Prozess

Kindesmissbrauch: 33-Jähriger muss mehr als fünf Jahre in Haft

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Das Landgericht in Wuppertal.

Angeklagter postete Nacktbilder eines Jungen.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Fall um mehrfachen sexuellen Missbrauch eines Jungen in Remscheid muss ein 33-Jähriger für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte den nicht vorbestraften Mann, der gestanden hatte. Bewährung ist bei der Höhe der Strafe ausgeschlossen. Der Angeklagte war im Frühjahr 2020 im Zusammenhang mit Kinderpornografie im Internet aufgefallen. Während bereits laufender Ermittlungen im Mai 2020 verhinderte ein Staatsanwalt einen weiteren, sexuellen Übergriff auf das minderjährige Opfer; das hatte ein Kriminalpolizist bei seiner Aussage im Prozess berichtet. Der vorsitzende Richter verdeutlichte dem Angeklagten: „Der Junge wird die Szenen dieser Taten immer vor Augen haben, wenn er eine eigene Sexualität entwickelt.“

Laut Urteil missbrauchte der ledige Angestellte einen Jungen, der 2017 zum Beginn der Taten zehn Jahre alt war. Der 33-Jährige habe als Bekannter der Familie auf das Kind aufgepasst, während die Eltern ausgingen. Statt Spieleabenden sei es in der Wohnung des Mannes zu Übergriffen gekommen. In einem Fall habe er seine Tat gegen den erklärten Willen des Kindes durchgesetzt. Die Eltern hätten nie Verdacht geschöpft. Sie seien „aus allen Wolken gefallen“, als sie im Mai 2020 erfuhren, dass ein Nacktfoto ihres Sohnes im Internet kursierte. Das soll der 33-Jährige aufgenommen und ins Netz gestellt haben. Laut Urteil traf er einmal am Abend nach einer Tat die arglosen Eltern und verbrachte mit ihnen Freizeit.

Das Nacktfoto war bei Ermittlungen in den USA aufgefallen und zum Angeklagten zurückverfolgt worden. In seiner Wohnung fanden Polizisten Datenträger mit Fotos. Ein Ermittler berichtete im Zeugenstand: „Das Besondere war, dass der Staatsanwalt sich sicher war, den Angeklagten auf einem der Bilder zu erkennen, das einen Missbrauch zeigte.“ Nachrichten des Mannes in seinem Handy sollen ergeben haben, dass er für zwei Tage später ein Treffen mit einem Jungen plante, den er missbrauchen wollte. Als Opfer kamen zunächst mehrere Kinder in Frage. Schließlich fanden die Beamten den richtigen Jungen. Es folgten weitere Durchsuchungen und die Festnahme des Angeklagten.

Laut Gerichtsarzt hat der 33-Jährige krankhafte, auf Kinder ausgerichtete, sexuelle Neigungen. Urteil und Strafe sind rechtskräftig. Eingerechnet ist der Besitz von Zehntausenden Dateien mit Kinderpornografie. Der Verurteilte verbüßt seine Strafe bereits und hat angekündigt, sich in Haft um Therapie zu bemühen.

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