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Kita: Stadt Remscheid plant Neubau am Schützenplatz

Ein Umzug besteht bevor: Die Kita Am Schützenplatz wird mit ihrem Provisorium auf den Schützenplatz wandern. Foto: Roland Keusch
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Ein Umzug besteht bevor: Die Kita Am Schützenplatz wird mit ihrem Provisorium auf den Schützenplatz wandern.
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Container-Provisorium soll ein Ende haben – In der Hindenburgstraße 92 wird sechsgruppige Einrichtung entstehen.

Remscheid. In der Hindenburgstraße 92 soll eine sechsgruppige Kindertagesstätte entstehen. Neben der Kita Waldkrönchen in der Hastener Arturstraße würde die Einrichtung die größte in Remscheid werden. „Mit hoher Priorität werden die Grundstücksvergabe und die Recherche zu Investoren betrieben, so dass ab 1. August 2022 mit der Realisierung begonnen werden kann“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage, die der Bezirksvertretung Alt-Remscheid vorgelegt wurde. Jahre des Provisoriums am Stadtpark hätten durch den Neubau ein Ende. Angestrebt wird eine Inbetriebnahme zum Sommer 2024.

Seit 2015 lebt die städtische Kita Am Schützenplatz in einem Provisorium, offizielle Adresse: Hindenburgstraße 92. Weil die alte Heimat in der Eberhardstraße aufgrund massiven Schimmelbefalls geschlossen werden musste, fanden die 65 Kinder und Erzieherinnen in 30 Containermodulen auf dem Gelände der ehemaligen Rollschuhbahn eine provisorische Bleibe. Mit der Einweihung der Kita Holscheidsberg erhielten die „Vertriebenen“ im August 2017 eine moderne Kita. Die bei den Erzieherinnen und Kindern durchaus beliebten Container am Stadtpark blieben, die Betriebserlaubnis wurde vom Landschaftsverband Rheinland mehrfach verlängert.

Angesichts der vielen fehlenden Kita-Plätze entschloss sich die Stadt, an dem Standort aus der Not- eine dauerhafte Lösung zu machen. Ein Grund sind die Energiekosten. Die angemieteten Container müssen im Winter enorm geheizt werden, im Sommer heizen sie sich durch die Sonne auf. Der Neubau entspräche den aktuellen energetischen Erfordernissen.

Für die Bauzeit wurde ein Ausweichstandort in der Nähe gesucht. Zunächst sollten die drei Gruppen zum 1. August 2021 an den Léon-Goraguer-Platz westlich des Schützenplatzes wechseln, in drei Bauwagen und zwei dazugehörige Sanitäreinheiten. 427 500 Euro waren dafür im städtischen Investitionsprogramm 2020 - 2025 eingestellt. Allerdings, stellt die Stadt in ihrer Vorlage fest, „haben sich bautechnische sowie wirtschaftliche Veränderungen ergeben, die eine Neubewertung erforderlich machten“. Aufgrund der Topographie des Léon-Goraguer-Platz, der Dimensionen sowie der Ver- und Entsorgung wurden die Bauwagen verworfen.

„Tiny Houses“ als Alternative wurden ebenfalls verworfen, weil aufgrund der erschwerten Beschaffung von Baustoffen ein Fertigstellungstermin nicht vorausgesagt werden kann. Ebenso würden Preissteigerungen zu neu kalkulierten Gesamtkosten von knapp einer Million Euro führen und damit zu einer Verdoppelung der Kosten.

Remscheid: Kita-Umzug auf den Schützenplatz würde 350 500 Euro kosten

Wirtschaftlicher ist es, die angemieteten Container im Sommer 2022 auf den Schützenplatz zu transportieren. Die geschätzten Ausgaben dafür mit Umsetzung, Reparatur und Anschluss, Herstellung eines Außenspielgeländes sowie Transport und Wiedereinbau der Möbel lägen bei 350 500 Euro. Das erneute Kita-Provisorium auf dem Schützenplatz läge im Umfeld der Grüninsel.

Das aber bringt Probleme für die Remscheider Gastronomen mit sich. Die überlegen, auf der Grüninsel ein Kiosk-Konzept zur Attraktivitätssteigerung des Stadtparks/Schützenplatzes umzusetzen. Mit einer Kita nebenan wäre dies unmöglich. Es müsste ein neuer Standort für die Gastro-Idee gesucht werden. Auch andere Veranstaltungen werden unter dem Nachbarn leiden. Einbezogen werden muss der Schützenverein 1816, der den Schützenplatz zweimal jährlich für seine Kirmes mietet. Der Bereich um die Grüninsel mit dem Toilettenhäuschen wird dafür von Schaustellern und Verein als Stellfläche genutzt.

Je nach Größe der Veranstaltung müssen sich die Schützen eine Alternative suchen. Als Gegenleistung schlägt die Stadt vor, ihnen die Nutzungsgebühr zu erlassen. Diese beträgt jährlich 1500 Euro. Bisher, so steht in der Verwaltungsvorlage, stehe der Schützenverein den Überlegungen positiv gegenüber.

Mietkosten

Das Provisorium auf dem Schützenplatz würde mit Fertigstellung des Neubaus aufgegeben. Solange fallen Mietkosten an. Bis zum Jahresende 2022 kalkuliert die Stadt mit 41 4000 Euro zusätzlich, 2023 kämen weitere Mietmehrkosten in Höhe von 99 400 Euro hinzu.

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