Gericht

Kindesmissbrauch: Urteil gegen Remscheider steht an

Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Landgericht Wuppertal gegen den Mann fünf Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe.
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Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Landgericht Wuppertal gegen den Mann fünf Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe.

Staatsanwalt beantragt fünf Jahre und drei Monate.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein angeklagter Unternehmer (60) aus Remscheid soll wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs von Kindern aus seinem privaten Umfeld in Haft. Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Landgericht Wuppertal gegen den Mann fünf Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe. Bewährung ist bei der Höhe unmöglich.

Geschädigte über einen Zeitraum von 18 Jahren wurden vier Jungen und ein Mädchen, teilweise heute noch im Kindesalter. Der Mann ist Inhaber von Betrieben in mehreren Städten des Bergischen Landes. Für Entsetzen im Gerichtssaal sorgte er Montag mit einer Antwort an das Gericht, wie er sich sein Leben nach der Haft vorstelle: „Zunächst will ich noch ein bisschen arbeiten. Aber ich denke, ich orientiere mich neu. Ich habe ja keine Adresse mehr, ich bin völlig flexibel. Vielleicht gehe ich nach Spanien.“

Der Mann hat gestanden, ab Sommer 2003 sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen zu haben. Erster Geschädigter von Handlungen im Intimbereich wurde ein damals vierjähriger Neffe seiner früheren Lebensgefährtin. Weitere Opfer folgten. Die 15 Punkte der Anklage stellen einen Ausschnitt aus den Ermittlungen dar: Übergriffe beim Spielen, auf einer Urlaubsreise und bei Familientreffen. In einem Fall versuchte der Mann laut Geständnis, den Geschlechtsverkehr an einem Jungen im Kindesalter zu vollziehen. Im Sommer 2021 erfolgte die erste Anzeige, später kam er in Untersuchungshaft.

Drei der Geschädigten sind Kinder zuvor befreundeter Nachbarn. Der Vater dieser Kinder berichtete: „Unsere Familie ist aus den Fugen geraten.“ Während der Ermittlungen habe das Jugendamt ihn und seine Frau informiert, dass der Nachbar unter Verdacht stehe. Drei Monate später sei es aus der ältesten Tochter erstmals „herausgebrochen“ und sie habe von den Taten berichtet. Der jüngste Sohn fürchte massiv, dass der Angeklagte später zurückkehrt.

Als der Angeklagte seine Spanien-Pläne erwähnte, reagierten Angehörige der Geschädigten sichtlich entsetzt. Die Opfer-Anwältin erklärte: „Mein Mandant ist fassungslos.“ Dessen Behandlung wegen der psychischen Folgen werde länger dauern als die Strafe des 60-Jährigen.

Der Angeklagte hat mit seinem Geständnis den Geschädigten die Aussagen im Zeugenstand erspart. Er zahlt 48 000 Euro Schmerzensgeld und künftige Behandlungskosten.

Die Verteidigung hat eine ein Jahr geringere Strafe beantragt. Das Gericht will heute sein Urteil verkünden.

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