Nach Festnahme eines Remscheiders

Kinderpornos: Ermittler sichten „riesige Mengen“

Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert dehnt die Ermittlungen aus. Archivfoto: Roland Keusch
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Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert dehnt die Ermittlungen aus.
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Nach der Festnahme eines 32-Jährigen schließen die Staatsanwälte ein Netzwerk nicht aus.

Von Axel Richter

Remscheid. Nach der Festnahme eines 32-jährigen Remscheiders wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch dehnt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus. „Wir überprüfen, ob kinderpornografisches Material an Dritte weitergegeben wurde“, erklärt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert auf Nachfrage des RGA. Mit anderen Worten: Wie zuletzt in Bergisch Gladbach könnten die Machenschaften des Remscheiders zur Aufdeckung weiterer Straftaten führen.

„Junge Menschen verarbeiten solche Erlebnisse höchst unterschiedlich.“
Birgit Köppe-Gaisendrees, Ärztliche Kinderschutzambulanz

Wie berichtet, sitzt der Mann seit Ende Juni in Untersuchungshaft. Gegen ihn erhebt die Wuppertaler Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe. Der 32-Jährige soll einen heute 13-jährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Laut Staatsanwaltschaft flog er damit auf, nachdem er kinderpornografisches Material bei der Plattform Instagram hochgeladen hatte.

Die Polizei durchsuchte mehrmals die Wohnung in Remscheid als auch seinen Arbeitsplatz in Hückeswagen. Dabei stellten die Ermittler umfangreiches Datenmaterial sicher. Laut Oberstaatsanwalt Baumert handelt es sich um „riesige Mengen“, die nun auszuwerten sind. „Das wird auch noch einen Monat dauern“, stellt er in Aussicht. Ob und an wen Bilder weitergeben wurden, stehe bislang nicht fest. Allerdings schließen die Ermittler nicht aus, dass sich der Remscheider am Ende als Teil eines Netzwerkes erweist, das sich über die Grenzen Remscheids erstreckt.

Sein jugendliches Opfer hatte der 32-Jährige über den Vater kennengelernt. Mit ihm verband den Remscheider eine lose Freundschaft. Laut Staatsanwaltschaft ahnte der Vater nichts von den Taten. Um dem Verdächtigen auf die Schliche zu kommen, hatten Kriminalbeamte Sonderschichten eingelegt und bis tief in die Nacht Chatverläufe sowie Bilder gesichtet.

32-Jährigem aus Remscheid drohen mindestens zwei Jahre Haft

Um Opfer sexueller Gewalt kümmert sich in Remscheid und weit darüber hinaus die Ärztliche Kinderschutzambulanz mit Sitz an der Burger Straße. Welche Spuren die Erlebnisse bei Kindern und Jugendlichen hinterlassen, sei schwer vorauszusagen, erklärt deren Leiterin Birgit Köppe-Gaisendrees. „Tatsächlich verarbeiten junge Menschen erlebte sexuelle Gewalt höchst unterschiedlich“, sagt sie. Die einen erleiden ein dauerhaftes Trauma, das sie ihr ganzes Leben begleitet. „Auf der anderen Seite erleben wir Fälle, in denen selbst schwere Formen sexueller Gewalt gut verarbeitet werden können.“

Dem in U-Haft sitzenden Tatverdächtigen drohen derweil mindestens zwei Jahre Haft. Als Höchststrafe sieht das Gesetz 15 Jahre Freiheitsentzug vor. Das Strafmaß hängt auch von den Dimensionen ab, die der Fall noch annehmen könnte. Allerdings war der Beschuldigte bis zu seiner Festnahme strafrechtlich nicht wegen Sexualtaten in Erscheinung getreten.

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