Himmelsschauspiel

So nah kommen sich Jupiter und Saturn nur alle Jubeljahre

Die Annäherung der Riesenplaneten Jupiter und Saturn am Abendhimmel über Remscheid fotografierte Peter Stolzen am 13. Dezember 2020.
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Die Annäherung der Riesenplaneten Jupiter und Saturn am Abendhimmel über Remscheid fotografierte Peter Stolzen am 13. Dezember 2020.

Die Annäherung der beiden größten Planeten kann am Montag beobachtet werden.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der vorweihnachtliche Himmel hat in diesem Jahr etwas Besonderes zu bieten: Eine große Konjunktion steht an, bei der sich die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, von der Erde aus betrachtet annähern. Am Montag, 21. Dezember (17 Uhr MEZ), pünktlich zur Wintersonnenwende, erreichen die beiden Gasriesen den Punkt der engsten Annäherung. Dann ist der scheinbare Abstand zwischen den beiden Planeten mit bloßem Auge besehen nicht größer als der Durchmesser eine 1-Cent-Münze, die man aus 10 Meter Abstand betrachtet. Die zwei Planeten wirken dann beinahe wie einer.

Wie Peter Stolzen von Astronomischen Verein Remscheid ausführt, geschieht eine solche Konjunktion etwas alle zwanzig Jahre. Weitaus seltener ist die sogenannte dreifache Konjunktion, in deren Verlauf sich Jupiter und Saturn im Laufe kurzer Zeit gleich dreimal nahekommen. „Ein solches Ereignis war zum letzten Mal 1980/81 zu beobachten und wird erst im Jahr 2239 wieder zu sehen sein. Einige Astronomen gehen davon aus, dass eine solche scheinbare Annäherung im Jahre 7 vor Christus für das damals unerklärliche Phänomen des Sterns von Bethlehem verantwortlich war.“

Die diesjährige einfache Konjunktion ist trotzdem etwas Besonderes, denn so nah wie jetzt kommen sich die Planeten nicht oft. So nah wie in ein paar Tagen standen Jupiter und Saturn zum letzten Mal im Mittelalter. Ihr wirklicher Abstand beträgt circa. 330 Millionen Kilometer, gut das Doppelte des Abstandes der Erde zur Sonne. Die Konjunktion ist am besten 15 Minuten nach Sonnenuntergang zu sehen. Nach kurzer Zeit schon, etwas gegen 18:30 Uhr, verschwinden die beiden Riesen wieder unter dem Horizont. Das Zeitfenster für Beobachter ist also recht schmal.

Außerdem ist ein wolkenloser Blick auf den Südwest-Horizont in Richtung des Sternbildes Wassermann nötig. Eine lichtarme Umgebung wird zur besseren Beobachtung empfohlen. Etwas Glück muss man also haben, um das recht seltene Himmelsspektakel beobachten zu können. Wenn es jedoch gelingt, dann kann man mit einem Fernglas (10 mal 50) auch die großen und hellen Monde der beiden Planeten erkennen: Europa, Io, Ganymed, Titan.

Für Fotografen, die die Konjunktion ablichten möchten, empfiehlt Peter Stolzen folgende Einstellungen: 400 ASA, 50 mm Objektiv, Blende 2/8, Belichtungszeit 4 Sekunden. „So sollte man bei freiem Blick ein ordentliches Foto der Konjunktion machen können.“

Peter Stolzen wird am 21. Dezember die größte Annäherung von Jupiter und Saturn in der Remscheider Sternwarte erleben. „Leider dürfen wir dort keine Besucher einlassen“, bedauert Stolzen. „Beim nächsten Mal wieder.“ Das wäre der 31. Oktober 2040.

Auch im Juli war am Himmel über Remscheid ein ungewöhnliches Schauspiel zu beobachten: Ein Blick auf den Komet Neowise war zu erhaschen.

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