Aktion

Kita bringt den Kindern Karneval nach Hause

Erzieherin Laura Winkler überraschte Anna (3, l.) und Maria Elena (5) an der Haustür mit den Karnevalstüten. Die Elternratsvorsitzende Tonia Alecci und ihr Mann Guiseppe Alecci warben im Freundes- und Bekanntenkreis um Sponsoren für den jecken Inhalt. Fotos: Roland Keusch
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Erzieherin Laura Winkler überraschte Anna (3, l.) und Maria Elena (5) an der Haustür mit den Karnevalstüten. Die Elternratsvorsitzende Tonia Alecci und ihr Mann Guiseppe Alecci warben im Freundes- und Bekanntenkreis um Sponsoren für den jecken Inhalt.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Team der katholischen Kindertagesstätte St. Suitbertus verteilte 53 bunte Tüten – Sponsoren ermöglichten deren Inhalt.

Remscheid. Als Anna (3) und Maria Elena (5) die Tür öffnen, sind sie im ersten Moment total verblüfft. Da steht doch tatsächlich ein schwarzes Schaf mit roter Clownsnase vor ihrer Tür! Doch schnell merken die Mädchen, dass ein Schaf schließlich nicht sprechen kann – und sich unter der Verkleidung an Weiberfastnacht ihre Erzieherin Laura Winkler verbirgt.

Die Geschwister freuen sich über den spontanen Besuch – ihre Bienenfühler tanzen auf den Haarreifen. Schließlich haben sie Laura Winkler und ihre Kita schon lange nicht mehr gesehen. Denn wegen des Lockdowns bleiben die Mädchen daheim, anstatt in die katholische Kindertagesstätte St. Suitbertus zu gehen.

In den Tüten ist alles drin, was man für eine ordentliche Fete braucht.

„Ich habe euch heute zu Karneval auch etwas Schönes mitgebracht“, sagt Laura Winkler und übergibt den beiden Bienchen bunt verzierte Karnevalstüten. Jetzt kann die Party im Kinderzimmer so richtig losgehen. Im Hintergrund läuft dazu den ganzen Tag schon Karnevalsmusik – während die Mama im Homeoffice arbeitet.

Um den Kindern zumindest ein wenig Spaß zu Karneval zu bieten, hat die katholische Kita 53 bunte Tüten gepackt. Jedes der Kinder wurde bedacht – die in der Notbetreuung vor Ort als auch die daheim. „Wir verteilen ein wenig Freude zu Corona-Zeiten“, erklärt Laura Winkler. „Das fehlt den Kindern, und uns auch.“ Sechs Kinder hat sie Fuß auf ihrer Route durch die Innenstadt bereits beglückt. „Sie freuen sich alle. Uns haben schon viele Handyfotos der Kinder mit den Tüten erreicht. Das ist für uns das schönstes Feedback überhaupt.“ Vier weitere Teams waren den ganzen Tag in Sachen „Karneval to go“ unterwegs. In der kleinen Tüte Spaß steckt alles, was die Kinder für eine ordentliche Karnevalsfeier brauchen: Luftballons, Fingerspiel, Sandbild, rote Anstecknase, Süßigkeiten, eine Maske zum Bemalen und natürlich Konfetti. Auch für die Eltern ist eine Überraschung beigelegt.

Die Idee zu „Karneval in der Tüte“ hatte Laura Winkler. Als die Elternratsvorsitzende Tonia Alecci davon erfuhr, warb sie sofort in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis um Sponsoren – wie auch schon bei der Sammelaktion für Luftfilter. Innerhalb von wenigen Stunden hatte sie Zusagen von der Firma Glückskind, der Pizzeria La Taverna da Pasquale, Ferdinando Mazzaglia Fotografie, The perfect solutions Wirtschafts- & Immobilienconsulting, aber auch von Privatpersonen wie Melanie Janzen, Aleksandra Bouljoub und Luigi Leandro Alecci – ihrem eigenen Sohn. „Er hat die Masken beigesteuert“, erklärt Alecci. Ihr Mann Giuseppe hat die Fingerleuchten dazugegeben. „Die Kinder leiden eh schon. Wir haben es nicht übers Herz gebracht, nichts zu Karneval zu machen“, sagt die Elternratsvorsitzende. Als Dank für die Sponsoren gibt es Taschen, die Laura Winkler mit dem Slogan „Helfer mit Herz“ versehen hat.

„Manche Kinder haben wir den ganzen Dezember und Januar nicht gesehen.“

Stefanie Homa, Kita-Leiterin

Mit „Karneval in Tüten“ und anderen kreativen Wegen versucht die katholische Kita St. Suitbertus Kontakt mit den Familien im Lockdown zu halten. „Manche Kinder haben wir den ganzen Dezember und Januar nicht gesehen“, bedauert Einrichtungsleiterin Stefanie Homa. So gibt es zum Beispiel den Online-Sitzkreis zweimal die Woche. „Die Kinder freuen sich sehr, sich zumindest im Video wiederzusehen.“ Das Team betreut 52 Kinder in drei Gruppen. Aktuell sind sieben oder acht Kinder in der Notbetreuung, der Rest ist daheim. Und der wird selbstverständlich in alles eingebunden. Schließlich ist man eine Gemeinschaft.

Kita digital: Online-Sitzkreis, Videos und Youtube-Kanal

Vieles geht in diesen Zeiten auch online.

Die katholische Kita St. Suitbertus will auch in Corona-Zeiten Kontakt halten mit den Kindern daheim. Daher gibt es dienstags und donnerstags um 15 Uhr einen Online-Sitzkreis via Zoom (Foto: Stephanie Homa). Hier werden Geschichten vorgelesen, Fingerspiele gemacht und gesungen. Jedes Kind darf zudem sagen, was es auf dem Herzen hat. Täglich versendet das Team zudem Videos an die Familien: Mal eine Geschichte, mal eine Bastelanleitung. Geplant ist ein interner Youtube-Kanal. Die Erzieherinnen stellen zudem Fotos aus der Kita, Wochenrückblicke, Infos zu den Lichtmess-Kerzen der Kinder und mehr für die Eltern auf der Internetseite ein.

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