Wahrzeichen

Kein Strom: „Blauer Mond“ bleibt dunkel

Der „Blaue Mond“ ist ein stadtbildprägendes Industriedenkmal. Nach der Beleuchtungsparty bleibt er aber erst mal dunkel.
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Der „Blaue Mond“ ist ein stadtbildprägendes Industriedenkmal. Nach der Beleuchtungsparty bleibt er aber erst mal dunkel.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Nach dem Fest am Sonntag sind die Aktiven nun auf der Suche nach einer stabilen Stromleitung.

Remscheid. Nach der großen Beleuchtungsparty mit geschätzten 250 Gästen am Sonntag bleibt der gerade erst angeknipste „Blaue Mond“ nun erst einmal dunkel. Das Problem: Es gibt keine stabile Stromversorgung. Darüber sind die Aktiven um Bernd Schützenberg natürlich not amused. „Ich habe bereits vor einem Jahr gesagt, dass man die Stromversorgung prüfen sollte“, erklärt er im RGA-Gespräch. Für die Illuminationsfeier samt Oberbürgermeister, Aldi-Vertreterin und Mannesmännern letzten Sonntag habe man lediglich über eine Kabeltrommel Strom vom Aldi-Markt angezapft. Ihn sponserte der Discounter, mit dem man mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis pflege. Doch das galt nur für die Feier, bei der man zeigen wollte: Das Mannesmann-Denkmal, ein Symbol für die starke Industriegeschichte Remscheids, sitzt nach sieben Jahren wieder da, wo es hingehört: auf dem Turm. Und die LED-Leuchttechnik des Remscheider „Illuminators“ Martin Gerhardts, für die die Remscheider rund 37 000 Euro gespendet haben, funktioniert auch.

Jetzt heißt es für die Interessengemeinschaft und den Förderverein MannesmannHaus: Strom suchen. „Das ist jetzt unsere größte Sorge“, sagt der Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Horst A. Wessel. Erst Montag habe sich herausgestellt, dass es eine alte Stromleitung zum ehemaligen Tennisplatz neben dem Aldi-Markt gebe. „Wir prüfen zurzeit, ob wir diese Verbindung nutzen können. Das wäre das Einfachste.“ Laut Bernd Schützeberg gibt es einen Stromkasten an der zweiten Aldi-Einfahrt Burger Straße. Künftig sollte der „Mond“ dann auf jeden Fall einen eigenen Stromzähler und eine Zeitschaltuhr samt Dämmerungsschalter erhalten. Man wolle nun in Gespräche mit Baudezernent Peter Heinze und Sven Wolf (SPD), Vorsitzender des EWR-Aufsichtsrats, einsteigen.

In den sozialen Netzwerken schlagen indes die Wellen hoch. Die einen wünschen sich, dass der „Blaue Mond“ künftig lange in der Nacht leuchtet, die anderen finden, in der aktuellen Energiekrise geht das gar nicht. Prof. Dr. Horst A. Wessel klärt auf: „Die Zeiten sind aktuell noch gar nicht geregelt.“ Im Winter, wenn es früher dunkel werde, werde das große „MW“ sicher früher leuchten als im Sommer. Auch ein stundenweises Anschalten abends und morgens wäre denkbar. Der Stromverbrauch hingegen sei dank der modernen LED-Lichtschläuche enorm niedrig: eine Kilowattstunde, wenn der „Blaue Mond“ die ganze Nacht über leuchtet, betont Wessel. Also gerade mal 38 Cent, wenn man den Grundversorgertarif der EWR heranzieht. Die Stromkosten übernimmt ein Spender, der nicht genannt werden möchte.

Jetzt, da bundesweit darüber diskutiert wird, ob Denkmäler und Gebäude nachts dunkel bleiben, will sich auch der Förderverein am Stromsparen beteiligen - das stadtbildprägende Denkmal, das bis nach Solingen sichtbar ist, könnte also künftig nur stundenweise leuchten. „Wir alle wissen, dass das nun notwendig ist“, betont Prof. Dr. Horst A. Wessel.

Lesen Sie dazu auch: Laternen sollen nicht überall ausgeschaltet werden

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