Serie: Meine erste Platte

Oma kaufte ihm jeden Freitag eine Single

Patrick „Wildmix“ Mark mit seinem Hund Kurt. Der 44-Jährige hat heute 4000 LPs und ungezählte Singles in seinen Regalen stehen. Als DJ legt er regelmäßig in Köln auf. Foto: Uwe Rapp
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Patrick „Wildmix“ Mark mit seinem Hund Kurt. Der 44-Jährige hat heute 4000 LPs und ungezählte Singles in seinen Regalen stehen. Als DJ legt er regelmäßig in Köln auf. Foto: Uwe Rapp

Patrick „Wildmix“ Mark interessierte sich schon als Sechsjähriger für Musik.

Von Uwe Rapp

„Meine erste Single, die ich mir gekauft habe, war von Cock Robin ‘The promise you made’. Da war ich sechs Jahre alt“, erzählt Patrick „Wildmix“ Mark (44), bei dem ich heute zu Besuch bin. Mittlerweile ist er stolzer Besitzer von 4000 LPs und unzähligen Singles. Wir sitzen im Wohnzimmer umringt von Schallplatten, und Kurt, ein sechs Monate alter Vizsla-Rüde, bringt mir ständig seine Gummiente. „Ich bin jeden Freitag mit meiner Oma in Wermelskirchen ins Kaufhaus Nickel und habe eine Single bekommen. Irgendwie habe ich mich schon als Kind für Musik interessiert. Mit Neun habe ich Bronski Beat, Soft Cell, Visage und jede Menge 80er-Songs aus den britischen Charts gehabt. Nennt man wohl Frühentwicklung“, sagt Patrick. Fußball und Skateboard fahren waren seine weiteren Leidenschaften, wobei er als Fußballer beim SV Wermelskirchen 09 gar nicht mal so schlecht war.

„Meine erste LP habe ich mir gekauft, da muss ich zehn Jahre alt gewesen sein. Das waren die Abstürzenden Brieftauben ‘Der Letzte macht die Tür zu’.“ Die er dann auch aus dem Plattenregal zieht. „Die musste ich allerdings nachkaufen, weil ich die alte so oft gespielt habe. Das ging gar nicht mehr“, erzählt der 44-Jährige. Die Toten Hosen, Die Ärzte, aber auch U2 fanden den Weg in Patricks Sammlung. Jede Mark, jeden Euro legte Patrick in Vinyl an. Mit 14 fing er schon an, mit seinen Platten im „Jugendheim“ aufzulegen, und das macht er bis heute.

„Ende der 80er änderte sich bei mir auch der Musikgeschmack, und ich hörte zum Beispiel von Hüsker Dü ‘New day rising’ oder Pixies ‘Surfer rosa’, ‘Doolittle’ oder Dead Can Dance ‘Aion’, aber auch Punk Rock und Ska, Reggae. Im Prinzip kaufte ich mir alles, was mir gefiel“, überlegt Patrick.

Ende 1990 eröffnete das AJZ Bahndamm in Wermeskirchen. Patrick Mark war von Anfang an als DJ mit dabei und etablierte sich mit seiner Wildmix-Partyreihe. „Das war schon eine wilde Zeit im AJZ, viele Partys und vor allem gute Livemusik. Am 1. Januar 1991 spielten Green Day im AJZ, die gerade am Anfang ihrer Karriere waren. Die Partyreihe und Livemusik gibt es bis heute noch und ist aus Wermelskirchen nicht wegzudenken.“

Mitte der 90er hatte Patrick dann seine elektronische Phase mit Bands wie Tricky, Portishead, Moloko, Daft Punk. „Ich habe mich eigentlich immer schon für Beat, Garage oder Northern Soul interessiert, und da liegt mittlerweile mein Schwerpunkt. Hauptsächlich kaufe ich fast nur noch Singles. Die nehmen auch weniger Platz ein“, erklärt mir Patrick.

Sein Sammelschwerpunkt liegt jetzt eigentlich fast nur noch im Northern Soul, der sich Ende der 1960er Jahre entwickelte. Hauptsächlich wurden Singles in geringen Stückzahlen produziert und mit Unbekannten Künstlern.

„Ich lege nur Singles auf und bringe die Leute zum Tanzen.“ Patrick „Wildmix“ Mark über sein Engagement als DJ im Sonic Ballroom in Köln

Auf Flohmärkten und Schallplattenbörsen ist Patrick ständig unterwegs, um an gute und seltene Singles zu gelangen. „Das ist auf jeden Fall ein teures Hobby. Da muss man schon für eine Single 20 bis 30 Euro bezahlen. Meine teuerste Single ist von Charles Sheffield ‘It‘s your voodoo working’. Dafür muss man schon 800 Euro hinlegen. So ist das nun mal mit uns Vinyljunkies“, erklärt Patrick.

Mittlerweile hat Patrick als DJ einen Namen und legt zum Beispiel im Sonic Ballroom in Köln auf. „Ich lege nur Singles auf und bringe die Leute zum Tanzen.“

Zum Abschluss noch zwei Tipps von Patrick. Die Single von Barry White and the Atlantics ‘Tracy’, und eine LP, die man unbedingt haben sollte: Bruce Springsteens „Greetings from Asbury Park, N.J.“.

Gastautor

Wer in Remscheid seine erste Schallplatte erstanden hat, der hat das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Uwe Rapp getan. Der 65-Jährige verkaufte einst Musik im legendären Plattenladen Zack-Zack. Heute legt er als Kult-DJ auf Partys auf. Für unsere RGA-Serie „Meine erste Platte“ haben wir Uwe Rapp als Gastautor gewonnen. Er unterhält sich mit Remscheidern über ihre erste Platte.

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