Ausstellung

Kinderwerkstatt zieht in Industriemuseum

Nicole Scheda will in der Werkzeugmacherei Aktionen zum Mitmachen anbieten. Foto: Michael Schütz
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Nicole Scheda will in der Werkzeugmacherei Aktionen zum Mitmachen anbieten.

Museumsleiterin Nicole Scheda plant einige Veränderungen in der Gesenkschmiede.

Von Alexandra Dulinski

Eine Kinderwerkstatt, ein neuer Empfang, ein umgestalteter Museumsshop sowie ein neues Besucherleitsystem – diese Projekte stehen auf der Agenda von Nicole Scheda, Museumsleiterin der Gesenkschmiede Hendrichs im Industriemuseum in Solingen.

In die Werkzeugmacherei der Gesenkschmiede soll eine fest installierte Werkstatt für Kinder einziehen. Regelmäßige Programme und Workshops möchte die Museumsleiterin dort für die jungen Besucher und Schulkassen stattfinden lassen.

„Wir sehen uns in der Tradition der Solinger Schneidwarenindustrie.“
Nicole Scheda, Museumsleiterin

„Die Kinder werden ein Werkstück aus Metall herstellen. Um was genau es sich dabei handelt, planen wir zurzeit noch“, sagt sie. Sie wolle die handwerklichen Fähigkeiten der Kinder fördern. „Wir sehen uns in der Tradition der Solinger Schneidwarenindustrie.“ Das Prinzip der Mitmach-Werkstatt hat Nicole Scheda schon im vergangenen Jahr eingeführt. „Das war sehr erfolgreich“, sagt sie.

Deswegen hofft sie nun, die Werkstatt bis Ende des Jahres realisieren und nutzen zu können, sobald die derzeitige Situation wieder Besuche von Schulklassen zulässt. Denn momentan können weder Führungen für Schüler noch die üblichen Mitmachaktionen stattfinden. Auch die Touch-Bildschirme, auf denen Informationen und Erklärvideos abgespielt werden, sind zurzeit außer Betrieb. 50 Besucher dürfen sich gleichzeitig im Museum aufhalten. „Die Besucherzahlen steigen von Woche zu Woche“, sagt Scheda.

Seit vergangener Woche finden auch wieder mehrmals am Tag Kurzführungen mit maximal zehn Personen statt. In 20 bis 30 Minuten werden unterschiedliche Themen behandelt, wie etwa die Antriebstechnik in der Gesenkschmiede oder die Arbeitsweise in der Schleiferei und Härterei in den Werkstätten. Jeden Tag seien Kollegen da, die die Maschinen zur Herstellung der Scherenrohlinge, die Gesenkhämmer und die Pressen bedienen können.

„Das ist unser Konzept. Es ist immer jemand da, den man ansprechen kann. Das macht den Charme des Museums aus“, so die Museumsleiterin. Niemand müsse das Museum verlassen, ohne eine Vorstellung der Maschinen gesehen zu haben.

Das Programm wird zunächst unter Corona-Bedingungen geplant

Die Schließungszeit während der Corona-Krise haben die Mitarbeiter genutzt, das Museum zu reinigen. „Die Kollegen sind hinter und unter den Maschinen herumgekrochen, bis es hier regelrecht blitzte und blinkte. Aber wir sind natürlich ein Industriemuseum. Wir würden niemals den Ruß von den Wänden wischen wollen. Es muss schließlich authentisch sein“, berichtet Scheda. Das Museum arbeitet an dem Veranstaltungsprogramm für 2021. Die ersten Monate werden unter Corona-Bedingungen geplant. Für das Museum hat Nicole Scheda weitere Pläne. Unter anderem möchte sie das Konzept so auslegen, dass die Besucher aktiv teilhaben und mitbestimmen können. „Partizipation wird in der Museumswelt viel diskutiert“, erklärt sie.

Die momentane Sonderausstellung „Must Haves: Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums“, die seit Februar zu sehen ist, sei vor dem Lockdown ein großer Publikumsschlager gewesen. Bis April ist die Ausstellung noch zu sehen, werde voraussichtlich aber verlängert.

Hintergrund

Veranstaltung: Am 19. September findet der Dieseltag statt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Eintritt: Der Preis liegt zurzeit bei drei Euro.

Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen, Merscheider Straße 289-297

https://t1p.de/zcto

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