Krieg in der Ukraine

Kitas in Remscheid rücken für geflüchtete Kinder zusammen

Die Jüngeren in die Kita, die Älteren in die Schule: hier die Willkommensklasse für Geflüchtete an der Hauptschule Hackenberg mit Melanie Spies (l.) und Regina Wesseling-Hermann (r.). Foto: Roland Keusch
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Die Jüngeren in die Kita, die Älteren in die Schule: hier die Willkommensklasse für Geflüchtete an der Hauptschule Hackenberg mit Melanie Spies (l.) und Regina Wesseling-Hermann (r.).

Stadt gibt eine erste Übersicht: Wie viele Menschen aus der Ukraine angekommen sind, wie viele Kinder eingeschult werden müssen, wie es um Wohnungen bestellt ist.

Von Andreas Weber

Remscheid. 560 ukrainische Flüchtlinge sind in Remscheid bislang untergekommen, zumeist Frauen und Kinder. Die Bemühungen, die Kriegsopfer im Alltag zu integrieren, laufen auf Hochtouren. Auch die Kindertagesstätten überschreiten dafür ihre Kapazitätsgrenzen.

40 Prozent der Flüchtlinge sind noch nicht erwachsen. 73 junge Ukrainer wurden bislang untergebracht – 21 sind unter drei Jahre, 52 über drei Jahre alt. Im Jugendhilfeausschuss (JHA) erläuterte Peter Nowack, städtischer Kita-Koordinator, dass die Verwaltung das Hauptaugenmerk momentan auf den Fünf- bis Sechsjährigen lege, die nach den Sommerferien eingeschult würden. Sie sollen sich in den ersten Monaten in einer fremden Welt langsam in der deutschen Bildungslandschaft eingewöhnen und Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen können.

16 ukrainische Kinder, verkündete Nowack, werden eingeschult und deshalb bei der Kita-Unterbringung priorisiert. Elf von ihnen sind in Kitas vermittelt, bei weiteren fünf soll dies zeitnah geschehen. Die 64 Remscheider Kitas – 20 davon städtisch – zeigen sich in der Not solidarisch, obwohl das Maß von 20 Kindern in einer Regelgruppe längst erreicht ist.

Remscheid: Kitas gehen an ihre Grenzen

Zehn Prozent Überbelegungen (2 Kinder) sind erlaubt, darüber hinaus bedarf es einer Ausnahmegenehmigung des Landesjugendamtes. An der wird es angesichts des Flüchtlingsstroms nicht scheitern. „Zur normalen Struktur gibt es 150 Überbelegungen. Auf maximal 220 können wir gehen“, erklärte Peter Nowack.

Das Kontingent ist restlos ausgereizt, aber in der Not muss vorübergehend draufgesattelt werden. „Wir rücken noch mal enger zusammen“, sagt Nowack. Sozialdezernent Thomas Neuhaus spricht von einer „Über-Überbelegung“.

Neue Kita am Tannenhof entspannt die Lage in Remscheid

Erste Entlastung kündigt sich im Sommer an, wenn die neue Kita (fünf Gruppen mit 100 Plätzen) im Tannenhof in Lüttringhausen öffnet. Neben den Ukrainer werden aber auch andere Nationalitäten nicht vergessen. „Grundsätzlich unterscheiden wir nicht Geflüchtete von Geflüchteten“, deutete Jugendamtsleiter Egbert Willecke im Ausschuss an.

Bislang habe man es immer geschafft, zumindest alle, die eingeschult werden, ein Jahr später, auch in Kitas unterzubringen, meinte Willecke. Für den Fall, dass auch die allerletzte Platzreserve ausgeschöpft ist, sollen die „Brückenprojekte“ anlaufen, die es bei der großen Flüchtlingswelle vor sechs Jahren schon mal gab und die es Kindern und deren Eltern ermöglicht, schon mal in den Kita-Alltag zu schnuppern.

Unterkunft: Gewag-Wohnungen werden nicht reichen

Weil mit weiteren Kriegsflüchtlingen gerechnet wird, muss die Wohnsituation weiter angepasst werden. Die 30 Wohnungen, die Carsten Thies, Fachdienstleiter Soziales und Wohnen, für die Stadt von der Gewag angemietet hat, werden nicht ausreichen. „Wir sind in der Akquise für weitere Wohnungen“, erklärte Thomas Neuhaus. Um kurzfristig gewappnet zu sein, steht die Turnhalle Hölterfeld als Puffer bereit. Als Erstaufnahmeeinrichtung mit geringer Privatsphäre wäre sie aber nur eine Zwischenlösung.

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