Bundestagswahl 2017

Kandidaten eröffnen den Straßenwahlkampf

Auf dem Wochenmarkt auf dem Theodor-Heusss-Platz war Cem Özdemir zusammen mit Bundestagskandidatin Ilka Brehmer unterwegs. Fotos: R. Keusch
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Auf dem Wochenmarkt auf dem Theodor-Heusss-Platz war Cem Özdemir zusammen mit Bundestagskandidatin Ilka Brehmer unterwegs.

Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir war in Remscheid zu Gast. Er fordert ein Zusammenrücken in Europa.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Souverän mischte sich Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen zur Bundestagswahl, am Samstagvormittag in Remscheid in den Markttrubel und bekam überall positives Echo. Ob Verkäufer oder Kunde: Der Stuttgarter erwies sich beim höflichen Flyer-Verteilen überall als Sympathieträger. Hier bekam er eine Sonnenblume überreicht, dort Nettigkeiten zu hören, zum Beispiel: „Ich bin zwar keine Grünen-Wählerin, aber was Sie sagen, kann ich nur unterstreichen“ oder „Das ist aber schön, dass ich Sie mal live sehe!“

Der Grüne war Gast des Kreisverbandes Remscheid und drehte mit Ilka Brehmer, der Direktkandidatin für Solingen Remscheid und Wuppertal, zunächst eine Runde durch die Budengassen. Und nahm sich Zeit für Gespräche. „Wenn Sie die Maßnahmen gegen den Klimawandel stringenter umgesetzt sehen wollen, müssen Sie uns ihre Stimme geben“, sagte er etwa. Auch für ein freundliches Händeschütteln mit den Polizeibeamten, die wegen seines Auftritts auf dem Platz Dienst taten, nahm er sich Zeit. „Das schlechte bergische Wetter wird eindeutig wettgemacht durch die Freundlichkeit der Menschen“, zog Özdemir danach ein Fazit, bevor er 30 Minuten lang im Schnell-Durchgang deutliche Worte für das fand, wofür er im Wahlkampf steht: für konsequente Bekämpfung von Fluchtursachen wie Hunger oder Verfolgung.

Janine Wissler besuchte den Linken- Kandidat Adrian Scheffels.

Eine sieht er im Klimawandel. „Große Landflächen verdorren und sind für den Anbau von Getreide oder zur Viehhaltung nicht mehr zu gebrauchen“, nannte Özdemir ein Beispiel. Aber auch die „gedankenlose, profitorientierte Ausbeutung“ der betroffenen Länder müsse aufhören. „In Deutschland geht seit Jahren der Fleischkonsum nach unten, die Produktion aber nach oben: Unsere Exporte mit Dumpingpreisen verdrängen dort eigene Produktionen.“ Das zu ändern gehe aber nur im engen Schulterschluss mit den europäischen Nachbarn. Für ihn sei ein starkes Europa der Schlüssel, um nachhaltig drängende Aufgaben zu erledigen – wie etwa die Terrorbekämpfung. „Wir brauchen europaweit eine digital funktionierende Vernetzung unserer Polizei und können uns nicht länger von technisch überlegenen fanatischen Gruppen vorführen lassen“, sagte Özdemir.

Özdemir fordert Ende von Waffenlieferungen

Außerdem müsse klar sein, dass keine Waffen mehr nach Saudi-Arabien geliefert werden dürften. „Dort liegt mit dem Wahhabismus die Keimzelle aller Terror-Gruppen, egal ob Al-Quaida, IS oder anderer“, sagte er nachdrücklich. Europa müsse zusammenrücken, um jeglichem fanatisch-intoleranten Gedankengut, das für schlimmste Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sei, die Stirn zu bieten.

Auch die Linken hatten an diesem Vormittag prominenten Besuch: Janine Wissler, eine der stellvertretenen Vorsitzenden der Partei schaute am Samstag vorbei.

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