Vereine

Kleingärten sind in Remscheid heiß begehrt

Frank Orlikowski (li.), Geschäftsführer des Kreisverbandes der Remscheider Kleingartenvereine – hier mit Jeroen Pasker in einer Parzelle der Anlage Wilhelmstraße –, hat auch hier ein gestiegenes Interesse vieler Remscheider an Kleingärten festgestellt. Foto: Michael Schütz
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Frank Orlikowski (li.), Geschäftsführer des Kreisverbandes der Remscheider Kleingartenvereine – hier mit Jeroen Pasker in einer Parzelle der Anlage Wilhelmstraße –, hat auch hier ein gestiegenes Interesse vieler Remscheider an Kleingärten festgestellt.

Wer einen Kleingarten pachten möchte, kann sich direkt an die Vereinsvorstände wenden.

Von Sabine Naber

Remscheid. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Kleingärten gefragt. „In den richtig großen Städten ganz enorm, aber auch bei uns ist die Nachfrage sehr hoch“, versichert Frank Orlikowski, Geschäftsführer im Remscheider Kreisverband. Vor Corona habe er den Interessenten geraten, einmal durch die Kleingärten in der Nähe ihres Wohnortes zu spazieren und sich anzugucken, was gefallen könnte. „Zurzeit ist es aber sinnvoller, sich auf unserer Homepage zu informieren, wer den Verein leitet und sich erst einmal telefonisch mit ihr oder ihm zu besprechen“, rät Orlikowski.

Zwar würde auch seine Geschäftsstelle an der Emilienstraße informiert, wenn ein Garten frei werde, aber im Moment gebe es weniger Kontakte untereinander und man sei nicht immer auf dem neusten Stand. Hat man sich für einen Kleingartenverein entschieden, könnte man Mitglied werden und bekäme Informationen, wann ein Garten frei wird.

Gepachtet wird der Garten dann inklusive der Laube und der Pflanzen. Wertermittler würden bestellt, sie gucken sich das Grundstück und was drauf steht an und bewerten es. „Aber sie sehen natürlich auch, wenn die Laube zu groß gebaut wurde oder beispielsweise ein Mammutbaum oder eine Kirschlorbeer-Hecke, die ökologisch völlig sinnlos ist, gepflanzt wurde. Was nicht erlaubt ist, darf auch nicht bleiben“, nennt er eine Regel, an die sich alle zu halten haben.

Mit einem Kleingarten würde man ja für wenig Geld Land und Freiheit zur Verfügung gestellt bekommen, müsse allerdings auch einige Regeln beachten. „Eine große Wiese, ein Trampolin und ein Pool, das ist kein Kleingarten“, stellt der Geschäftsführer klar. Nach wie vor heißt es, dass der Obst- und Gemüseanbau ein Drittel der Fläche einnehmen sollte, der Rest ist für eine Laube und eine Zierfläche vorgesehen. Da müsse man sich nicht haargenau dran halten, aber der Gesamteindruck sollte die Drittelung erkennbar machen. Das sei keine Gängelei, auch wenn die Kleingärtner inzwischen nicht mehr vom selbst Gezüchteten leben würden.

Remscheid: Mit 400 Quadratmetern zählt der Kleingarten zu den großen

Beim Preis für einen Kleingarten gebe es große Unterschiede. Manche seien in keinem tollen Zustand, die würde man laut Orlikowski manchmal schon für einen Appel und ein Ei kriegen. „Gute Gärten kosten im Durchschnitt zwischen 1000 und 2000 Euro. Die Lauben sollten allerdings immer in einfacher Ausführung gebaut sein, Schickimicki wird – wenn überhaupt – nur für sich selbst gemacht. Im Verkaufspreis macht sich das nicht bemerkbar.“

Mit 400 Quadratmetern Fläche zählt ein Kleingarten schon zu den größeren. Rund 80 Euro Pacht werden pro Jahr fällig, dazu kommen der Mitgliedsbeitrag zum Verein und eventuell Umlagen wie eine Versicherung für die Laube. Für Strom und Wasser sollen jährlich etwa 250 Euro eingeplant werden.

Einzelne Kleingartenvereine – der Geschäftsführer nennt hier etwa den Verein an der Hackenberger Straße, in dem wohl immer schon Anwärter auf dem Sprung seien – hätten Wartelisten eingerichtet. Aber auch in dieser Hinsicht könne sich ruckzuck etwas ändern. Beispielsweise, wenn der Garten an Erben geht, die kein Interesse daran haben. Oder den Eigentümern die Arbeit plötzlich zu viel wird.

„Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Vorstand und weiß, dass nie ein Auge trocken bleibt, wenn so ein Garten abgegeben wird. Das tut immer weh“, sagt der Geschäftsführer, der selbst seit Mitte der 90er Jahre Kleingärtner ist. „Wir Kleingärtner haben schon ein Privileg“, davon ist Frank Orlikowski nach wie vor überzeugt.

Hintergrund

Der Kreisverband der Kleingärtner in Remscheid ist eine gemeinnützige Organisation. Dem Verband sind insgesamt 26 Vereine mit knapp 1400 Kleingärten angeschlossen. Wer einen Kleingarten pachten möchte, der kann sich auf der Homepage ansehen, in welchen Stadtvierteln die Vereine liegen. Laut Frank Orlikowski ist es sinnvoll, sich mit Anfragen direkt an den jeweiligen Vorsitzenden des Vereins zu wenden, in dem man einen Kleingarten pachten möchte.

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