Benefiz-Konzert

Kirchenmusiker spielen für die zivilen Opfer des Ukraine-Kriegs

Kantor Peter Bonzelet hatte in die Heilig-Kreuz-Kirche zum Benefiz-Karnevalskonzert eingeladen. Die Spenden der Besucher gehen an Hilfsorganisationen, die sich um zivile Opfer in der Ukraine kümmern. Foto: Roland Keusch
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Kantor Peter Bonzelet hatte in die Heilig-Kreuz-Kirche zum Benefiz-Karnevalskonzert eingeladen. Die Spenden der Besucher gehen an Hilfsorganisationen, die sich um zivile Opfer in der Ukraine kümmern.

Benefiz-Konzert „Mit Grinsipal, Witzflöge + Co.“ in der Lüttringhauser Kirche.

Von Peter Klohs

Lüttringhausen Im vergangenen Jahr musste das traditionelle Konzert am Karnevalssonntag „Mit Grinsipal, Witzflöte + Co.“ des Kantors der Kirche Heilig Kreuz in Lüttringhausen, Peter Bonzelet, aus Corona-Gründen ausfallen. Deshalb sollte es in diesem Jahr unbedingt wieder stattfinden.

Unbedingt? Vor dem Konzert am Sonntagnachmittag erläuterte der Musiker dem Publikum in der Kirche das Geschehen in der Ukraine im Vorfeld der kurzweiligen Aufführung. „Wir haben uns sehr auf dieses Konzert gefreut“, bekannte der Kantor. „Und nach den Geschehnissen am Donnerstag war ich sehr kurz davor, das Konzert wieder abzusagen. Aber dann wurde mir bewusst, dass die Hilfsorganisationen Caritas, die Diakonien und viele andere zu Spenden aufrufen, um den jetzt schon zahllosen zivilen Opfern zu helfen. Und so wird dieses Konzert ein Benefiz-Konzert werden. Ich werde alle Spenden zu 100 Prozent an die Hilfsorganisationen weitergeben.“

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Im Kircheninnenraum schwebte ein sehr großes Banner des internationalen katholischen Hilfswerks Missio, auf dem eine Taube zu sehen und der Schriftzug „Nie wieder Krieg“ zu lesen war. Peter Bonzelet regte noch an, dass die Gäste ihre Stühle herumdrehen sollten, damit die Konzertbesucher die Musiker auf der Empore ansehen können. Außer dem Hausherren spielte Reiner Vallo, ehemaliger Kantor der Kirche St. Bonaventura und jetzt in Wermelskirchen tätig, vierhändig und -füßig die Orgel. Trompeterin Sabine Conin vervollständigte bei drei Stücken das Trio.

Medley der Märsche Kölner Karnevalsgesellschaften

Das 75-minütige Konzert begann beinahe klassisch mit einer Sonate des nahezu unbekannten Komponisten Leberecht Baumert, gefolgt von Musik aus dem 17. Jahrhundert von J.E. von Sachsen-Weimar. Nach diesem beeindruckenden Beginn wurde es nach und nach humorvoller und rhythmischer. Leopold Mozarts „Kinder-Symphonie“ kommt erfreulich kurz, aber vehement und voller Kraft daher.

Das anschließende „Amazing Grace“, von Andreas Häcker mit unverkennbaren Blue-Notes arrangiert, hätte genau so gut in einem Jazz-Keller in New Orleans gespielt werden können. Und auch die „Petersburger Schlittenfahrt“ klang mit direkt zwei Organisten angenehm kraft- und schwungvoll. Im Mittelteil des Konzertes standen mit „Bella ciao“ und dem Can Can von Jacques Offenbach zwei Publikumslieblinge im 2/4-tel Rhythmus auf dem Programm. Ersteres, ein italienisches Lied, das im 2. Weltkrieg die Hymne der Partisanen im Kampf gegen Hitler und Mussolini war, bezog die aktuelle weltpolitische Lage in das Konzert ein.

Bei jedem der bisher 17 närrischen Konzerte, die Peter Bonzelet in Lüttringhausen gespielt hat, stand „Uns kölsche Korps“ auf dem Programm, ein Medley der Märsche der traditionsreichen Kölner Karnevalsgesellschaften. Das vom Kölner Wicky (Wilfried) Junggeburth komponierte Stück endet traditionsgemäß mit „Es war einmal ein treuer Husar“, das manche Oberjecken durchaus ernst gemeint als „Kölner Nationalhymne“ bezeichnen.

Wie gewohnt endete der offizielle Teil mit Improvisationen, die Bonzelet auf Zuruf aus dem Publikum spontan zusammenführte und eine homogene Komposition daraus fertigte. Obwohl viele Zuhörerwünsche wie „Mer losse de Dom in Kölle“ sich Jahr für Jahr wiederholen, klingt die von Bonzelet improvisierte Musik jedes Mal anders. Als Zugabe gab es mit „Unsere Stammbaum“ eines der eindrücklichsten Lieder der Bläck Fööss, das durch seinen zu Solidarität und Frieden aufrufenden Text die Haltung vieler Kölner und überhaupt vieler Menschen guten Willens beschreibt. Als zweite Zugabe spielten Reiner Vallo und Sabine Conin den Gospel „O happy day“.

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