Koordinierungsteam eingerichtet

Kita-Ausbau: Weitere Standorte gesucht

Gummistiefel in einer Kita: Nicht alle Eltern finden für ihr Kind einen Betreuungsplatz.
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Nicht alle Eltern finden für ihr Kind einen Betreuungsplatz.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Die Nachfrage durch Eltern übersteigt die geplanten Kapazitäten bei weitem.

Remscheid. Die Anstrengungen, neue Kita-Plätze in Remscheid zu schaffen, waren enorm. Ausreichen werden sie aber nicht. Dies wurde im Jugendhilfeausschuss (JHA) deutlich. 4124 Kinder sollen im Kita-Jahr 2023/24 in 66 Kindertageseinrichtungen einen Platz haben. 89,9 % der Kinder wären dann bei der Ü3 versorgt, in der U3 läge die Quote bei 35,8 %. Damit eingerechnet sind 300 Plätze in der Tagespflege.

Vom Rat beschlossen wurde ein Ausbau der Kindertagesbetreuung um 1123 Plätze. Ausgehend von einem Beschluss aus 2015, der von einer Schaffung von 702 Plätzen in den Kitas und der Kindertagespflege ausging und 2019 um 421 Plätze erweitert wurde. Mit Stand September 2022 hat die Stadt 480 neue Plätze geschaffen. Weitere 180 sind im Bau. „Dazu befinden sich 320 Plätze in der konkreten Planung und für 110 Plätze gibt es erfolgversprechende Projekte, stellt das Jugendamt fest.

„Werden alle erfolgreich umgesetzt, wären 1090 Plätze und das beschlossene Ausbauziel zu 97 Prozent erreicht“, stellt das Jugendamt in einer Vorlage für den JHA fest. In der Planung oder Umsetzung befinden sich die KTE Weltkinder in der Sedanstraße (80 Kinder - in Regie von ISS Netzwerk GmbH)), Tannenhof II (100 – Stiftung Tannenhof), Grillardor, Lüttringhauser Straße (80), Flurweg (60 – KitaConcept GmbH), Rosenstraße (80 – Elterninitiative Kraftstation e.V.), Stauffenbergstraße (100 – Kind sein e.V.) und zusätzliche Plätze in der KTE Am Stadtpark (110).

Mit der Inbetriebnahme aller Kitas rechnet die Stadt erst in 2025. Dann gäbe es zusätzliche 610 Plätze, 155 bei der U3, 455 bei der Ü3. Immer wieder muss die Stadt aber ihre Ziele nach oben korrigieren. Der Bedarf an Kinderbetreuung wird steigen, prognostiziert das Jugendamt. Folgende Gründe sprechen dafür: Zum einen die zunehmende Zahl an Flüchtlingen aus Krisenherden in aller Welt, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine. Die Nachfrage nach U3-Plätzen steigt stetig, da beide Elternteile frühzeitig berufstätig sein möchten. Zwar weist die Statistik in Remscheid im vergangenen Jahr mit 1010 Geburten einen Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus, insgesamt aber wird mit stabilen bis steigenden Geburtenzahlen gerechnet.

„Wir haben sechs bis sieben weitere Objekte identifiziert.“

Thoma Neuhaus, Dezernent

Im JHA wies Sozialdezernent Thomas Neuhaus darauf hin, dass viele Gruppen in den Kitas seit sieben Jahren um 10 Prozent überbelegt sind, um den Eltern entgegenzukommen. Diese Überbelegung mit 200 Kindern könne nicht von Dauer sein, erklärte Neuhaus. Erzieher(innen) sind völlig am Limit. Unter dem Strich ist klar, dass die Stadt weiter Gas geben muss. „Wir werden Dampf machen bei der Suche nach weiteren Grundstücken und Investoren“, kündigte Neuhaus an. Deshalb wurde im Jugendamt ein Koordinationsteam für den weiteren Kita-Ausbau gebildet mit Peter Nowack und Til Rebelsky.

Problem: Es gibt zu wenig Flächen oder Gebäude mit Außenanlagen, die sich im Eigentum der Stadt befinden und die nötigen Voraussetzungen (Größe, Topografie, Verkehrsanbindung, wohnortnahe Lage und Unbedenklichkeit der Bodenbelastung) mitbringen.

Auch Investorenmodelle in freier Trägerschaft stoßen an Grenzen. Steigende Bauzinsen und damit höhere Finanzierungskosten, hohe Herstellungskosten der Neu- oder Umbauten, aufwendige Genehmigungsverfahren, Widerstände bei den Anwohnern und die Deckelung der anerkennungsfähigen Miete durch das Land bei momentan 11,37 Euro je Quadratmeter sorgen dafür, dass Investoren Schwierigkeiten haben, neue Projekte profitabel zu gestalten.

Thomas Neuhaus räumte ein, dass die Remscheider Stadtverwaltung erst skeptisch gewesen sei, weitere Grundstücke zu finden, nachdem in der Vergangenheit die akribische Suche sehr zäh vorangekommen sei. Neuhaus sieht aber Licht am Horizont: „Wir haben sechs bis sieben weitere Objekte identifiziert, die sich in der Überprüfung befinden.“ Genaue Standorte wolle man in dieser frühen Phase noch nicht bekanntgeben.  

Warten auf Statistik von IT NRW

Dass zusätzliche Kitas benötigt werden, steht fest. Wie viele, ist offen. Dazu werden die Statistiken von IT NRW zum Stichtag 31. Dezember 2022 abgewartet. Außerdem soll eine Vorausberechnung der Bevölkerung in Remscheid nach Stadtteilen aufgeschlüsselt werden. Die Stadt ist sicher, dass dies eine verlässliche Einschätzung des mittelfristigen Ausbaubedarfs ergibt. „Ziel soll es sein, mit Beginn des Kita-Jahres 2023/24 belastbare Zahlen zu erhalten, die das weitere Vorgehen bestimmen werden“, erklärt das Jugendamt.

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