Politik

Juso-Vorsitzender: SPD muss der Jugend in Remscheid mehr zutrauen

Der neue Juso-Vorsitzende Daniel Pilz – hier mit Susann Kuwan und Sofia Rodriguez Eckwert – will Klimaschutz und Kommunalpolitik verbinden und zählt auch zu den führenden Köpfen beim „Bündnis Remscheid“, das jüngst die Klimastreik-Demo vor Rathaus veranstaltet hat. Foto: Roland Keusch
+
Der neue Juso-Vorsitzende Daniel Pilz – hier mit Susann Kuwan und Sofia Rodriguez Eckwert – will Klimaschutz und Kommunalpolitik verbinden und zählt auch zu den führenden Köpfen beim „Bündnis Remscheid“, das jüngst die Klimastreik-Demo vor Rathaus veranstaltet hat.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Der Juso-Vorsitzende Daniel Pilz will Klimaschutz und Kommunalpolitik verbinden.

Remscheid. Die Bundestagswahlanalyse der Remscheider SPD legte trotz aller Zufriedenheit über die lokalen Erfolge auch den Finger in eine Wunde: „Wir sprechen Erst- und Jungwähler nicht an.“ Die sind bei Liberalen und den Grünen gelandet. Für Daniel Pilz liegt die Schlussfolgerung auf der Hand: „Meine Partei muss den jungen Menschen, die sich politisch engagieren, mehr zutrauen.“

Der 19-jährige Lenneper zählt intern zum aufstrebenden, engagierten Nachwuchs. Bei der Kommunalwahl verfehlte der Student der Sozialwissenschaften knapp ein Ratsmandat. In der Stadtgesellschaft macht er sich trotzdem bemerkbar. Er sitzt in Ausschüssen, ist einer der führenden Köpfe im „Bündnis Remscheid“, das die Klimaprojekte von Fridays For Future (FFF) aufgreift und seit Anfang September Vorsitzender der Jusos.

Beides, Klimaschutz wie Kommunalpolitik verband er in seiner Antrittsrede vor den Jusos in der Aussage: „Remscheid hat als Industriestadt nichts mit den extremen Forderungen der Bundesorganisation der FFF-Bewegung aus Berlin zu tun. Hier brauchen wir eine Kraft, die den radikalen Klimaschutz mit der nötigen sozialen Absicherung für Alt und Jung vereint. Wer das Soziale nicht mitdenkt, hat Politik und Gesellschaft in Deutschland im 21. Jahrhundert nicht verstanden“, legte Pilz den Jung-Genossen nahe.

Es dürfe nicht sein, dass man mit „zu kurz gedachten extremen Klimaprogrammen ohne Augenmaß, vor allem jungen Menschen den Ausbildungs- und Arbeitsplatz und damit den Boden unter den Füßen wegziehe“.

Pilz studiert zwar in Köln, lebt aber weiter in seiner Heimatstadt. Dies soll so bleiben. Vor Ort will er mit Jusos und dem Bündnis Tempo machen. „Klimaschutz sozial in Remscheid vorantreiben“, „klare Kante gegen Rechts zeigen“ und „Schüler und Studenten mit anderen Institutionen in dieser Stadt deutlich besser vernetzen“, sind drei zentrale Punkte, die sich der neue Juso-Chef auf die Fahne schreibt.

Remscheid: Juso-Vorstand tagt alle vier Wochen öffentlich

Das Klima-Camp jüngst auf dem Theodor-Heuss-Platz war nur mäßig besucht, der erste Klimastreik nach der coronabedingten Zwangspause hingegen gut. Zwar erreichte die Demo nicht die Teilnehmerzahl von vor zwei Jahren, aber knapp 400 Besucher hatten sich vor dem Rathaus eingefunden. Darunter nicht nur Schüler, sondern einige Erwachsene, stellte Pilz erfreut fest.

Eins stellt er klar: Den Öko-Radikalen von Extinction Rebellion, die beim Camp kurz auftauchten, dürfe das Bündnis Remscheid keine Bühne geben. Pilz will kein Steigbügelhalter für extreme Umweltschützer sein, stattdessen mit Realismus Ziele lokal verfolgen.

Dazu zählt der 12 Punkte starke Forderungskatalog an Verwaltung und Politik, der vor zwei Jahren von Jugendlichen in dieser Stadt formuliert wurde, dessen Umsetzung aber noch in den Anfängen steckt.

Ob sich Remscheid am 22. Oktober am 9. globalen Klimastreik beteiligt, lässt Daniel Pilz offen. „Ich persönlich halte nichts davon, so kurz hintereinander zwei Demos zu organisieren. Wir brauchen nicht nur Signale, wir müssen in die politische Diskussion eintreten.“

Bei den Jusos hat der nicht nur mit Pilz neu aufgestellte Vorstand für Anfangsschwung gesorgt. Der rund 80 Mitglieder starke SPD-Nachwuchs verzeichnete nach der gut besuchten Hauptversammlung zahlreiche Eintritte. Um Basisarbeit attraktiver und transparenter zu machen, sind die Vorstandssitzungen alle vier Wochen im Parteibüro an der Elberfelder Straße öffentlich.

Hintergrund

Vorstand: Neben Daniel Pilz wurden Rosana Düring (19 Jahre alt, Studentin) und Tobias Niebergall (24 Jahre alt, Student) zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zu Beisitzern wurden gewählt: Burhan Türken (29, Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung Solingen), Benedikt Matthes (16 Jahre alt, Schüler), Phillip Schulze (15 Jahre alt, Schüler) & Turgut Sahin (19 Jahre, Student).

Kontakt: jusos.remscheid@gmail.com

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Geplante Gewerbegebiete in Bergisch Born: Nachfrage ist groß
Geplante Gewerbegebiete in Bergisch Born: Nachfrage ist groß
Geplante Gewerbegebiete in Bergisch Born: Nachfrage ist groß

Kommentare