Kakerlaken, Raben und Pinguine erobern den Saal im Teo Otto Theater

Beim Karnevalskonzert der Symphoniker am Samstag im Teo Otto Theater hatte sich Katie Knees als Kakerlake verkleidet. Foto: Roland Keusch
+
Beim Karnevalskonzert der Symphoniker am Samstag im Teo Otto Theater hatte sich Katie Knees als Kakerlake verkleidet.

Die Bergischen Symphoniker gaben am Samstag ihr traditionelles Karnevalskonzert – 120 Besucher zog es zum jecken Treiben

Von Peter Klohs

ALT-REMSCHEID Landauf, landab wird der Karneval 2022, wenn überhaupt, auf Sparflamme gefeiert. Die Rosenmontagszüge sind abgesagt. Nicht aber das Karnevalskonzert der Bergischen Symphoniker, das am Samstag im Teo Otto Theater stattfand. Das Konzert war besonders für Kinder gedacht. „Unsere Kinder sind mit am schlechtesten durch die Pandemie gekommen und mussten sich am meisten zurücknehmen. Dieses Mal also: ein Karnevalskonzert extra für die Kinder“, sagte Manuela Scheuber vom Management.

Mehr als 120 Besucher hatten sich am Samstagnachmittag im Theater eingefunden. Viele, nicht nur Kinder, hatten sich verkleidet: Kapitäne gab es gleich im Dutzend, Indianer, Feen, Schmetterlinge, ein Fliegenpilz. Auch ein Teil der Orchestermusiker hatte Maske angelegt: Bei den Violinen sah man einen Raben, direkt dahinter einen Pinguin. Bei den Violen stach eine neongrüne Perücke hervor, Dirigent Michael Forster war mit einem blinkenden Hut auf die Bühne gekommen.

Die Musik, von Juri Tetzlaff und Andreas Tarkmann kunstvoll und humorvoll konzipiert, bediente sich großzügig an bekannten Werken wie Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ oder Tschaikowskys Nussknacker-Ballett, ohne allerdings eine eigene Handschrift zu verleugnen. Die Education-Beauftrage des Orchesters, Katie Knees, kam als Kakerlake verkleidet auf die Bühne und erzählte die abenteuerliche Geschichte einer Hühnerrettung, die in einer anderen Art eines Tierkarnevals eingebettet war.

Viele Tiere kamen in der gut einstündigen Aufführung in Erzählung und Tönen vor: Wölfe (in Schafspelzen), eine Nachtigall (Piccoloflöte) und ein Frosch (Fagott) sangen gemeinsam, ein Karpfen intonierte ein betörendes Lied, Hummeln summten (Rimsky-Korsakov), der Löwe erschien, Elefanten traten auf, passenderweise vom Kontrabass in Musik übersetzt, auf dessen Spitze ein Stoffelefant thronte, das Schildkrötenballett stampfte, Schleierschwänze tanzten.

Der abschließende Beifall war langanhaltend

Als der Kuckuck sang, „hatte das Erdferkel feuchte Augen“, erzählte Karoline Kakerlake. Viel Getier wuselte in der Geschichte durcheinander, und die als Schafe verkleideten Wölfe, die es auf die Hühner abgesehen hatten, kamen ihren mutmaßlichen Opfern immer näher. Humor und Spannung trafen sich kongenial, das Orchester musizierte unter dem leidenschaftlichen Dirigat von Michael Forster ohne Tadel, der abschließende Beifall war langanhaltend.

Vielleicht wäre eine Ansprache an die zahlreichen fantasievoll verkleideten kleinen Besucher im Sinne des „Konzerts für Kinder“ sehr willkommen gewesen. Die hatten jedenfalls Spaß: In ihren Kostümen wippten sie auf den roten Stühlen mit. Am Samstag spielen die Symphoniker das Konzert dann in Solingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Pkw-Fahrer erfasst Radfahrer-Gruppe - Frau wohl außer Lebensgefahr
Pkw-Fahrer erfasst Radfahrer-Gruppe - Frau wohl außer Lebensgefahr
Pkw-Fahrer erfasst Radfahrer-Gruppe - Frau wohl außer Lebensgefahr
Wo liegen diese Gleise?
Wo liegen diese Gleise?
Wo liegen diese Gleise?
Auch Stadtwerke hoffen auf die Ukrainer
Auch Stadtwerke hoffen auf die Ukrainer
Auch Stadtwerke hoffen auf die Ukrainer
S1-Ausfall trifft auf genervte Pendler
S1-Ausfall trifft auf genervte Pendler
S1-Ausfall trifft auf genervte Pendler

Kommentare