Die Woche von Axel Richter

Kampf gegen Corona: Wir brauchen wieder Disziplin 

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axel.richter@rga-online.de

In den zurückliegenden sieben Tagen haben sich in Remscheid 20 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert.

Bezogen auf 100 000 Einwohner ergibt das eine 7-Tage-Inzidenz von 17,64. Erst bei einem Wert von 50 gilt eine Stadt als Corona-Hotspot.

Davon ist Remscheid weit entfernt. Allerdings: Die Dunkelziffer kennt niemand. Keiner weiß, wie sich das Infektionsgeschehen jenseits der offiziellen Zahlen in Remscheid tatsächlich entwickelt hat. Für einen sorglosen Umgang mit Sars-CoV-2 besteht also nach wie vor kein Anlass.

Die Parolen auf sogenannten Hygienedemos sind und bleiben deshalb dummes Zeug, kolportiert von einer Mischpoke aus Alluhutträgern, rechten Hetzern und anderem schlechten Umgang, den es leider auch in Remscheid gibt.

Dennoch darf die jüngste Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen kritisch hinterfragt werden.

Am Montag erklärte NRW-Kultusministerin Yvonne Gebauer (FDP), dass die Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen nach der Rückkehr aus den Ferien auch im Unterricht eine Gesichtsmaske zu tragen haben. Das bedeutet, dass sie die Maske über Stunden nicht mehr vom Gesicht nehmen werden, denn auch in den Pausen muss sie aufbleiben. Aus der Elternschaft sind nachvollziehbar Zweifel zu hören: Kann es leistungsfördernd und gesund sein, wenn bei der aktuellen Wärme 30 Schüler mit Masken in ihrem Klassenzimmer sitzen und den Schutz auch auf dem Schulhof nicht abnehmen dürfen? Ist das überhaupt aus- und durchzuhalten?

Viele Fragen hinterließ in dieser Woche auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Der hatte am Mittwoch wissen lassen, die Diskussionen mit Masken-Muffeln leid zu sein. Wer ohne Maske im Bus oder in der Bahn sitzt, soll deshalb 150 Euro Bußgeld zahlen und an der nächsten Haltestelle aussteigen.

Wer dafür sorgen soll, sagte der Minister nicht. Die Stadt Remscheid winkte schon einmal ab. Das Ordnungsamt habe anderes zu tun, als Bus und Bahn zu fahren. Bleiben nur die Fahrer und Zugbegleiter. Aber natürlich werden auch die den Masken-Muffeln kein Bußgeld abnehmen. Ganz einfach, weil sie das nicht dürfen.

Sind die verschärften Regeln für Schulen und den Öffentlichen Nahverkehr also überflüssig? Nein, das sind sie nicht. Denn sie erinnern uns daran, dass wir gemeinsam in Verantwortung füreinander stehen. Wenn die Disziplin deshalb wieder zunimmt und die Zahl der Neuerkrankungen infolgedessen wieder abnimmt, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.

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