Nach 15 Jahren

Kirchenkreis sucht neuen Chef

Sie sorgten für die Übertragung aus dem Gemeindehaus: 66 Mitglieder der Kreissynode verfolgten die Vorstellung der Kandidaten per Videokonferenz. Fotos: Katrin Volk/Kirchenkreis Lennep
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Sie sorgten für die Übertragung aus dem Gemeindehaus: 66 Mitglieder der Kreissynode verfolgten die Vorstellung der Kandidaten per Videokonferenz.
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Superintendent Hartmut Demski geht in den Ruhestand – Drei wollen sein Nachfolger werden

Von Axel Richter

Remscheid. Seit 15 Jahren steht er an der Spitze des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Zum 1. Oktober dieses Jahres geht Superintendent und Pfarrer Hartmut Demski in den Ruhestand. Im Kirchenkreis hat die Suche nach einem neuen Repräsentanten und Dienstvorgesetzten für die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie kirchlichen Mitarbeiter in den 16 angeschlossenen Kirchengemeinden begonnen.

Antje Menn ist Pfarrerin in Lennep.

„Ich werde erst einmal tief durchatmen“, sagt Hartmut Demski mit Blick auf das Erreichen der Altersgrenze. Er macht keinen Hehl aus den Anstrengungen, die die Aufgabe des Superintendenten für den Inhaber des Amtes bereithält. Natürlich gebe es Dinge, die ihm auch im Ruhestand weiter am Herzen liegen werden. Auch wolle er in Wermelskirchen wohnen bleiben. So viel steht aber für ihn fest: „Ein ehemaliger Superintendent, der seinem Nachfolger zwischen den Beinen herumwuselt, werde ich nicht werden.“

„Ich werde erst einmal tief durchatmen.“
Hartmut Demski

Dieter Jeschke ist Pfarrer in Rade.

Auf die Ausschreibung haben sich fünf Geistliche auf die frei werdende Stelle beworben. Drei durften sich jetzt den Mitgliedern der Kreissynode in einer Synodalversammlung vorstellen. Es sind Antje Menn, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Lennep, Dr. Dieter Jeschke, Pfarrer der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Radevormwald, und Pfarrer Karl-Albert Hesse aus Mönchengladbach.

Karl Hesse kommt von außerhalb.

Für die Demski-Nachfolge durften sich erstmals Geistliche aus dem ganzen Rheinland bewerben. Der neue Superintendent soll sich zudem zu 100 Prozent der Leitungsaufgabe widmen und nicht mehr, wie Demski, zu 25 Prozent weiterhin auch Pfarrer einer Gemeinde sein. Gewählt werden er oder sie von der Kreissynode des Kirchenkreises. Ihr gehören rund 100 Geistliche und Laien aus den angeschlossenen Gemeinden an.

Einen Wahlkampf im klassischen Sinn liefern sich die drei Kandidaten nicht. Vor den Mitgliedern der Kreissynode berichteten sie aus ihrem Lebenslauf und skizzierten die Chancen, die sie der Kirche einräumen und ihren persönlichen Beitrag, den sie an der Spitze des Kirchenkreises leisten wollen.

In Corona-Zeiten ging auch das nur auf Distanz. 22 Teilnehmer waren zur Kandidatenvorstellung in den großen Saal des Gemeindehauses in der Johann-Sebastian-Bach-Straße gekommen. Weitere 66 Mitglieder der Kreissynode verfolgten das Geschehen von zu Hause aus per Videokonferenz.

Am 5. Juni werden die Synodalen in geheimer Wahl über den neuen Mann oder die neue Frau an der Spitze des Kirchenkreises abstimmen. Zum 1. Oktober ist dann offizieller Dienstbeginn am Sitz des Superintendenten, nämlich im Haus der Kirche am Talsperrenweg in Lennep.

Hartmut Demski wird nach jetziger Planung am Freitag, 25. September, von Präses Manfred Rekowski in einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang in der Stadtkirche Wermelskirchen verabschiedet. Mit ihm geht ein politischer Vertreter der Evangelischen Kirche. So hielt Hartmut Demski mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, wenn es etwa darum ging, für eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen und gegen rechte Hetze Position zu beziehen.

Kirchenkreis und Superintendent

Zum Evangelischen Kirchenkreis Lennep zählen aktuell 16 Gemeinden in Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen. Auch Teile Wuppertals, Solingens und Burscheids zählen dazu. Der Kirchenkreis vertritt ihre Interessen gegenüber der Evangelischen Landeskirche. An der Spitze steht Superintendent und Pfarrer Hartmut Demski. Er ist Dienstvorgesetzter der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie der kirchlichen Mitarbeiter. Aufgabe des Superintendenten ist es zudem, die Kirche nach außen zu vertreten.

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