Verkehrserziehung

Kindertheater vermittelt die Gefahren im Verkehr

Auto Karacho bereitet Jule auf die vielfältigen Gefahren im Straßenverkehr vor – und animierte die Kinder, zu Fuß zur Schule zu gehen. Foto: Roland Keusch
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Auto Karacho bereitet Jule auf die vielfältigen Gefahren im Straßenverkehr vor – und animierte die Kinder, zu Fuß zur Schule zu gehen.

Schauspieler erklärten altersgerecht die wichtigsten Regeln – Rund 200 Grundschüler sahen zu.

Von Peter Klohs

Unsere Mobilität verändert sich ständig. Alle Verkehrsteilnehmer müssen sich permanent an neue Bedingungen anpassen. Insbesondere Kinder müssen zu kompetenten und selbstbewussten Verkehrsteilnehmern erzogen werden. Dies kann am besten durch die Vermittlung von Verhaltensmaßregeln und Sicherheitsaspekten erreicht werden. Wie ein spielerischer Umgang mit diesem Thema Kinder schnell und effektiv ansprechen kann, zeigte am Dienstag das Theaterstück „Abgeschnallt“, das sich bewusst an Erst- und Zweitklässler richtete. Die Kinder sollen erfahren, was Verkehr ausmacht, dass er gefährlich sein und Angst auslösen kann, dass er jedoch auch Hilfe und Orientierung bieten kann.

Zur ersten Aufführung des 50-minütigen Stückes kamen gut 120 Schulkinder, zur zweiten noch einmal 54. Die Kinder aus den ersten Klassen der Grundschulen Kremenholl, Menninghausen und der Freiherr-vom-Stein verfolgten mit ihren Lehrern interessiert das Geschehen auf der Bühne im Teo Otto Theater.

Ein Auto, das Karacho heißt, und ein Mädchen namens Julchen unterhalten sich. „Nach dem Frühstück werde ich immer zur Schule gefahren“, verrät Julchen, „und nachdem ich die Hausaufgaben gemacht habe, geht es zum Computer oder zur Playstation.“ Trotzdem bezeichnet sich Julchen als nicht faul.

„Wenn du nicht faul bist“, gibt Karacho zu bedenken, „dann kannst du ja alleine zur Schule gehen.“ Julchen will noch mehr, nämlich sich eine Tüte Süßigkeiten am Kiosk kaufen. Und zwar ganz alleine. Der Warnhinweis von Karacho „Ohne mich kannst du gar nichts!“ verhallt ungehört.

Und schnell stößt Julchen an ihre Grenzen im ungewohnten Straßenverkehr, fällt kurzerhand in Ohnmacht, wird von drei wichtigen Institutionen in Menschengestalt gerettet und letztendlich mit den wichtigsten Regeln vertraut gemacht, um den alltäglichen Herausforderungen auf er Straße begegnen zu können.

Einer der drei Helfer, vorausschauend in deutliches Schwarz und Weiß gekleidet, gibt sich als Zebrastreifen zu erkennen, und die quirlige Gestalt mit den vielen Farben auf dem Kopf, die sich Plinki nennt, wird als eine Ampel erkennbar. Und was soll die dritte Figur sein, die augenscheinlich stark ist und tonnenschweren Beton mit sich herumschleppt? Es ist eine Bordsteinkante, wie die Schulkinder nach einer Weile erkennen.

Und gemächlich, unter Zuhilfenahme von fetziger Musik und kindertauglichen Witzen, erkennen die zuschauenden Kinder die Bedeutung, den diese Dinge im alltäglichen Straßenverkehr haben. Zu früh meint Julchen, alles verstanden zu haben, rennt los, um endlich das Tütchen Süßigkeiten zu holen… und schreckt entsetzt vor der Komplexität der Aufgabe zurück. Sie ist noch nicht so weit und erkennt: Einfach losgehen ist nicht. Julchen droht zu scheitern, will zurück zu Karacho. „Das ist mir alles zu schwer hier.“ Doch sie wird überredet, weiterzumachen. Was sich Letztenendes auszahlt.

„Das ist mir alles zu schwer hier.“

Jule, die vor einem Kioskbesuch zurückschreckt

Als Karacho gegen Ende der Aufführung wieder erscheint, weiß Julchen zu berichten, dass sie sich nun auf einem sicherem Weg zum Kiosk macht. „Ich gucke hin und ich gucke her, ich gucke noch mal hin und her, und wenn sich kein Fahrzeug nähert, dann kann ich die Straße gefahrlos überqueren. Ich bin nicht mehr Julchen“, sagt sie stolz, „ich bin jetzt Jule.“ Sie hat sich selbst abgeschnallt und ist nun nicht mehr auf die Dienste von Karacho angewiesen. Ob die unterschwellige Botschaft in Richtung der zuweilen überflüssigen Elterntaxis von den Schulkindern verstanden worden ist, darf man bezweifeln. Trotzdem geht nach knapp einer Stunde ein für die Kinder wichtiges und witzig gemachtes Theaterstück zu Ende. Das fünfköpfige Ensemble der Theatergruppe „theatertill“ aus Meerbusch wird mit reichem Applaus belohnt.

Hintergrund

Zur Aufführung waren Schulkinder eingeladen, die sich an der Kindermeilen-Kampagne beteiligen, dass heißt, die „Grüne Meilen“ sammeln, weil sie ihren Schulweg selbstständig und klimafreundlich zurücklegen.

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