Meine erste Platte

Klassik ist ihre erste Wahl

Sopranistin Christine Bär mit ihrer ersten CD: Lieder von Robert und Clara Schumann.
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Sopranistin Christine Bär mit ihrer ersten CD: Lieder von Robert und Clara Schumann.

Christine Bär entdeckte schon als Achtjährige den Zauber der Musik.

Von Peter Klohs

Remscheid. Christine Bär hört und singt sehr unterschiedliche Musik. Müsste sie sich für eine Sparte entscheiden, wäre das die Klassik. Obwohl sie auch Pop, Rock, Reggae und Jazz genießen kann, ist die klassische Musik ihre Leib- und Magenmusik. Und das schon seit Kindheit.

„Meine Patentante hat mit mir zweistimmig gesungen“, erzählt die 42-jährige Sopranistin. „Und hat mir eine Blockflöte geschenkt. Aber beim zweistimmigen Singen habe ich zum ersten Mal den Zauber der Musik gespürt. Ich war acht Jahre alt.“

Im Elternhaus Christine Bärs wurde viel Musik gehört. „Mein Vater hörte leidenschaftlich Musik“, erinnert sie sich. „Blues, Rock, die Stones, die Beatles, Emerson, Lake & Palmers ‚Pictures at an exhibition‘, Gershwin, interpretiert von Sting, Peter Gabriel und anderen.“ Obwohl sie die Musik mochte, konnte diese die Hinwendung zur klassischen Musik nicht verhindern.

„Ich hatte das Glück, dass mich ein Lehrer auf die romantischen Dichter aufmerksam machte. Besonders Joseph von Eichendorff hatte es mir angetan. Und der Lehrer sagte: ‚Weißt du, dass viele dieser Gedichte vertont wurden?‘ Nein, wusste ich nicht, wollte es aber unbedingt hören. So ersteigerte ich im Internet meine erste Platte: Lieder von Robert und Clara Schumann, gesungen von der Amerikanerin Barbara Bonney, von Vladimir Ashkenazy am Piano begleitet. Wobei Schumann ja erst mit dem Liederschreiben anfing, als er Clara kennen und lieben lernte. Vorher hat er nur für Klavier geschrieben.“

Die klassische Musik zieht sich durch Christine Bärs Leben. Ersten Gesangsunterricht erhielt sie mit 12 Jahren, später eine klassische Gesangsausbildung in Köln. Sie arbeitete in der Musikschule in Bad Nauheim und lebte vier Jahre in Hamburg. „Mein Mann arbeitet bei der Uni und wurde immer wieder in anderen Städten angestellt. Aber jetzt hat er eine Professur. Jetzt bleiben wir hier.“ Sie und ihre Familie inklusive zwei Kinder leben seit 2015 in Lennep.

Im Studium das A-cappella-Ensemble Allegria gegründet

Während des Studiums lernte sie andere Sängerinnen kennen, und alle hatten gemeinsam, dass sie am liebsten a cappella singen wollten, also ohne Instrumentenbeteiligung. „Die A-cappella-Szene ist klein“, weiß sie, „und die der weiblichen Ensembles in diesem Genre verschwindend gering. Und wir dachten uns: Warum sollen wir das nicht einfach mal probieren? Das war die Geburtsstunde von Allegria, einer rein weiblich besetzten A-cappella-Gruppe. Das Quartett singt anspruchsvolle Popmusik, hat aber auch klassische Musik im Repertoire. „Demnächst gehen wir ins Studio und nehmen unsere Weihnachtsplatte auf“, freut sich die Sopranistin. „Dank Crowdfunding, bei dem 8000 Euro zusammengekommen sind, ist die Produktion dieser Platte kein Problem. Und die werden wir natürlich auch, wenn alles klappt, live vorstellen. Gerne in Remscheid.“

Außer der klassischen Musik (Schumann, Debussy, Mendelssohn, Schubert) hört Christine Bär alles zwischen Volksmusik, Opernarien, Rockmusik und Herbert Grönemeyer. Ein Konzert des aus Göttingen stammenden Sängers war ihr erstes großes Konzerterlebnis. Gangsta-Rap ist nicht ihr Ding, zu harter Rock ebenso nicht, mit Techno fremdelt sie. Aber Geheimtipps hat sie parat: Maybebob, das deutsche Gesangsquartett und Les Brünettes, eine deutsch-französische und weiblich besetzte A-cappella-Gruppe. Und Voces 8, die ungekrönten Adeligen des A-cappella-Gesangs, kennt sie natürlich auch.

Zur Person

Christine Bär wurde 1980 in Hanau geboren, wuchs zunächst in Oberursel auf, später in Frankfurt am Main. Die studierte Sopranistin ist Gesangspädagogin mit Schwerpunkt Elementarmusik und an der Bergischen Musikschule in Wuppertal beschäftigt. Seit 20 Jahren ist sie Mitglied der A-cappella-Gruppe Allegria.

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