Die Woche von Axel Richter

Kliniken sind in Sorge – nur bei Sana ist alles gut: Wirklich?

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Die Mitteilungen zur aktuellen Gesundheitslage mit der Inzidenzzahl sind zur Routine-Nachricht geworden. Die Mitteilung jedoch, die am Mittwoch aus dem Rathaus an die Medien erging, klang alarmierend.

Seit März informiert der Krisenstab per E-Mail täglich über das Infektionsgeschehen in Remscheid. Die Mitteilungen zur aktuellen Gesundheitslage mit der Inzidenzzahl sind zur Routine-Nachricht geworden. Die Mitteilung jedoch, die am Mittwoch aus dem Rathaus an die Medien erging, klang alarmierend.

In offenen Worten warnte der Krisenstab vor einer klinischen und personellen Überforderung des Sana-Klinikums, bat die Landesregierung um Hilfe und erwog den Einsatz von Notfallsanitätern der Bundeswehr, um Personallöcher im Krankenhaus zu stopfen. Die Soldaten sind schließlich bereits vor Ort, unterstützen das Gesundheitsamt und haben ihren Einsatz in Remscheid bis Ende November verlängert.

Dass es aus dem Krankenhaus an der Burger Straße bis dahin keine Information zur medizinischen Versorgungslage der Remscheider gegeben hatte, verwundert nicht. Der größte Gesundheitsversorger der Stadt findet seit Beginn der Pandemie in der Öffentlichkeit nur am Rande statt. Und wenn doch, dann bedarf es seitens der Medien schon der aktiven Nachfrage.

Anders ist das in Solingen. Das Krankenhaus Bethanien sitzt als Teil des Corona-Krisenstabes nicht nur selbstverständlich mit am Tisch, wenn die Stadt ihren Bürgerinnen und Bürgern Wichtiges mitzuteilen hat. Es informiert auch selbst darüber, wie es um die aktuelle Belegsituation bestellt ist und was die Ärzte und Pflegekräfte unternehmen, um die Versorgung der Solinger sicherzustellen.

Das schafft Vertrauen in einer Stadtgesellschaft, die angesichts der Nachrichten über knapper werdende Intensivbetten und Personalmangel in den Kliniken zusätzlich verunsichert wird.

Und in Remscheid? Gab sich – wiederum erst auf Nachfrage – die Sana-Zentrale in Ismaning auf die Brandmail des Krisenstabes betont gelassen. Die Lage von Mittwochmorgen habe sich bis zum Mittag beruhigt. Die Pandemie sei ein dynamisches Ereignis etc. pp.

Alles halb so schlimm also? Wohl kaum. Dass sich die Kliniken landauf, landab besorgt zeigen, in Remscheid aber alles entspannt ist – das passt nicht zusammen und wirft deshalb Fragen auf. Am Ende geht es um Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Beides wird nicht mit Beschwichtigungen geschafft, sondern nur mit Offenheit und Transparenz.

TOP Unternehmen handeln in der Krise: Auf dem Schützenplatz entsteht ein Coronatest-Drive-In nicht nur für Firmenmitarbeiter.

FLOP Land stoppt Solinger Modell: Auch an Remscheider Schulen wurde der Ruf nach Teilunterricht laut. Doch daraus wird nichts.

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