Talkshow

Kneipenquiz erinnert an Reichspräsidenten

Quiz-Moderator Tom Zimmermann führte launig durch die 15 schwierigen Fragen des Quizzes. Foto: Peter Klohs
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Quiz-Moderator Tom Zimmermann führte launig durch die 15 schwierigen Fragen des Quizzes.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lud zu einer Talkshow ein.

Von Peter Klohs

Remscheid. Friedrich Ebert, erster frei gewählter Reichspräsident und tief überzeugter Sozialdemokrat, wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund feierte die Friedrich-Ebert-Stiftung an drei unterschiedlichen Standorten mit einem Kneipenquiz sowie mit Gesprächsrunden hochrangiger Vertreter aus Politik, Vereinen und Zivilgesellschaft. An den drei Orten Wuppertal, Wesel und Remscheid hatte Ebert im Laufe seines 54-jährigen Lebens gewirkt. Am Freitagabend machte die Veranstaltung im Biergarten des Miro an der Scharffstraße Station.

„Wir brauchen die Industrie als Rückgrat.“

OB Burkhard Mast-Weisz

Henrike Allendorf, wissenschaftliche Mitarbeiterin der in Bonn ansässigen Friedrich-Ebert-Stiftung, erinnerte an die geschichtliche Bedeutung des Jubilars. „Er hat unserer Stiftung nicht nur den Namen, sondern auch einen Auftrag mitgegeben: Demokratie leben und lebendig halten!“

Zentraler Programmpunkt des Abends war eine ausgedehnte Talkrunde, zu der die Moderatorin Corinna Schlechtriem den Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und den stellvertretenden Vorsitzenden von Remscheid Tolerant, Sascha von Gerishem, begrüßte. Mast-Weisz berichtete von den schwierigen Monaten, die hinter der Stadt Remscheid liegen. „Noch vor einigen Wochen waren wir mit einem Inzidenzwert von 380 Spitzenreiter. Und morgen werden wir unter dem Wert Zehn sein.“ Natürlich, so gab der Oberbürgermeister zu, habe er auf diesem Weg auch unangenehme Menschen kennengelernt. Sascha von Gerishem nahm diesen Punkt auf. „Man muss das Geschwurbel der sogenannten Querdenker öffentlich machen“, meinte er. „Auch dort setzt die Arbeit von Remscheid Tolerant an.“

Manche Menschen blieben aber bei aller Mühe für die Politik schwer bis gar nicht erreichbar, erklärte der OB. „Und so sehr ich Facebook und all die anderen sozialen Netzwerke verfluche, muss man doch feststellen, dass sich dort diese Menschen artikulieren und man sie vielleicht auch nur da packen und mitnehmen kann.“

Die Moderatorin stellte abschließend fest, dass man immer gegenwärtig sein müsse, dass manche Menschen trotz aller Bemühungen „durchs Raster fallen.“ „Das ist bedauerlich und traurig“, stimmte der OB zu. „Aber das ist schon immer so gewesen.“

Auch Fragen der Besucher beantwortete Mast-Weisz. „Wird das DOC noch umgesetzt?“ „Wird am Erdbeerfeld in Bergisch Born Industrie angesiedelt?“ Beide Fragen bejahte der OB, die erste ohne weiteren Kommentar, die zweite mit langer Erklärung („Wir brauchen die Industrie als Rückgrat“). Abschließend gab es von beiden Talkgästen Dank an den Remscheider Jugendrat, der „eine tolle Arbeit leistet.“

Das von Quiz-Profi Tom Zimmermann humorvoll moderierte Kneipenquiz in drei Runden á fünf Fragen entpuppte sich als pfiffig zusammengestellte Melange aus leicht abgewandelten politischen Fragen, die schwieriger waren, als zuvor angenommen. In der ersten Runde wollte Tom Zimmermann wissen, welche Jubiläen es in diesem Jahr noch zu feiern gäbe. Die in sechs Gruppen agierenden gut 20 Quizzer wussten vieles, aber dass die Republik Irland in diesem Jahr ihre 100-jährige Unabhängigkeit feiern darf, nur wenige. Drei Namen, mit denen deutsche Schulen am Häufigsten bedacht werden, waren recht schnell (wenn auch nicht korrekt) gefunden, SPD-Forderungen wurden nach Daten sortiert, unkenntlich gemachte Politikerinnen und Politiker aus der Anonymität gezerrt, Zitate vervollständigt. Alle Ratenden scheiterten bei der Frage, welcher Spitzenpolitiker im Nebenfach Philosophie studierte. Die Vermutungen gingen von Baerbock zu Bartsch, aber die richtige Antwort (Christian Lindner) hatte keiner parat.

Stiftung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist die älteste politische Stiftung in Deutschland und steht der SPD nahe. Sie wurde wenige Tage nach dem Tod Eberts am 2. März 1925 gegründet. In seinem Testament hatte er die Gründung selbst angeregt. Mit den 100 Auslandsvertretungen sind knapp 700 Mitarbeiter für die Stiftung tätig. Vorsitzender ist seit 2020 Martin Schulz.

fes.de

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