Konzert

Kantor nimmt Abschied mit Paukenschlag

Kantor Johannes Geßner verabschiedete sich am Sonntagabend mit der Uraufführung des Oratoriums „Noah“ von Lennep. An der Aufführung wirkten alle acht Chöre mit, die er geleitet hat. Seit Herbst 2019 wurde geprobt. Foto: Roland Keusch
+
Kantor Johannes Geßner verabschiedete sich am Sonntagabend mit der Uraufführung des Oratoriums „Noah“ von Lennep. An der Aufführung wirkten alle acht Chöre mit, die er geleitet hat. Seit Herbst 2019 wurde geprobt.

Johannes Geßner setzte mit der Uraufführung des Oratoriums „Noah“ einen unvergesslichen Schlusspunkt.

Von Sabine Naber

Mit der Uraufführung des Oratoriums „Noah“ von Dr. Christoph Kirchberg gelang es Kantor Johannes Geßner am Sonntagabend in der Lenneper Stadtkirche, einen unvergesslichen Schlusspunkt seiner Zeit in Lennep zu setzen. „Was wäre der Abschied eines Musikers ohne einen Schlussakkord“, hatte Geßner, der als Kirchenmusikdirektor nach Leer geht, schon im Vorfeld angekündigt, dass sein Abschiedsgeschenk an Lennep mit allen Chören, die er acht Jahre lang geleitet hatte, noch einmal ein musikalischer Hochgenuss werden würde.

Und so war es auch. Bravo-Rufe, langanhaltender Applaus, Standing Ovations am Ende der 90-minütigen Aufführung, die eigentlich schon für Januar 2021 geplant war. Seit Herbst 2019 hatte der Chor bereits dafür geprobt.

Auch der Komponist aus Diepholz war zur Uraufführung seines Werkes nach Lennep gereist. Zweieinhalb Jahre hat Kirchberg, von Beruf Arzt, als Hobby-Musiker mit professionellem Können an diesem opernartigen Musikwerk gearbeitet, das mit seinem religiösen Hintergrund sehr gut in die Kirche passt. Die Ouvertüre klingt wie eine Filmmusik, das Gesamtwerk erinnert an Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zur Musik gibt es die biblische Geschichte aus dem Alten Testament. Sie erzählt von Noah, der von Gott erwählt und vor einer großen Flut gewarnt wurde.

Außergewöhnliches Werk voller mitreißender Musik

Kirchberg hat sein Oratorium für Soli, Chor und Orchester geschrieben. Es besteht aus 32 Stücken. Beim Libretto bediente sich Kirchberg sowohl des Originaltextes aus der Bibel, wie auch querverweisender Bibelstellen und Gedichten von Paul Gerhardt. Ein außergewöhnliches Werk voller emotionaler, mitreißender Musik. Chor und Rezitativ, solistischer, instrumental begleiteter Sprechgesang, wechselten sich ab, donnernde Paukenschläge unterstreichen das Gesagte, wenn der Tenor (Hans Michael Sablotny) verkündet: „Da der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte.“ Man glaubte den peitschenden Regen, das Wogen der Wassermassen zu hören. Effekte, die in Zeiten von Klimawandel mit einhergehenden Flutkatastrophen eine besondere Dramatik mit sich bringen.

Großartig die knapp 30 Musikerinnen und Musiker der „Kammerphilharmonie Europa“, deren Kernkompetenz klassische Symphoniedarbietungen bildet. Man spürte die Dramatik, als Robin Liebwerth (Bariton) verkündete: „Und da sieben Tage vergangen waren, kam das Wasser der Sintflut auf Erden.“ Musik und Gesang brandete auf, als der Chor sang: „Deines Zornes Fluten sausen mit Gewalt auf mich daher.“ Mit ihrer virtuosen Stimme sang die Mezzosopranistin Hae Min Geßner die Arie vom Ende allen Lebens auf der Erde. Beschwingt klang es, als Steffanie Patzke, (Sopran) davon sang, dass Noah die Arche verlässt. Wie ein Gelöbnis hingegen als es bei Robin Liebwerth hieß: „Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen.“

Wunderbar melodisch und verheißend klingt es am Ende, als der stimmgewaltige Chor singt: „Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet; in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken.“ Nach der Aufführung bedankte sich Geßner bei Werner Rizzi, dem Leiter des Remscheider Vokalensembles und bei seinem Publikum: „Danke, dass sie heute alle da waren.“

Oratorium „Noah“

Das Oratorium „Noah“, das der Diepholzer Arzt und Musiker Dr. Christoph Kirchberg komponiert hat, ist am Sonntag unter der Leitung von Johannes Geßner zum ersten Mal von Chor, Orchester und Solisten umgesetzt worden. Mitgewirkt haben Sängerinnen und Sänger aus allen Chören der Lenneper Kirchengemeinde und des Remscheider Vokalensembles, die sich schon vor zwei Jahren zu einem Projektchor zusammengefunden haben, sowie Steffanie Patzke, Sopran – Hae Min Geßner, Mezzosopran – Hans Michael Slabotny, Tenor – Robin Liebwerth, Bariton – Kammerphilharmonie Europa.

Mehr Infos und Hörproben: christoph-kirchberg.com/noah-das-oratorium

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
So baut die Stadt Remscheid ihre Online-Dienstleistungen aus
So baut die Stadt Remscheid ihre Online-Dienstleistungen aus
So baut die Stadt Remscheid ihre Online-Dienstleistungen aus

Kommentare