Klassische Musik erklingt für Frieden

Kantorin Henrieke Kuhn mit den Freundinnen Olga Zhukova (l.) aus Russland und Dariia Lytvishko (r.) aus der Ukraine. Foto: Roland Keusch
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Kantorin Henrieke Kuhn mit den Freundinnen Olga Zhukova (l.) aus Russland und Dariia Lytvishko (r.) aus der Ukraine.

Freundinnen traten in der Lutherkirche auf

Von Peter Klohs

ALT-REMSCHEID Zurzeit finden recht viele Benefizkonzerte zugunsten ukrainischer Flüchtlinge statt. Dass aber zwei befreundete Musikerinnen – eine aus der Ukraine, eine aus Russland – gemeinsam ein solches Konzert spielen, dürfte etwas Besonderes sein. Die Organistinnen Dariia Lytvishko und Olga Zhukova, Studentinnen der Kirchenmusik an der Hochschule in Herford, spielten am Freitagabend in der Lutherkirche Musik von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten.

Rund 30 Besucher hörten die von Mychajlo Werbyzkj geschriebene ukrainische Nationalhymne. Nach einer bewegenden Rede der Ukrainerin Dariia Lytvishko, die sich gegen jede Form von kriegerischer Auseinandersetzung aussprach, die Hoffnung in ihren Worten aber nicht vergaß, erklang zunächst eine Ciacona von Dietrich Buxtehude, einem Zeitgenossen Bachs. Die Ciacona endet in unüblicher Ruhe – als sei alles gut und friedlich.

Olga Zhukova zelebrierte regelrecht die mächtige Fantasie und die quirlige Fuge in g-moll (BWV 542) Bachs, so dass man hören konnte, wie viel Spaß ihr die komplexe Musik bereitete. Das folgende „Ich ruf’ zu dir, Herr Jesu Christ“ war eine Meditation in Tönen, eine der ruhigeren Bach-Kompositionen. Das Präludium in Es-Dur desselben Komponisten kommt vergleichsweise fröhlich und unbeschwert daher. Bevor Olga Zhukova Mendelssohns d-moll-Sonate „Vater unser“ spielte, lasen die Kantorin der Lutherkirche, Henrieke Kuhn, und Dariia Lytvishko das entsprechende Gebet auf Ukrainisch und auf Deutsch.

Die Variationen des Chorals spielte Zhukova sehr dynamisch und endete im vollen Klang des großen Instruments. Ein langer und tiefer Ton, im Pedal erzeugt, bildete den Anfang und das Ende von Mikael Tariverdievs Aria aus seinem Orgelkonzert „Cassandra“, das der georgische Komponist Ende der 60er Jahre geschrieben hatte. Die zweite Sonate für Orgel von Paul Hindemith scherte etwas aus dem ernsten Kontext des Konzertes aus und machte zuweilen skurrile und humorvolle Melodien hörbar.

Zur abschließenden Europahymne versammelten sich die Besucher rund um den Altar. Die Einnahmen kommen Flüchtlingsprojekten zugute.

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