Gewerkschaft

Komba: Mahnwache soll Druck auf Tarifverhandlungen erhöhen

Komba-Mitarbeiter trafen sich schon vor Tagesanbruch an der Nordstraße vor dem TBR-Gebäude zur Mahnwache. Foto: Doro Siewert
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Komba-Mitarbeiter trafen sich schon vor Tagesanbruch an der Nordstraße vor dem TBR-Gebäude zur Mahnwache.
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Gewerkschaft streikte drei Stunden vor TBR-Betriebsgebäuden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Zusammen 70 Komba-Gewerkschafter fanden sich am Mittwochmorgen an den TBR-Betriebsgebäuden an der Nord- und Lenneper Straße zu einer dreistündigen Mahnwache ein. Die tägliche Müllabfuhr blieb dadurch unberührt. Von 6 bis 9 Uhr tat die Fachgewerkschaft für den kommunalen Dienst ihren Unmut über den schleppenden Fortgang der aktuellen Einkommensrunde kund. Aufgerufen waren Beschäftigte aus allen Bereichen der Stadtverwaltung und ihrer Eigenbetriebe.

Noch liegen die Verhandlungsparteien weit auseinander. Mit einem Angebot von 4,8 Prozent, Laufzeit: ein Jahr, waren Verdi und Komba in die Tarifverhandlungen eingestiegen. Das Gegenangebot der Arbeitgeber, das eine Einmalzahlung und einem Plus von 3,5 Prozent auf drei Jahre ausgeht, hält Komba-Streikleiter Jens Clever für „nicht akzeptabel“. Das gilt für die lange Laufzeit wie die Eingruppierungsregularien, die die Arbeitgeber ändern wollen. Letzteres könne den Arbeitnehmern durchaus ein Minus beim Gehalt bescheren, das durch eine Tariferhöhung nicht aufgewogen würde, befürchtet Jens Clever.

Ansprachen blieben heute Morgen aus. In Corona-Zeiten verzichten die Gewerkschaften auf größere Kundgebungen und setzen auf den kleineren Rahmen wie an den TBR-Betriebsgebäuden, auch, um den Abstandsregeln Genüge tun zu können. Die Technischen Betriebe wurden nicht ohne Grund ausgewählt. Denn bei ihnen gibt es viele Komba-Mitglieder. Etwas über 300 sind es insgesamt in Remscheid, 40 000 in NRW.

Die Komba ist die einzige deutsche Fachgewerkschaft für über 90 000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Kommunen, ihrer privatisierten Dienstleister und der entsprechend im Landesdienst Tätigen.

Jens Clever verwehrt sich im Namen der Gewerkschaft gegen den Vorwurf, dass es in diesen schwierigen Zeiten wichtigeres gäbe, als für mehr Lohn zu streiken. „Wir erinnern daran, dass wir aus gutem Grund im Frühsommer eine Verschiebung der Einkommensrunde bis 2021 vorgeschlagen hatten.“ Die Gewerkschaften wollten die Verschiebung gegen Einmalzahlung – 1500 Euro auf sechs Monate verteilt – erreichen. Dies hätten die kommunalen Arbeitgeber aber strikt abgelehnt.

Die Augen richten sich nun auf die große Verhandlungsrunde in Potsdam, die für heute und morgen angesetzt ist, sich aber auch noch länger hinziehen kann. Der hiesige Verdi-Sekretär Lothar Reitzer ahnt: „Es werden schwierige Verhandlungen bleiben.“

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