Phänomen

Keiner weiß, woher die Knalle kommen

Immer wieder knallt es in der Nacht, laut Ohrenzeugen zuletzt auf dem Remscheider Stadtkegel. Woher die „Explosionen“ kommen, weiß niemand. Weder die Polizei noch das Ordnungsamt oder die Bundeswehr haben eine Erklärung. Grafik: Agentur klxm.de
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Immer wieder knallt es in der Nacht, laut Ohrenzeugen zuletzt auf dem Remscheider Stadtkegel. Woher die „Explosionen“ kommen, weiß niemand. Weder die Polizei noch das Ordnungsamt oder die Bundeswehr haben eine Erklärung.

Zum wiederholten Mal wurden Menschen aus dem Schlaf gerissen. Die Behörden stehen vor einem Rätsel.

Von Axel Richter

Es ist laut, es macht Angst. Und niemand kann es sich erklären. Es knallt in Remscheid. Als „dumpfer Schlag“ oder „Monsterknall“ umschreiben Ohrenzeugen, was sie nachts aus dem Schlaf gerissen hat. Zum Beispiel in der Nacht zu Sonntag an der Kreuzung Ecke Elberfelder-, Eberhard-, Nord- und Wilhelmstraße. Gegen 0.10 Uhr wollen mehrere Anwohner dort einen lauten Knall gehört haben.

„Ich habe mich voll erschrocken“, schreibt eine Anwohnerin der Sieperstraße in dem Netzwerk Facebook. Worauf ein anderer ergänzt, in Lüttringhausen knalle es „immer mal freitags. Wollte mich schon vor die Tür stellen und warten. Geht mir um meine Katze. Die erschreckt sich ja zu Tode.“

Die Polizei subsumiert solche Phänomene unter „verdächtige Geräusche“. Gemeldet werden ihr diese regelmäßig. Und nicht selten steckt ein verwirrter Geist dahinter, der etwas gehört haben will, was es tatsächlich nicht gegeben hat.

Auch der ominöse Knall in der Nacht ist bei den Beamten aktenkundig. Am 16. Januar meldeten Anwohner der Barmer Straße und danach auch Anwohner am Hof Vieringhausen einen ohrenbetäubenden Knall. Die Polizisten fuhren vor Ort und entdeckten – nichts.

Anja Meis, Sprecherin der Polizei, mag die Meldungen dennoch nicht abtun. Denn die Solingerin fand sich selbst bereits durch Knallgeräusche in ihrer Nachtruhe gestört, schob das aber auf übrig gebliebene Silvesterkracher.

Tatsächlich berichten die Zeitungen bundesweit von jenem Phänomen, für das es keine Erklärung gibt. Im Münsterland knallt es in der Nacht, in Nordhessen, in Berlin und in Köln.

Polenböller vermuten etliche Knallforscher als Ursache, Schüsse oder Milchkannen, denen mit Carbid der Deckel weggesprengt wird – eigentlich ein alter Osterbrauch in der Oberlausitz. Doch überall steht am Ende das gleiche Ergebnis: Nichts Genaues weiß man nicht.

Luftwaffe: Düsenjäger sind nachts nicht unterwegs

Auch nicht bei der Bundesluftwaffe in Berlin. In der Nacht sind grundsätzlich keine Düsenjäger mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs, heißt es dort.

Also auch nicht die Kampfjets vom nahen Fliegerhorst in Nörvenich im Kreis Düren. Bis Remscheid brauchen sie nur Minuten, doch als naheliegende Quelle der lauten Geräusche scheiden sie aus.

Wer auch immer knallt: Für Jürgen Beckmann, Leiter des Remscheider Ordnungsamtes, bleibt das Treiben eine Störung der Nachtruhe. Die wird als Ordnungswidrigkeit betrachtet und mit einer Geldbuße zwischen 100 und 500 Euro geahndet. Fakt ist freilich: „Die Tat als solche muss vorliegen“, erklärt Beckmann. Und: „Der Verursacher muss bekannt sein.“

Wer Beobachtungen zu den nächtlichen Knallgeräuschen gemacht hat, kann sich an die Polizei wenden: Telefon 0202 / 2840.

BEI FLUGLÄRM

BÜRGERTELEFON Die Bundeswehr hat für Fragen, die sich auf den Flugbetrieb ihrer Luftwaffe beziehen, ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter Telefon 08 00 / 8 62 07 30 stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die bei Fluglärm oder auch Schäden durch Fluglärm zur Verfügung stehen.

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