Lutherkirche

Kantor Jörg Martin Kirschnereit gibt Abschiedskonzert

Kantor Jörg Martin Kirschnereit übernahm bei seinem Abschiedskonzert den Taktstock und führte die Bergischen Symphoniker. Foto: Roland Keusch
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Kantor Jörg Martin Kirschnereit übernahm bei seinem Abschiedskonzert den Taktstock und führte die Bergischen Symphoniker.

In der Lutherkirche erklangen Werke von Bach, Händel und Mendelssohn. 27 Jahre lang hat Jörg Martin Kirschnereit die musikalische Welt hier geprägt.

Von Peter Klohs

Alt-Remscheid. Der Kantor der evangelischen Auferstehungsgemeinde, Jörg Martin Kirschnereit, hat sich am Samstagabend mit einem großen Konzert in der Lutherkirche von seiner Gemeinde verabschiedet. Lange Zeit stand nicht fest, ob das geplante Konzert in diesen schwierigen Zeiten stattfinden kann, aber die Inzidenzzahlen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau sorgten dafür, dass sich der Kirchenmusiker – wenn auch unter strengen Bedingungen – standesgemäß verabschieden konnte.

Pfarrer Axel Mersmann betonte eben dieses in seiner kurzen Einführung. „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir dieses Konzert durchführen können“, sagte er und dankte Jörg Martin Kirschnereit, der 27 Jahre lang die musikalischen Geschicke in der Gemeinde stark mitgeprägt und geleitet hat.

Vier Solistinnen und Solisten ersetzten den Chor

Kirschnereit selbst, in festlichem Schwarz gewandet, hatte sich für sein letztes Konzert als Kantor drei große Namen der Musikgeschichte ausgesucht: Bach, Mendelssohn, Händel. Die Bergischen Symphoniker, hochmotiviert wie immer, und vier Solistinnen und Solisten als vollwertiger Ersatz des Chores, der aus nachvollziehbaren Gründen nicht singen durfte, machten das 80-minütige Konzert zu einem Erlebnis.

Kirchenmusiker Jörg Martin Kirschnereit dirigierte die Musiker unaufgeregt und sachlich; die große Geste ist ihm fremd. Seine Einsatzhinweise beschränkten sich auf das Notwendigste: hier ein Nicken, dort ein kurzer Blick. Ansonsten rhythmische Anweisungen mit den Händen.

Mit Bachs 2. Orchestersuite in h-moll, der reifsten Komposition innerhalb der vier großen Orchestersuiten, begann der musikalische Teil. Die gut zehnminütige Ouvertüre besticht durch eine Dreiteilung, wobei der hurtige Mittelabsatz den majestätischen Anfang und den Schlussteil aufs Feinste ergänzt, der im Dreiviertelrhythmus gehalten ist. Sechs kleinere Absätze schließen sich an, wobei vor allem das finale Badinerie beinahe fetzig daherkommt und die temperamentvollste Darbietung des musikalischen Abends bleiben sollte. Die Kantate „Ich will den Kreuzstab gern tragen“ schloss sich kongenial an. Heftiger und anhaltender Beifall brandete bereits jetzt, zur Hälfte des Programms, durch die Lutherkirche.

Die komplette 2. Symphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy aufzuführen, hätte sicher den Rahmen der Aufführung gesprengt, so dass sich der Kantor auf die zentralen Punkte der ausufernden Komposition konzentrierte.

Veronika Madler (Sopran), Heike Bader (Mezzosopran), Robert Reichinek (Tenor) und Stephan Storck (Bass) bekamen in den vier ausgewählten Partien reichlich Gelegenheit zu glänzen. Das Gesangsquartett ersetzte den leider nicht vorhandenen Chor hörbar mit viel Herzblut.

Den Abschluss bildeten drei Absätze aus Händels „Der Messias“, wobei das berühmte „Halleluja“ nicht fehlen durfte und der Abend mit einem wahrlich feierlichen „Amen“ endete.

„Inhaltlich hat durch das Wegfallen des Chores und das zusätzliche Engagement der Solisten das Programm eine ganz andere Richtung bekommen“, erklärte Jörg Martin Kirschnereit. „Aber ich bin überzeugt, dass es in der jetzigen Fassung nicht weniger ansprechend ist.“

Die Zuhörer in der unter Coronabedingungen ausnehmend gut besuchten Kirche spendeten minutenlang Applaus, erhielten jedoch keine Zugabe.

Zur Person

Jörg Martin Kirschnereit wurde 1955 in Dorsten geboren. Seit 1994 ist er Kantor der evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde. Seine vielfältigen musikalischen Betätigungsfelder gipfelten in regelmäßigen Orgelkonzerten, in denen er z.B. alle 10 Orgelsymphonien von Ch.-M. Widor darbot.

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