Tradition

Karnevalstütchen für alle 1100 Honsberger Haushalte

Die Honsberger Karnevalstüte wurde vom Neuen Lindenhof aus an alle Haushalte in dem Stadtteil verteilt. Hier waren Ralf Noll und Ute Friedrich-Zielasmit dem Bollerwagen auf der Siemensstraße unterwegs. Foto: Doro Siewert
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Die Honsberger Karnevalstüte wurde vom Neuen Lindenhof aus an alle Haushalte in dem Stadtteil verteilt. Hier waren Ralf Noll und Ute Friedrich-Zielasmit dem Bollerwagen auf der Siemensstraße unterwegs.

Gestern verteilte das Team um Ralf Noll vom Neuen Lindenhof kleine Überraschungen.

Von Sabine Naber

Eigentlich hätte es am Montagnachmittag den traditionellen Honsberger Kinderkarneval mit Rosenmontagsumzug durch den Stadtteil gegeben. Wie auf so vieles andere musste in Corona-Zeiten auch darauf verzichtet werden. Aber wenn „dr Zooch nit kütt“, dann soll wenigstens die Honsberger Karnevalstüte kommen, war man sich im Team um Ralf Noll vom Stadtteilverein im Neuen Lindenhof schnell einig.

„Hauptsache wir bleiben auch in dieser Zeit in Kontakt.“

Ute Friedrich-Zielas

„Unsere Arbeit im Neuen Lindenhof lebt ja vor allem durch den persönlichen Kontakt mit den Bewohnern. Wir wollten deshalb trotz des Lockdowns mit all seinen Abstandsregeln und Auflagen ein Signal senden. Denn feiern, sich nah sein, darauf müssen wir ja leider noch verzichten“, nennt Ralf Noll den Grund für die Aktion, die gestern Vormittag startete.

Neben Noll und Ute Friedrich-Zielas waren auch noch weitere Mitarbeitende und ehrenamtliche Helfer im Einsatz, denn es sollten schließlich alle 1100 Haushalte auf dem Honsberg versorgt werden. Auf dem Holz-Bollerwagen lag der erste Schwung der Papiertüten. War das Wägelchen leer, sorgte Hausmeister Torsten Weber für Nachschub. Gefüllt waren die kleinen Tüten mit Luftschlangen, Spielen, einem Rätsel und natürlich mit Kamelle.

Mit roter Pappnase, rot-weiß geringelten T-Shirt und blauem Hütchen hatte sich Noll ausstaffiert, nicht weniger farbenfroh Friedrich-Zielas. Neben ihrer runden Pappnase waren auch die signalrote Baskenmütze und die schlockernde Hose nicht zu übersehen. Sie hatte sich am Wochenende jede Menge Karnevalslieder auf ihr Handy gepackt, so dass in der nahezu menschenleeren Straße Lieder, beispielsweise der Kölner Kultband Köbes Underground, zu hören waren. Auch zog hier „Die Karawane“ wenigstens musikalisch weiter, und der Eiermann klingelte munter vor sich hin.

Konnten die Briefkästen von außen nicht bestückt werden, wurde an den Haustüren geklingelt. „Hallo, wir sind vom Lindenhof und bringen die Karnevalstüte“, wurde den Bewohnern gut gelaunt zugerufen. Und die freuten sich über die Überraschung. „Hauptsache wir bleiben auch in dieser Zeit in Kontakt miteinander. Sonst sind wir ja immer sehr aktiv hier im Stadtteil unterwegs. Aber jetzt weiß ich noch nicht einmal, ob ein Osterfeuer möglich sein wird“, fasst es Ute Friedrich-Zielas zusammen.

„Im vergangenen Jahr sind wir ja schon mit solchen Aktionen gestartet. Da hatten wir einen Spender. Aber es findet sich auch so immer ein Weg, solche Sachen zu finanzieren“ zeigt sich Noll optimistisch. Im November war das Team schon mit einer „Martinstüte“ unterwegs. Da war die Kirchengemeinde mit im Boot. „Der Bäcker hatte dafür extra flache Weckmänner gebacken, damit die auch durch den Briefkastenschlitz durchrutschen konnten“, erinnert sich Noll lachend.

Den Anfang zu dieser im ersten Lockdown gestarteten Aktion machte die „Mutmacher-Tüte“. Damit wollte man den Honsbergern deutlich machen, dass die Mitarbeitenden – auch wenn der Lindenhof wegen Corona geschlossen bleiben musste – weiterhin für die Menschen da sein wollten. „In den Briefumschlägen lagen Fingerfadenspiele, und auf Youtube haben wir dann gezeigt, wie man das macht“, sagt Ute Friedrich-Zielas. Das habe sogar die Generationen zusammengebracht, denn viele Ältere wussten noch genau, wie es geht und haben es mit den Kindern und Enkeln gespielt. Auch die Idee, bei einer weiteren Tütchen-Aktion, Sonnenblumenkerne in die Umschläge zu legen, sei gut angekommen. „Wir haben uns später dann die Fotos mit den Sonnenblumen angucken können“, freute sich das Team über die gute Resonanz.

Neuer Lindenhof

Mit dem Neuen Lindenhof, dem Gemeinschaftshaus Honsberg, wurde eine interkulturelle, interreligiöse sowie generationenübergreifende Mittelpunkteinrichtung geschaffen. Alle im Stadtteil Honsberg ansässigen Religionsgemeinschaften, (Christen und Muslime) sowie Träger und Institutionen aus dem Stadtteil sind hier konzentriert, um ihre Angebote für den Ortsteil und darüber hinaus zu koordinieren und Synergieeffekte zu nutzen.

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