbefriedigend. Wir brauchen eine verlässliche Verbindung bis zur Rheinschiene. Alle bisherigen Bemühungen, die durch Politik und Verwaltung unternommen wurden, waren vergeblich. Das entbindet uns nicht davon, weiter hartnäckig für eine Verbesserung der Situation einzutreten. Die Verlautbarungen für einen zusätzlichen Haltepunkt Honsberg/Kremenholl sehen wir mit gemischten Gefühlen, lässt doch die Topographie nur kostspielige und unvollständige Lösungen zu. Es kann dann dazu kommen, dass der Haltepunkt Honsberg/Kremenholl still und heimlich in der Versenkung verschwindet wie vor Jahrzehnten der Haltepunkt Vömix.

WiR

Der ÖPNV wird in NRW über die Verkehrsverbünde geregelt. In deren Verbandsversammlung haben WiR weder Sitz noch Stimme. Aber auch unsere Remscheider Kollegen aus den großen Parteien stehen in dieser Versammlung auf verlorenem Posten und sehen sich einer geschlossenen Front aus Rhein und Ruhr gegenüber. So hat der VRR für die bergische Strecke den Anbieter gewechselt, weil ein billigeres Angebot bei neuen Fahrzeugen vorlag. Leider hat sich das Angebot von Jahr zu Jahr verschlechtert – auch durch Verkennung der notwendigen Motorstärke im Bergischen. Der Anbieter ist abgemahnt und will verbessern. Wir versuchen, über unsere Netzwerke Einfluss zu nehmen, zumindest wieder durchgehende Züge von Remscheid nach Düsseldorf und Köln zu installieren. Aufgrund der Bedeutung der Anbindung an den Schienenverkehr planen WiR in der nächsten Ratsperiode eine Initiative, um die Entwicklung einer schienengebundenen Direktverbindung nach Köln zu prüfen und zu initiieren – auch wenn WiR wissen, dass deren Realisierung eher unsere Kinder erleben werden.

AfD

Zunächst sollten Gespräche mit dem Betreiber der Bahn geführt werden, inwieweit die derzeitige Auslastung Sinn macht, die Angebote zu erweitern. Denkbar ist aber die Reaktivierung von stillgelegten Bahnlinien, wie über Bergisch-Born nach Wermelskirchen, um mehr Menschen in die umliegenden Städte zu bringen. Wichtig wäre eine durchgehende Verbindung von Remscheid nach Düsseldorf.

ECHT REMSCHEID

Die Einflussmöglichkeiten auf kommunaler Ebene sind sehr begrenzt. Das hält uns nicht davon ab, uns massiv an entsprechender Stelle (Ministerium usw.) für bessere Verbindungen stark zu machen.

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