Familienkonzert der Bergischen Symphoniker

Kinder fliegen mit Musik und Nils Holgersson

Was die Bergischen Symphoniker beim Familienkonzert rund um Nils Holgersson leisteten, war märchenhaft und ließ die kleinen und großen Gäste in ihre Fantasiewelt flüchten.
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Was die Bergischen Symphoniker beim Familienkonzert rund um Nils Holgersson leisteten, war märchenhaft und ließ die kleinen und großen Gäste in ihre Fantasiewelt flüchten.

Im Teo Otto Theater konnte die ganze Familie eine Abenteuerreise erleben.

Von Sabine Naber

„Habt ihr Lust auf eine Abenteuerreise?“ Das wollte Ralph Erdenberger am Sonntagnachmittag von den großen und kleinen Gästen im Saal des Teo Otto Theaters wissen. Und nachdem ihm ein unüberhörbares „Ja“ entgegenschallte, verriet er: „Wir fliegen heute bis nach Schweden und haben ein fantastisches Fortbewegungsmittel – die Musik.“ Als der Erzähler dann noch verkündete, dass die Flugzeit eine Stunde dauert, da fragte eine kleine Zuschauerin erstaunt: „Echt - eine Stunde?“ Antwort: „Ja, ohne Zwischenlandung“, bestätigte Erdenberger mit einem Augenzwinkern.

Erzähler liest aus 80 Jahre alter Ausgabe

Selma Lagerlöfs berühmte Geschichte von „Nils Holgerssons wunderbarer Reise durch Schweden“ hat Andreas N. Tarkmann in seinem Orchestermärchen vertont. Die Bergischen Symphoniker verstanden es in diesem Familienkonzert perfekt, das Märchen durch traumhaft schöne Musik zu erzählen. Und Erdenberger las aus seiner eigenen, 80 Jahre alten Ausgabe, aus der ihm seine Mutter schon vorgelesen hatte, wunderbar anschaulich. Dabei ließ er Nils und jedes der vielen verschiedenen Tiere – es gibt einen bösen Fuchs, die Gänse Akka und Martin sowie einen Adler – in einer jeweils passenden Stimme und der entsprechenden Gestik und Mimik so lebendig erscheinen, dass es im Theatersaal mucksmäuschenstill wurde. „Es war einmal ein schwedischer Junge, der hieß Nils. Streiche machen ist seine Lieblingsbeschäftigung, wenn er nicht gerade auf seiner Holzflöte spielt“, begann die Geschichte.

Und die Musikerinnen und Musiker – am Pult stand der junge Dirigent Clemens Mohr – machten vor, wie das bei Nils wohl geklungen haben könnte. Und auch die Ohrfeigen, die der Wichtel Nils versetzte, weil der ihn nicht wie versprochen wieder frei lässt, setzte das Orchester eindrucksvoll in Musik um. Der Kobold verzauberte Nils, der nicht nur mit ihm, sondern seine Späße auch gerne mit Tieren treibt, zur Strafe in einen Wichtel. „Schaut euch Nils den Däumling an“, zwitscherten die Spatzen auf dem Hof. Sanft und leicht erklang die Musik, als Erdenberger erzählte, dass das Wetter wunderbar war, als die Wildgänse kamen, denen sich die Hausgans Martin anschließen wollte. Als Nils seine Arme um den Hals des Gänserichs schlang, um ihn davon abzuhalten, hob er mit Martin zusammen ab.

Auf seinem Rücken begann Nils große Reise. Plötzlich verstand er die Sprache der Tiere und verteidigte sie. Beispielsweise, als der listige Fuchs Smirre Martin am Flügel packte und ihn wegzerrte. Nils rannte ihm über das Eis nach. Wie ungleich und gefährlich dieser Kampf war, das machten die Symphoniker mit dramatisch klingenden Tönen deutlich. Auch den Zauber, das Beschwingte beim Tanz der Kraniche oder auch die Angst der Wildgänse im Sturm, als sie sich in ihrer Not auf den Wellen niederlassen mussten, vermittelte die Musik glänzend.

Symphoniker lassen das Publikum weiterträumen

Spannend wurde es, als die Leitgans Akka Nils bat, einen Adler, den sie als Baby aufgezogen hatte, aus seinem Käfig zu befreien. Nacht um Nacht kratzt Nils mit einer Feile an den Netzen aus Stahl – selbst so ein Geräusch kann ein Symphonieorchester in Klänge umsetzen – bis der Adler befreit ist und sich majestätisch in den blauen Himmel aufschwingt. Weil der freche Nils als Däumling so viel Mitgefühl mit den Tieren entwickelt hatte, wurde aus ihm wieder ein Mensch. Und weil große und kleine Gäste gar nicht mehr aufhören wollten zu applaudieren, befand der Erzähler: „Dann fliegen wir eben noch mal.“ Die Musiker griffen nach ihren Instrumenten und ließen das Publikum noch einen Moment weiterträumen.

Teo Otto Theater

Am Mittwoch, 26. Oktober, 19.30 Uhr lädt das Teo Otto Theater zu „Blue Infinito“ ein. Die Zuschauer erwartet eine Symbiose von Trugbildern, einzigartigen Lichttechnologien und bewegenden Körpern in der Unterwasserwelt, wirbt der Veranstalter.

Lesen Sie auch: Fackelwanderung für Familien

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