Aktion

Kinder erkunden die Welt der Orgel

Regionalkantor Dieter Leibold zeigt den Kindern die Kirchenorgel.
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Regionalkantor Dieter Leibold zeigt den Kindern die Kirchenorgel.

Ferienaktion in der Kirche St. Suitbertus.

Von Peter Klohs

Remscheid. In normalen Jahren, wenn keine Corona-Pandemie das Leben erschwert, findet der Orgelclub traditionell in der Schulzeit statt, erklärt der Kreiskantor der katholischen Kirche St. Suitbertus an der Papenberger Straße am Samstagmorgen. Er wartet auf die Kinder, die sich zum Ferien-Orgelclub angemeldet haben, zwei Jungen aus der Ukraine sind auch dabei.

Der Orgelclub hat, wie so vieles im Bereich der Kultur, zwei Jahre nicht stattfinden können. Er soll Kinder und Jugendliche an das große Instrument, seine Klangmöglichkeiten und an Musik im Allgemeinen heranführen. „Und weil zuletzt nicht so viel stattfinden konnte, haben wir unser Angebot ausgedehnt und diesen Ferien-Orgelclub ins Leben gerufen“, erzählt der Kirchenmusiker. „Es ist ein niederschwelliges Angebot für jedes Kind.“

Im ersten Teil der zweistündigen Veranstaltung wird Dieter Leibold mit den Kindern die enge Wendeltreppe hinauf zur Orgel gehen, die Funktionsweise des Instruments erklären und die Kids vielleicht ein paar Töne spielen lassen. Danach werden die Kinder im unmittelbar benachbarten Gemeindehaus versuchen, eine kleine Orgelpfeife selbst zu basteln. „Aber das ist nur das Grundkonzept“, erläutert Leibold. „Der Orgelclub lebt davon, was die Kinder machen wollen. Da bin ich sehr flexibel.“

Am Ende sind zwei Mädchen gekommen: Lea und Olivia. Also erst einmal zur Orgel, wo der Kantor erklärt, dass das Instrument in St. Suitbertus über rund 2000 Pfeifen verfügt, die Orgel in diesem Jahr 60. Geburtstag feiert und für das Spielen Talent zwar dazugehört, aber bei Weitem nicht das Wichtigste ist. „Das meiste ist harte Arbeit“, weiß er. „Talent kann wichtig werden, wenn es in die Spitze geht. Wie beim Fußball: Viele spielen in der Bezirksliga, in der Bundesliga nur wenige. Dahin kommt man dann nicht ohne Talent.“

Die höchsten und die tiefsten Töne der Orgel werden vorgeführt, und man kann sie eher fühlen als hören. Die kleinste aller Orgelpfeifen wird kurz gezeigt, ein Daumennagel ist größer. Die größte der Pfeifen, ein Ungetüm von beinahe fünf Metern Größe, wird bestaunt, beide Mädchen dürfen auf der Orgelbank Platz nehmen und versuchen sich an einer eigenwilligen Version von „Jingle Bells“.

Anschließend geht es ins Gemeindehaus, wo Dieter Leibold die Einzelteile der zu bastelnden Orgelpfeifen bereits sortiert hat, den Kindern erklärt, aus welchen Einzelteilen die Pfeifen wie zusammengesetzt werden und was ein Pfeifenkern ist. „Man muss schon ein wenig filigran mit den Fingern arbeiten können“, findet der Kantor, der es vorher selbst ausprobiert hat. Aber mit Hilfe von etwas Leim und etwas Beistand hier und dort gelingt es ziemlich gut: Olivia pfeift auf ihrer Fis-Pfeife als sei es eine Flöte, Lea hat ein größeres Exemplar gefertigt.

Es wird klar, dass die Kinder lieber wieder an die Orgel wollen, um weitere Töne spielen zu können. Dieter Leibold fügt sich und geht mit Lea und Olivia wieder in die Kirche zum Instrument. „Nicht nur die Orgel wird in diesem Jahr 60 Jahre alt, sondern auch unser Chef, Stadtdechant Thomas Kaster“, weiß Dieter Leibold. „Vielleicht sollte ich zu Ehren der beiden ein Orgelkonzert spielen“, überlegt der Kirchenmusiker mit Blick auf den doppelten Jubeltag.

Vorschau

Auch am Samstag, 6. August, wird von 10.30 Uhr bis ca. 12.30 Uhr der Ferien-Orgelclub für alle zwischen 8 und 12 Jahren in St. Suitbertus stattfinden. Regionalkantor Dieter Leibold weist darauf hin, dass Begleitpersonen für die Kinder willkommen sind. Anmeldungen erbittet er unter, Tel. (0 21 91) 4 64 95 11 oder orgelclub@suitbertus-remscheid.de

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