Die Klinik-Ruine bleibt noch ein Jahr

Die Fenster zerschlagen, die Tür aufgebrochen. Das alte Krankenhaus ist schon lange ein gefährlicher Spielplatz.
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Die Fenster zerschlagen, die Tür aufgebrochen. Das alte Krankenhaus ist schon lange ein gefährlicher Spielplatz.

LENNEP Die schlechte Nachricht: Die Lenneper werden noch mindesten ein Jahr mit der Ruine des Sana-Klinikums in Hackenberg leben müssen. Die gute: Die Weber Consulting Beratungs-GmbH im baden-württembergischen Pforzheim ist optimistisch, die Abrissbagger dann anrollen lassen und im zweiten Quartal 2015 mit dem Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern beginnen zu können.

140 Wohneinheiten möchte Dieter Reininghaus, Geschäftsführer des Wohnbauunternehmens auf dem 15000 Quadratmeter großen Grundstück errichten. Es gilt als Filetstück mit schönem Blick in das Kleebachtal. Da die Stadt Remscheid mit Neubaugebieten nicht eben reich gesegnet ist, rechnen sowohl Stadt als auch der Investor mit einer entsprechenden Nachfrage. Im Herbst will Weber Consulting in die Vermarktung gehen.

Bereits seit Herbst vergangenen Jahres ist der Pforzheimer mit der Stadt in Verhandlungen. Eine rasche Einigung scheiterte damals. Statt der zuvor in Rede stehenden 100 Wohneinheiten präsentierte Weber Consulting Pläne für 140. Die sollen unter anderem in Reihenhäusern entstehen. Denn die, sagt Weber-Chef Reininghaus, sind das, was auf dem Wohnungsmarkt gefragt ist.

"Da gibt es keine Sportstätte

Zum Problem wurde die Frage der Entwässerung. "Das Plangebiet hat eine maximal versiegelbare Fläche", erklärt Jörg Schubert, Leiter des Remscheider Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster. "Natürlich möchte ein Investor so viel realisieren, wie möglich." Nun aber stellte sich die Frage, wie viel Oberflächenwasser er maximal produzieren und wie dieses Wasser versickern darf. Denn eines sei zu verhindern, sagt Schubert: "Dass den Bewohnern anschließend die Keller volllaufen".

Noch steht dieser Nachweis aus. Nach einem jüngsten Treffen von Stadt, Investor und der Sana GmbH, der die Krankenhausruine gehört, zeigt sich Weber Consulting optimistisch. "Wir stehen kurz davor, der Stadt einen neuen, hoffentlich konsensfähigen Vorschlag zu unterbreiten", sagt Dieter Reinighaus. Spätestens Anfang August soll er im Fachdienst Bauen eingehen.

Im Herbst, hofft Reininghaus, soll das Neubauvorhaben dann die politischen Gremien erreichen. "Wenn alles gut läuft, können wir dann ab Frühjahr 2015 in die Realisierung gehen", sagt Reininghaus und schränkt doch ein: "Realistisch betrachtet, dürfte es das zweite Quartal werden."

Immerhin: Weitere Hindernisse sollten sich vor den Abrissbaggern und den ihnen nachfolgenden Architekten und Handwerkern nicht auftun. Mit dem neuen Sportzentrum, das als Ersatz für das vom DOC bebaute Röntgenstadion in direkter Nachbarschaft entstehen soll, "kommt das Neubaugebiet nicht in die Quere", sagt Sigrid Burkhart, Leiterin des Stadtplanungsamtes.

Eine Lärmstudie sei abgeschlossen und die Verkehrsstudie, die die Auswirkungen des Sportzentrums für Hackenberg bemisst, sei um den zu erwartenden Verkehr der 140 Wohneinheiten erweitert worden. Das Ergebnis ist laut Sigrid Burkhart eindeutig: "Da gibt es keine Konfliktfelder."

KRANKENHAUS

RUINE Eigentümer ist die Sana Klinkum Remscheid GmbH. 2005 schloss sie das Krankenhaus von 1971. Seniorenheime nutzten das Gebäude, heute steht es leer. Die Ruine wurde zum Spielplatz für Jugendliche. Seit einem Brand patrouilliert ein Sicherheitsdienst auf dem Gelände.

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