Konzert

Junger Pianist schlägt ergreifende Töne an

Der junge russische Pianist Nikita Volov begeisterte das Publikum in der Klosterkirche Lennep das Publikum. Foto: Roland Keusch
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Der junge russische Pianist Nikita Volov begeisterte das Publikum in der Klosterkirche Lennep das Publikum.

Bei Weltklassik am Klavier in der Klosterkirche widmete sich Nikita Volov Brahms und den Schumanns.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Für Nikita Volov geht es aufwärts. Der junge russische Pianist hat schon weltweit konzertiert und etliche Preise gewonnen. Nach dem Studium mit Auszeichnung unterrichtet der 29-Jährige mittlerweile an der Musikhochschule Hamburg – und findet noch Zeit für Weltklassik am Klavier.

In der Klosterkirche widmete er sich der wohl bekanntesten Dreiecksbeziehung der Musikgeschichte. Die begann 1853, als Johannes Brahms zum ersten Mal das Haus von Robert und Clara Schumann betrat. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine enge künstlerische Partnerschaft, die in zahlreichen Klavierstücken zum Ausdruck kommt. Zum Beispiel in den „Variationen über ein Thema von Robert Schumann“. Brahms greift hier ein „Albumblatt“ seines Freundes auf. Zwei der insgesamt 16 Variationen komponierte er zur Feier von Claras Namenstag.

Dass Volov die zum Teil sehr komplexen Miniaturen mit großer Emphase spielte, kam bei den 60 Gästen gut an. Die anklingenden Schumann-Motive verdichtete er zu einem lebendigen Stimmengeflecht, Über-Kreuz-Figuren und Sechzehntel-Läufe gingen ihm leicht von der Hand.

Die Balance zwischen Temperament und Innigkeit hielt er auch bei den Romanzen Opus 11, die Clara für ihren Ehemann schrieb. Zudem entfaltete seine Interpretation einen Spannungsbogen, der vom Dur-Moll-Wechselspiel des Auftakts bis zur schwungvollen Schlussnummer reichte.

Die „Kreisleriana“ beschrieb Robert Schumann seiner Frau gegenüber als Stücke, „in denen Du und ein Gedanke von Dir die Hauptrolle spielen“. Der Titel verweist wiederum auf den Kapellmeister Kreisler, Inbegriff des genialen romantischen Künstlers und vom Schriftsteller E.T.A. Hoffmann erfunden. In Schumanns Zyklus wechselt das Tempo von Satz und Satz, und diese Kontraste arbeitete der Pianist heraus. Die Triolen der Nr. 1 kamen flüssig, aber nicht flüchtig daher. Die weiten melodischen Bögen der Mittelsätze beherrschte er ebenso wie deren rhythmische Widerhaken. Bei Nr. 5 stieg er in einen rasanten Tanz ein, um danach einen leicht fasslichen, sanglichen Ton anzuschlagen.

Mit rauschendem Applaus reagierten die Zuhörer auf das Finale. Aus der „schnellen und spielenden“ Nr. 8 haben Musikforscher den Wahnsinn des Exzentrikers Kreisler heraushören wollen. Volov jedenfalls ließ die ständig nachschlagenden Spielfiguren pulsieren und stimmte darüber eine liedhafte Melodie an, die jeden im Saal packte. Am 20. März spielt das Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom Musik von Bach bis Beethoven.

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