Bundestagswahl

Kandidat Ingo Schäfer präsentiert sich bei einem Mix aus Comedy und Talk

„Der unglaubliche Heinz“ (links) befragte Ingo Schäfer. Foto: Keusch
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„Der unglaubliche Heinz“ (links) befragte Ingo Schäfer.

In Lennep läutete die SPD den Bundestagswahlkampf ein.

Von Sabine Naber

Ein etwas anderes Format hatte die SPD gewählt, um den Remscheidern ihren Bundestagskandidaten Ingo Schäfer vorzustellen, der bei der Wahl am 24. September die meisten Stimmen in den bergischen Großstädten erzielen und damit einen Platz im Bundestag erreichen will.

Unterhaltsam und spaßig, statt trocken und öde sollte es in der Welle in Lennep zugehen. Für den Mix aus Comedy und Politik sorgte der Komiker und Musiker Heinz Gröning, der sich den Künstlernamen „Der unglaubliche Heinz“ gegeben hat, unter der Überschrift „Mensch Ingo“. Das musikalische Rahmenprogramm bot der Solinger Shantychor mit Liedern wie „Heute an Bord, morgen geht‘s fort“ oder auch „Schön ist die Liebe am Hafen“.

Es war ein bunter Abend, der den Gästen am Freitag geboten wurde. Vor der Bühne ein Stehtisch mit zwei Barhockern, auf der Bühne der unglaubliche Heinz. Alle sollten mitsingen. Erst er, dann der Shantychor, dann das Publikum. „Ist total bescheuert, macht aber unglaublich Spaß“, befand der Künstler. Und versprach: „Ernste und lustige Sachen und eine schöne Unterhaltungsshow für euch.“

Im Interview schilderte Schäfer seine Arbeit bei der Berufsfeuerwehr in Solingen und sein Ehrenamt als Vorsitzender der Deutschen-Feuerwehr-Gewerkschaft. Auf Grönings Frage, was ihn denn bewegt habe, in die Politik zu gehen, outete sich Schäfer als Quereinsteiger: „Als mich Tim Kurzbach (heute Oberbürgermeister in Solingen) 2013 fragte, ob ich ihm bei der Wahl helfen würde, habe ich zugesagt. Es hat mir Spaß gemacht und ich bin in die SPD eingetreten.“

Zum Thema Bürgernähe verspricht er ein Wahlkreisbüro in Remscheid, Solingen und Wuppertal, will „Politik zum Anfassen“ machen.

Politiker stellte sich einem Bierdeckel-Verhör

Beim Bierdeckel-Verhör – Gröning las die Fragen vor, die die Gäste vorher auf Bierdeckel geschrieben hatten – ging es ein bisschen wie bei der Fernsehsendung „Inas Nacht“ in der Hamburger Hafenkneipe zu. Als seine Schwerpunkte benannte Schäfer die Themen Renten, Steuern, Kinderarmut, soziale Ungerechtigkeit und Kommunalfinanzen. Befristete Arbeitsverträge müssten abgeschafft werden, die Ehe für alle sei mehr als überfällig gewesen. Auf die Frage, ob die Bundeswehr mehr Geld brauche, antwortete der Bundestagskandidat: „Man muss sie so ausstatten, dass sie arbeiten kann.“ Wichtiger sei ihm aber, dass man sich finanziell wieder auf sein Rentnerdasein freuen könnte. Beim gerade diskutierten Dieselverbot plädierte er für eine Übergangszeit, bei der schulischen Rückführung zu G8 will er dafür sorgen, dass Fachleute ins Boot geholt werden. Die Vermögenssteuer bezeichnete er als zwingend notwendig. „Wie geht es Ihnen jetzt?“, wollte Gröning zum Schluss wissen. „Ich bin gestresst, aber glücklich“, versicherte Schäfer.

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