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Kita-Bau: Lüttringhausen erhält Schatzkiste

Spatenstich für die neue Kita am Tannenhof: (v.l.) Uwe Leicht, Dietmar Volk, Thomas Neuhaus, Viktor Lorentz, Prof. Dr. Eugen Davids. Foto: Roland Keusch
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Spatenstich für die neue Kita am Tannenhof: (v.l.) Uwe Leicht, Dietmar Volk, Thomas Neuhaus, Viktor Lorentz, Prof. Dr. Eugen Davids.
  • Andreas Weber
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Stiftung Tannenhof hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Schicke Tageseinrichtung mit bunter LED-Fassade.

Remscheid. „Wir wollen die schickste Kita in Remscheid bauen. Das ist unser Auftrag.“ Dietmar Volk legt die Messlatte hoch. Der kaufmännische Direktor des Tannenhofs führte am Morgen im Park der Evangelischen Stiftung den Spatenstich für eine neue Kindertagesstätte aus. Im Schatten eines großen Baggers, der danach seine Schaufel in den Boden grub, erfolgte die erste Erdbewegung händisch. Direkt neben der bestehenden Tannenhof-Kita, die 1971 eingeweiht worden war, nimmt ein Projekt Konturen an, das nicht nur hilft, Löcher in der Kita-Versorgung zu schließen. 100 Kinder sollen ab dem 1. August 2022 in dem zweigeschossigen, länglichen Gebäude in fünf Gruppen untergebracht werden.

Dietmar Volk verspricht: „Diese Kita wird modernste pädagogische Standards erfüllen.“ Die Planung hat das Aachener Architektenbüro BFT übernommen. Dessen Geschäftsführer Viktor Lorentz erläuterte, dass die Kita äußerlich die Form einer „Schatzkiste“ erhalten werde mit einer „goldenen Hülle aus Metall-Rauten“. Deckenhohe Fenster werden für lichtdurchflutete Gruppenräume in Südlage sorgen. Zur Remscheider Straße, an die die Kita angrenzen wird, erhält das Gebäude eine bunt leuchtende LED-Fassade.

„Mit 100 zusätzlichen Plätzen ist der Bedarf in Lüttringhausen gedeckt.“

Thomas Neuhaus, Dezernent

Die Stiftung Tannenhof möchte mit dem Hingucker, der gerade bei Dunkelheit seine Strahlkraft entfalten wird, eine „Landmarke“ in Lüttringhausen setzen. „Wir möchten das Quartier mehr ins Bewusstsein rücken und zeigen: Die Stiftung hat nicht nur eine eigene Bushaltestelle“, meint Dietmar Volk. Technisch wird die Kita, die momentan den Arbeitstitel „Keks“ trägt, nach dem Berner Sennenhund aus der TV-Sendung „Löwenzahn“, auf dem allerneuesten Stand sein.

Barrierefreiheit gehört dazu, ein Aufzug, Fußbodenheizung. Auch einem automatisierten Luftaustausch in den Räumen wurde, aufgrund der Corona-Erfahrungen, Rechnung getragen. „Mein persönlicher Favorit ist die Tunnelrutsche, die von der Veranda im Obergeschoss runter zur Außenspielfläche führt“, erklärt Viktor Lorentz.

Remscheid: Es entstehen Parkplätze für den Bring- und Abholverkehr der Eltern

Zur neuen, landschaftlich herrlich eingebetteten Kinderwelt wird auch der Stiftungsvorstand einen kleinen Beitrag leisten. Die für ihn zur Verfügung stehenden Parkplätze am Verwaltungsgebäude sollen geopfert werden für den Bring- und Holverkehr der Eltern. „Denn wir wollen in Stoßzeiten Staus vermeiden“, sagt Dietmar Volk.

Die Kinder werden die Chance haben, die vielfältige Infrastruktur der Stiftung Tannenhof zu nutzen. Dazu gehört neben der großzügigen Freifläche mit viel Bäumen und Wiese drumherum auch eine Turnhalle. Mit vier Millionen Euro ist der von Bund und Land geförderte Bau veranschlagt, eine Million davon schießt die Stiftung aus Eigenmitteln zu.

Sozialdezernent Thomas Neuhaus weiß, was der Träger durch seine Investition schafft: „Für Lüttringhausen bedeuten diese 100 zusätzlichen Plätze, dass der Bedarf gedeckt ist und rechnerisch alle Eltern im Ort versorgt sein werden.“ Die zusätzlichen Plätze sind zwar von der Stadt schon für das Kita-Jahr 21/22 eingeplant, realistisch aber ist eine Eröffnung im April/Mai 2022 nicht.

Thomas Neuhaus erinnerte daran, dass die Stadt 2015 zu einem „Husarenritt“ angesetzt habe, um Träger und Grundstücke zu finden, die die fehlenden 1123 Kita-Plätze abdecken. Noch ist die Stadt damit nicht durch, sieht aber Licht am Ende des Tunnels, zumal sich in der Oststraße und Hackenberg mit jeweils 80 Plätzen zwei Kitas im Bau befinden, die noch dieses Jahr zum 1. September (Oststraße) und im Herbst (Hackenberg) in Betrieb gehen sollen. | Standpunkt

Weitere Kitas

Die Kita Sedanstraße soll mit 80 Plätzen 21/22 an den Start gehen. Nach der Herrichtung des Wendehammers erfolgt der Neubau. Die Abstimmung der Bauphase mit der benachbarten Walther-Hartmann-Schule ist erfolgt. Die Kita soll am 1. Januar 2022 starten. Träger ist die Netzwerk ISS gGmbH, die weitere 80 Plätze am Grillardor (gegenüber Gartencenter Kremer) plant. Der Bauantrag ist in Vorbereitung, die Inbetriebnahme zum 1. August 2022 avisiert.

Standpunkt

andreas.weber@rga.de

Kommentar von Andreas Weber

Vor sechs Jahren klaffte ein riesiges Loch bei der Versorgung der Familien mit Kita-Plätzen. Seither hat sich die Stadt richtig ins Zeug gelegt, um die zusätzlichen Plätze zu schaffen. Dass es ein steiniger Weg werden würde, um Träger, Investoren, vor allem aber Standorte zu finden, mit Eigentümern zu verhandeln und die baurechtlichen Voraussetzungen zu erfüllen, war klar. Die Verwaltung hat es geschafft, auch mit der Schaffung einer Stelle für Kita-Planer Werner Grimm, Schritt für Schritt mit diesem mühsamen Puzzle voranzukommen. Und neue Kitas sind nicht nur funktional, sie setzen sogar architektonisch ein Zeichen, wie gerade die Pläne der Stiftung Tannenhof eindrucksvoll beweisen. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Stadt in zwei, drei Jahren den Bedarf weitgehend decken können wird. Dazu werden auch die Standorte beitragen, die momentan in der Planungsüberlegung stecken: 110 Plätze in der Kita im Stadtpark, die das Container-Provisorium beenden wird, 100 Plätze an der Burger Straße sowie 60 bis 80 Plätze am Flurweg. Und auch für den dann verbleibenden Bedarf von 120 Plätzen gibt es Ideen.

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