Kein Meistertitel, sondern eher ein Auftrag

Christoph Sykulski (l.) überreichte Urkunde und Schild an Vertreter der Schule. Foto: Doro Siewert
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Christoph Sykulski (l.) überreichte Urkunde und Schild an Vertreter der Schule.

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium ist „Schule ohne Rassismus“

Von Sven Schlikowey

Das Remscheider Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) hat den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekommen. Damit gehört das Gymnasium an der Elberfelder Straße zu einem Netzwerk von mehr als 1000 Schulen in NRW und rund 3500 bundesweit. Bei einer Feierstunde am Donnerstag wurden Urkunde und Schild überreicht.

Und zwar völlig verdient, wie Schulleiter Rainer Schulz in seiner kurzen Ansprache sagte. Er erinnerte unter anderem an die ausgeprägte Erinnerungskultur an der Schule, deren Geschichts-AG maßgeblich an der Entstehung der Gedenkstätte Pferdestall beteiligt war. „Ich bin stolz auf diese Schule und darauf, wie hier miteinander umgegangen wird“, gab der Schulleiter zu. „Und ich hoffe, dass es so bleibt.“

Denn darum gehe es eigentlich bei der Auszeichnung, wie Christoph Sykulski vom Kommunalen Integrationszentrum als regionaler Koordinator des Projekts „Schule ohne Rassismus“ betonte: Dieser Titel sei nicht wie ein Meistertitel beim Fußball. „Das ist eher wie die Zulassung zur Meisterschaft.“ Denn die Auszeichnung bedeute nicht, dass es keinen Rassismus an der Schule gebe, sondern dass man bereit sei, ihn zu bekämpfen. Und das Schild an der Tür soll jeden Schüler jeden Tag daran erinnern.

Um in das Netzwerk aufgenommen zu werden, müssen mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrkräfte und andere Beschäftigte einer Schule eine Selbstverpflichtung abgeben, gegen Diskriminierung einzustehen. Organisiert hatte das im Fall des EMA insbesondere die Schülervertretung um Schülersprecherin Seyda Sahan. Inklusive der Feierstunde, die von ihren Stellvertretern Noemi Tomasulo und Oskar Seifert moderiert und per Livestream aus der Aula in die Klassenräume übertragen wurde.

Und bei der natürlich auch der Name des Gymnasiums eine Rolle spielte. Dass seine ehemalige Schule den Titel erhalte, passe, sagte zum Beispiel der Landtagsabgeordnete Sven Wolf: „Was aber nicht passt, ist der Name.“ Arndt als Autor nationalistischer und antisemitischer Schriften könne nicht der Namensgeber einer Schule sein, betonte Wolf – und sagte Schülern und Kollegium seine Unterstützung bei der angestrebten Namensänderung zu.

Sven Wolf ist einer von zwei Paten des EMA als „Schule ohne Rassismus“. Der andere, der Schauspieler Jonas Dassler, ebenfalls ehemaliger EMA-Schüler, meldete sich mit einer sehr persönlichen Videobotschaft aus Berlin. Der Kampf gegen Rassismus beginne immer bei sich selbst, gab er den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. „Rassismus ist ein Problem. Und diesem Problem werden wir immer noch nicht gerecht.“

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