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Kitakinder werden zu Mülldetektiven

Max (3) mit Vater Jörg Schwalbe und Jana (5) mit Mutter Karina Freund lernen, was nicht ins Abwasser gehört.
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Max (3) mit Vater Jörg Schwalbe und Jana (5) mit Mutter Karina Freund lernen, was nicht ins Abwasser gehört.

Was nicht ins Abwasser gehört: Verbraucherzentrale stellt Wimmelbuch für Drei- bis Siebenjährige vor.

Von Sabine Naber

Emilya weiß genau: „Die Frau darf das nicht“, sagt sie empört und zeigt auf die Zeichnung einer Person, die an einer Bootsreling steht und etwas über Bord wirft. In Papas Schoß sitzend, lernt die Vierjährige, welche Gegenstände ins Abwasser und welche nicht dort hineingehören. Dabei hilft ihr das Wimmelbuch „Ab (ins) Wasser“ der Verbraucherzentrale NRW. Am Montag wurde das Buch in der Kita Ahörnchen vorgestellt.

Ein Schwan, der eine leere Dose im Schnabel festhält, ein Dachs, der ein Tuch in seine Höhle schleppt und ein Fisch, der das gelbe Band um seinen Kopf nicht loswird – das Wimmelbuch braucht keine Wörter, um klarzumachen, warum die Fische krank sind und sich einer von ihnen auf die Reise macht, um herauszufinden, warum das so ist. Der Abenteuerfisch lernt, warum Wasser für Menschen, Tiere und Umwelt so wichtig ist. Und was jeder von uns dazu beitragen kann, dass es sauber bleibt.

„Wir haben hier kleine Mülldetektive, die der Frage nachgehen, was mit dem Abfall passiert, der bei uns anfällt. Wir haben große Tonnen angeschafft und gelernt, den Müll zu trennen. Die Kinder sind so zu Vorbildern geworden, tragen ihr Wissen auch in die Gesellschaft“, erklärt Maurien Heinz, die Leiterin der Kita Ahörnchen. Die Kita habe das Geschirr inzwischen ganz auf Porzellan umgestellt und die Kinder brächten ihr Frühstück in einer Dose mit.

„Als ich von der Idee zu diesem Buch erfuhr, dachte ich spontan, das ist harter Stoff. Aber es funktioniert. Denn dass wir nachhaltig und sorgfältig mit unserer Erde umgehen müssen, das ist in diesem Buch auch mit Humor rübergekommen“, ist Michael Zirngiebl, Betriebsleiter der Technischen Betriebe (TBR), überzeugt.

„Spontan dachte ich, das ist harter Stoff. Aber es funktioniert.“

TBR-Chef Michael Zirngiebel über ein Wimmelbuch für Kitakinder

Und auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz findet das Buch richtig gut. „Damit kann man den Kindern, die es ja spannend finden, was sich unter der Erde abspielt, alles gut erklären. Ich bedanke mich für ihre Arbeit“, sagte er mit Blick auf Renate Over von den TBR, die die Idee dazu hatte. Unter der Überschrift „Tatort Toilette“ war sie bereits vor zwei Jahren schon mit einer Aufklärungskampagne in Remscheid unterwegs.

„Ich habe immer wieder gesehen, dass bei vielen Menschen eine große Unwissenheit herrscht, wenn es um das Thema geht, wie unser Wasserkreislauf und wie eine Kläranlage funktioniert. Deshalb zeige ich das Buch nicht nur Kindern, sondern auch meinen Freunden“, betont die TBR-Expertin die weiß, dass nur drei Dinge, nämlich Urin, Fäkalien und Toilettenpapier in die Toilette gehören.

Aber noch ganz andere Dinge landen regelmäßig im Abwasserrohr. „Das größte Problem sind Feuchttücher. Sie lösen sich nicht auf, zumindest nicht in den rund sechs Stunden, bis sie in der Kläranlage gelandet sind. Auch Essensreste, Suppen beispielsweise, sollten nicht in der Toilette entsorgt werden, sondern gehören in den Restmüll. Sonst sorgen sie dafür, dass sich die Ratten in den Kanälen vermehren können.“ Ein weiteres Problem seien Haare, die sich verknoten, und Lösungsmittel, wenn zum Beispiel Pinsel im Waschbecken ausgewaschen würden.

Die Folgen: Falsch entsorgter Müll verstopft die Kanalisation, Kläranlagen arbeiten nicht richtig. Regen kann nicht mehr abfließen und führt zu Überflutungen. Und auch der Mehrwert des nachhaltigen Konsums wird klar. Dass es eine verständliche Reise ist, zu der der kleine Fisch einlädt, und die die Kitakinder gut verstehen.

10 000 Bücher

10 000 Exemplare dieser Wimmelgeschichte für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren sind bereits gedruckt worden. Möglich wurde das, weil das Landesministerium das Projekt gefördert hat. „Es bekommt jetzt von Remscheid aus Strahlkraft in ganz Nordrhein-Westfalen, denn wir haben die Bücher bereits in 22 Städten verteilt“, macht Fatma Özkan von der Verbraucherzentrale deutlich. Kindertageseinrichtungen erhalten das Buch kostenlos über die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Die Verteilung in Remscheid ist schon organisiert.

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