Abreißen und Grünfläche schaffen

Ehemalige Tagesstätte am Kremenholl steht leer

Das Schild hängt unverändert am Eingang: Das alte Gebäude der Kita Paulstraße steht jedoch seit Mitte Dezember 2018 leer. Foto: Doro Siewert
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Das Schild hängt unverändert am Eingang: Das alte Gebäude der Kita Paulstraße steht jedoch seit Mitte Dezember 2018 leer.

Am 17. Dezember 2018 zog die städtische Kita Paulstraße aus dem Flachbau Nr. 19 a schräg gegenüber in einen Neubau. Seither verwaist die über 45 Jahre alte Immobilie im dicht besiedelten Kremenholl.

Von Andreas Weber

Remscheid. Ohnehin von der Bausubstanz über den Zenit hinaus, befallen von Feuchtigkeit und Schimmel und mit fehlender Barrierefreiheit, müsste für eine Nachnutzung erst kräftig investiert werden. Gabi Leitzbach, normalerweise keine Befürworterin radikaler Lösungen, hält nur eines für sinnvoll: Abriss.

An die Vorsitzende des Initiativkreises Kremenholl ist aus der Bevölkerung öfters ein Vorschlag herangetragen worden, den auch sie sympathisch findet. „An dieser Stelle würde eine Grünfläche dem Ortsteil gut tun. Wir haben zwar den Wald nebenan, aber eine Freizeitecke im Freien fehlt“, appelliert sie an die Stadt. Die wiederum ist Eigentümer des Gebäudes und Geländes, das an das Transformatorenhäuschen mit der Bushaltestelle nebst sanitärer Anlage für die Fahrer grenzt. „Leerstand ist immer schlecht“, meint Gabi Leitzbach und hofft inständig, dass endlich an einer Lösung für die städtische Liegenschaft gearbeitet wird.

Um Geld in die Stadtkasse zu spülen, wäre ein Verkauf des für den Kindergartenbetrieb nicht mehr nutzbaren Areals eine Option. „Für eine Kita, selbst übergangsweise, würde es an der Stelle sicher keine Genehmigung mehr geben. Allein das kleine Außengelände genügt heutigen Richtlinien nicht mehr“, ist sich Leitzbach sicher, die mit ihrer Familie in der Paulstraße lebt. Seit Jahren kämpft der Initiativkreis für einen Bürgertreff. Bislang vergeblich. Dass in den Honsberg massiv investiert wurde, gönnen die Kremenholler den Nachbarn.

„Aber Bezirksbürgermeister Otto Mähler hat ja Anfang dieses Jahres in einem RGA-Interview bei der Frage nach den Baustellen in Alt-Remscheid angekündigt, dass man sich jetzt stärker um den Kremenholl kümmern müsse“, bemerkt Gabi Leitzbach. Versprechungen hat sie, früher auch als Ratsfrau für die SPD in ihrem Wahlbezirk, zuhauf gehört. Der Kremenholl zählt zwar knapp 4000 Bewohner, gleichwohl mangelt es an einer Basis-Infrastruktur.

Weder eine Apotheke gibt es, noch hat hier ein Arzt seine Praxis, ganz zu schweigen von einer Anlaufstelle für die Bürger – wie es sie am Honsberg mit dem Neuen Lindenhof gibt. „Die Pläne für den Treff gab es schon mal in dem leerstehenden Supermarkt“, meint Leitzbach. Daraus geworden ist nichts. „Die Kremenholler sind frustriert. Es wurde viel versprochen, gehalten jedoch nichts.“ Gabi Leitzbach fordert: „Jetzt muss endlich Butter bei die Fische gegeben werden.“

Wenige Eltern behalten ihre Kinder daheim: In den Tagesstätten wächst die Sorge vor Corona.

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