Landtagswahl NRW 2022

Wahlbaustein: Kandidaten vor Herausforderungen

Am 15. Mai können die Remscheider und Radevormwalder wieder einen Landtagskandidaten wählen.      Foto: Daniel Schäfer/dpa
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Am 15. Mai können die Remscheider und Radevormwalder wieder einen Landtagskandidaten wählen.  
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Bewerber um Landtagsmandat stellen ihre Positionen vor.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Menschen in Remscheid und Radevormwald haben am 15. Mai die Gelegenheit, zum zweiten Mal einen gemeinsamen Kandidaten in den NRW-Landtag zu wählen. Wer die meisten Erststimmen gewinnt, zieht ins Parlament ein. Die übrigen Bewerber müssen auf ein möglichst gutes NRW-Gesamtergebnis ihrer Partei hoffen, um über die jeweilige Liste einen Sitz zu ergattern.

Beim vierten und letzten Teil unserer Wahlbausteine, bei denen wir die Positionen der sechs Bewerber verdeutlichen, geht es um folgende Fragen: Vor welcher besonderen Herausforderung (die wichtigste) steht die bergische Region? Und wie wollen Sie diese Herausforderung meistern?

Der Erhalt der Wirtschaftskraft sei die zentrale Herausforderung, erklärt Jens Nettekoven (CDU). „Der industrielle Mittelstand und das Handwerk bilden das wirtschaftliche Rückgrat unserer bergischen Region.“ Deshalb gebe es zwei Aufgaben: „Das Klima schützen und gute Arbeitsplätze, Wohlstand und soziale Sicherheit erhalten“, erläutert Nettekoven seine Sichtweise. Die Energiewende gelinge nicht mit Verboten. „Wir vertrauen auf die Innovationskraft unserer bergischen Unternehmen.“

Landtagswahl 2022 in Remscheid: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

Sein Mitbewerber Sven Wolf (SPD) verweist auf eine Stärke der Menschen im Bergischen Land. „Sie zeigt sich, wenn wir kreative Köpfe zusammenstecken und gemeinsam anpacken.“ Einzigartige Lösungen und neue Entdeckungen entständen in der Region: „Auch beim Wandel unserer Wirtschaft. Ein Wandel, der Sicherheit braucht, um neue Arbeit zu schaffen.“ Es gelte nun, die Produktion in Unternehmen und Handwerk klimaneutral umzustellen. „Dafür werden wir einen Transformationsfonds des Landes für unsere Wirtschaft auflegen, davon werden auch wir vor Ort profitieren.“

Torben Clever (FDP) verweist darauf, dass Industrie und Handwerk im Bergischen Land in den nächsten Jahren vom Fachkräftemangel immer stärker betroffen sein werde. „Wir müssen daher dafür sorgen, dass zukünftig mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen.“ Dabei fordert er „eine effektivere Talentförderung an Schulen“. Die berufliche Ausbildung und die mittleren Schulabschlüsse müssten gestärkt werden und eine echte Gleichstellung von Masterabschluss und Meisterbrief erfolgen. „Außerdem bedarf es weiter einer Einwanderungspolitik, die diejenigen fördert, die sich integrieren und arbeiten wollen“, verdeutlicht Clever seine Position.
Alles zur Landtagswahl 2022

Der Kampf gegen den Klimawandel und der klimaneutrale Umbau der Wirtschaft ist aus Sicht von David Schichel (Bündnis90/Die Grünen) „zweifellos die größte Herausforderung“ für die Industrieregion. „Als Grüner will ich, dass wir Industrieregion bleiben und nicht nur zeigen, dass dieser Umbau gelingt, sondern auch, dass wir davon profitieren und Wohlstand erhalten.“ Um Know-how und technischen Fortschritt im Bergischen zu schaffen und zu halten, müsse auch die wachsende Gründer- und Start-up-Szene bei der Vernetzung mit der Wissenschaft und Industrie noch stärker unterstützt werden. Zudem bringt Schichel Branchenverträge ins Gespräch, die der Wirtschaft klare klimapolitische Ziele und Pflichten vorgeben, „aber auch die dazu notwendige staatliche Unterstützung festschreiben.“

Im Vordergrund steht für Peter Lange (Linke) insbesondere der „gewaltige Strukturwandel“ in Remscheid. „Große Industriebetriebe haben ihre Standorte aufgegeben, viele Menschen haben ihren Arbeitsplatz dort verloren.“ In Remscheid gebe es keine relevanten Flächen für eine Neuansiedlung von Industrie. „Diese Tatsache muss von der Politik angenommen werden, um auf den freigeworden Industriebrachen kleinere innovative Betriebe aus Handwerk, Dienstleistung und Bildung anzusiedeln. Zudem fordert Lange, passgenaue Qualifizierung der Mitarbeitenden und eine Einbeziehung der Gewerkschaften beim Wandel in der Wirtschaft.

Nicolai Marre (AfD) nimmt den Schienenverkehr in der Region in den Fokus, der jahrzehntelang vernachlässigt worden sei. „Viele Verbindungen wurden stillgelegt, viele Städte sind gar nicht mehr an das Schienennetz angebunden.“ Hier müsse gehandelt werden, um die bergische Region „wieder wirtschaftlich interessanter zu gestalten und den Menschen mehr Flexibilität in der Mobilität zu geben“.

Fünf von ihnen sind im Stadtrat

Die Landtagswahlen liefern auch ein Aufeinandertreffen von fünf Mitgliedern des Remscheider Rates: Sven Wolf (SPD) wirkt seit 1999 im Stadt-Parlament mit, wo er die Fraktion seit 2014 als Vorsitzender leitet. Seit 2009 hat der Fraktionschef der Grünen David Schichel einen Sitz im Rat, seit 2014 Jens Nettekoven (CDU). Torben Clever (FDP) und Peter Lange (Linke) sind seit 2020 im Stadt-Parlament aktiv. Der sechste Kandidat Nicolai Marre (AfD) lebt in Wipperfürth.

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