Kai Heumann gründet eigenes Musiklabel

Kai Heumann betreibt sein Gitarrenzentrum im Gebäude Alter Markt 13. Foto: Roland Keusch
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Kai Heumann betreibt sein Gitarrenzentrum im Gebäude Alter Markt 13.

Profi-Gitarrist aus Lennep tritt mit seinem Gypsy-Salsa-Projekt in Hagen auf

Von Melissa Wienzek

Der „Notfallfonds Kultur“ der Stadt Remscheid hat es möglich gemacht: Der professionelle Gitarrist, Musikproduzent und Gitarrenbauer Kai Heumann aus Lennep gründet dank einer 14 000-Euro-Förderung sein eigenes Plattenlabel. „Hierbei möchte ich mich selbst verwirklichen“, erzählt der leidenschaftliche Musiker. Aufgenommen werden soll aber nicht nur im Alten Markt 13, sondern bei befreundeten Musikern auf der Welt. Der 56-Jährige lebt von Konzerten – und die sind seit zwei Jahren praktisch zu 100 Prozent weggefallen. Die eigene Musikproduktion ist so ein kleines Trostpflaster für den Profi-Gitarristen, für den damit ein Wunsch in Erfüllung geht.

Zumindest zwei Auftrittstermine stehen noch im Terminkalender: Am Freitag, 19. November, und am 28. November will er mit seinem neuen Musikprojekt „Gypsy Salsa“ im Volkspark Hagen auftreten. Hinzu gesellen sich eine Salsaband sowie Top-Musiker wie Joscho Stephan. „Ich verbinde dabei Gypsy und Swing mit lateinamerikanischer Musik. Das ist ohnehin meine Spezialität“, sagt Kai Heumann. Denn diese Musik hat schon im Kindesalter „sein Herz angesprochen“. Gitarre spielt er seit dem vierten Lebensjahr. „Die Gitarre ist ein schönes, anrührendes Instrument. Sie ist nicht so gewaltig wie ein Klavier und hat mehr Klangfarben.“

Nach einer Schreinerlehre wollte der gebürtige Solinger Gitarrenbauer werden. Es gab aber keine Stellen. Also studierte er am Münchener Gitarreninstitut bei Meistergitarristen. Vor allem den Sinti und Roma ist er verbunden, Gypsy-Musik ist neben der lateinamerikanischen seine Ausdrucksweise.

„Wenn ihr ein Lied ohne Herz spielt, dann hat es keine Bedeutung.“

Kai Heumann zu seinen Schülern

An der Luisenstraße in Elberfeld führten er und seine Frau das Café Esperanza, bevor sie vor 13 Jahren in die Lenneper Altstadt zogen, wo Heumann zunächst einen Laden nebenan am Alten Markt eröffnete. Heute ist er in der Haus-Nr. 13. Dort nimmt er auf, komponiert, repariert Gitarren und gibt Unterricht. „Ich sage meinen Schülern immer: ,Wenn ihr ein Lied ohne Herz spielt, dann hat es keine Bedeutung.‘“

Kai Heumann kann die führenden Gitarristen der Welt seine Freunde nennen. „Feliz-Navidad“-Komponist José Feliciano spielt zum Beispiel auf einer Gitarre, die Kai Heumann gebaut hat. Ein Foto von beiden prangt im Laden. Gitarren baut Heumann immer dann, wenn er in Spanien ist. Das beste Holz dafür ist übrigens die deutsche Alpenfichte. „Daraus wurden früher auch die Stradivaris gemacht.“

Er selbst spielt bei Konzerten seine selbst gebaute „Orfeo“. Damit hat er sogar schon Pferde, Ziegen und Hunde an einem abgelegenen Strand auf Griechenland angelockt wie einst der Göttersohn selbst.

„KuK Ma!“: Max Süss stellt Kai Heumann heute im Video vor:

kuk-remscheid.de

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