Im Kinderhaus lebt Maria Montessori weiter

Einrichtungsleiterin Marelina Colella schaut Lilli (4) beim Spielen mit dem Montessori-Material zu. Die Kinder dürfen in der Kita an der Ronsdorfer Straße frei entscheiden, was sie tun möchten. Foto: Doro Siewert
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Einrichtungsleiterin Marelina Colella schaut Lilli (4) beim Spielen mit dem Montessori-Material zu. Die Kinder dürfen in der Kita an der Ronsdorfer Straße frei entscheiden, was sie tun möchten. Foto: Doro Siewert

Am 31. August wäre die Pädagogin und Ärztin 150 Jahre alt geworden – Auch heute noch wird ihr Leitgedanke umgesetzt

Von Melissa Wienzek

Zeig mir, wie es geht, aber lass mich meinen Weg selbst gehen – dieser Leitgedanke Maria Montessoris ist auch nach 150 Jahren immer noch aktuell. Am 31. August 1870 wurde die Ärztin und Pädagogin in Italien geboren. Am kommenden Montag wäre sie also 150 Jahre alt geworden. Kitas und Schulen in der ganzen Welt feiern dann die Begründerin der gleichnamigen Pädagogik.

So auch das Montessori-Kinderhaus „MoKi“ an der Ronsdorfer Straße in Remscheid. Zwar wird es hier wegen Corona dieses Jahr keine große Sause geben, aber in der Kindertagesstätte wird der Gedanke ohnehin jeden Tag aufs Neue gefeiert. „Hilf mir, es selbst zu tun, aber mute mir auch meine Fehler zu, weil ich daraus lernen kann“, zitiert Einrichtungsleiterin Marelina Colella aus dem Leitfaden Maria Montessoris. Sie ist selbst gebürtige Italienerin – und vollkommen überzeugt vom Konzept, das in Italien viel mehr verbreitet ist als in Deutschland. „Ich sehe, dass sich die Kinder dabei sehr wohlfühlen und sehr selbstständig sind.“

Denn im „MoKi“ können die Zwei- bis Sechsjährigen selbst entscheiden, was sie gern tun möchten: kochen in der Kinderküche, sägen an der Werkbank oder Planeten erforschen? Dafür gibt es drei Gruppen: „Lönneberga“, „Lummerland“ und „Bullerbü“ mit verschiedenen Schwerpunkten. „Auch wenn die Kinder ihre Wünsche frei formulieren können, heißt es nicht, dass sie ohne Regeln wären“, erklärt Colella. Aber man vertraue auf den „inneren Bauplan“ der Kinder. Sie kennten ihren Weg.

Natürlich gebe es auch Rituale wie in jedem anderen Kindergarten auch. Zum Beispiel das gemeinsame Obstschnibbeln am Morgen. Natürlich unter den wachsamen Augen der Erzieher. Eine gesunde Ernährung der Kinder ist dem Team ohnehin ein wichtiges Anliegen. Frühstück und Mittagessen werden in der hauseigenen Küche täglich frisch zubereitet. Alle Mahlzeiten sind zudem Bio-Vollwertkost.

„Das Leben anzuregen und es sich dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.“

Maria Montessori

Zudem werden im Kita-eigenen Garten verschiedene Gemüsesorten angepflanzt, gemeinsam gegossen, geerntet und natürlich auch verspeist. Die 2000-Quadratmeter-Außenspielgelände samt eigenem Waldstück bietet den Kindern viel Platz zum Spielen und Erkunden. Natürlich gibt es auch einen Sandkasten, Schaukeln, eine Rutsche und ein „Baumhaus. Und: zwei Hasen. Die Hoppelmänner werden von Eltern und Kindern gepflegt. Denn „MoKi“ ist eine Elterninitiative. Highlight ist ein Steinofen, in dem die Kinder zusammen mit den Erziehern Brot, Pizza und Teigtaschen backen können.

Auch innen gibt es viel zu erleben. Die einzelnen Gruppen haben Nebenräume mit spannenden Spiel- und Lernmöglichkeiten. Je nachdem, was die Kinder gerade tun möchten, können sie zwischen den Gruppen wechseln. Dafür steht spezielles Montessori-Material bereit, das die Kinder auch selbstständig erreichen können. Hier ist nichts in hohen Regal verstaut, sondern in kindlicher Brusthöhe. Da gibt es Perlen, Maßstäbe aus Holz oder Zahlenreihen. Das von Maria Montessori vor über einem Jahrhundert entwickelte Material soll die Sinne der Kinder fördern „Aber auch Bewegung macht unseren Kindergarten aus“, erklärt Colella. Dafür gibt es schließlich genügend Platz.

Kontakt: Tel. (0 21 91) 94 95 70;

moki-ronsdorferstrasse.de

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