Junge Kantorin sorgt für Rock und Pop

Henrieke Kuhn (25) ist neue Kantorin im Gesamtverband evangelischer Kirchengemeinden in Alt-Remscheid. Sie ist eine der erste Absolventen der Pop-Akademie Witten – und sorgt nun für frischen Wind.
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Henrieke Kuhn (25) ist neue Kantorin im Gesamtverband evangelischer Kirchengemeinden in Alt-Remscheid. Sie ist eine der erste Absolventen der Pop-Akademie Witten – und sorgt nun für frischen Wind.
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Henrieke Kuhn (25) bringt frischen Wind in die Gemeinden. Sie ist die erste Absolventin der Pop-Akadamie.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Sie ist erst 25 Jahre alt – und schon hauptamtliche Kantorin im Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden in Alt-Remscheid: Henrieke Kuhn. Das Besondere: Kuhn ist eine von acht Studierenden, die im Sommer 2020 als erster Jahrgang an der Evangelischen Pop-Akademie der Hochschule für Kirchenmusik Herford/Witten ihr B-Examen absolviert haben. Hier hat sie auch Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler kennengelernt. Er ist nämlich dort Dozent.

Jetzt hat Henrieke Kuhn nach dem Bachelor sogar auch den Master in der Tasche – und bringt nun frischen Wind in die Gemeinden von Alt-Remscheid. „Ich möchte eine Plattform bieten, so dass Menschen mit Hilfe von Musik untereinander und mit Gott zusammenkommen können“, erklärt die 25-Jährige, die in Witten lebt. Das will sie in allen vier angeschlossenen Gemeinden leben. „Der Beruf der Kantorin ist viel mehr als die Gottesdienstbegleitung. Ich bin Teil der Gemeinde und möchte die Menschen kennenlernen“, betont sie. „Ich sehe darin eine große Chance.“

Genauso wolle sie aber auch Strukturen hinterfragen und Veränderungsprozesse mitgestalten. In den Ablaufplänen von Gottesdiensten heiße es beispielsweise immer: „Orgelmusik“. Warum denn nicht mal ein Popsong, der etwas mit dem Thema des Tages zu tun habe? Zum Beispiel „I’ve got a friend“ von Carol King, eine schöne Metapher für den Freund „da oben“. „Ich sehe es als Aufgabe unserer Kirche heute, zu schauen: Wo stehen wir? Und was können wir noch besser machen, um Menschen mitzunehmen?“ Mehr Offenheit, mehr Mut, mehr Facetten seien gefragt. „Das muss auch Kirche widerspiegeln.“

Dafür ist die 25-Jährige, die Dvořáks „Aus der Neuen Welt“ genauso gern hört wie Hip-Hop oder Jazz, selbst das beste Beispiel. Sie wuchs in einem Musikerhaushalt im Örtchen Schnathorst im Kreis Minden-Lübbecke auf: Mama spielte Klavier, Papa Trompete. Es wurde viel gesungen. Seit der zweiten Klasse erhielt Kuhn Geigenunterricht. Das Instrument spielte sie bis zum Abi, auch im dortigen Orchester. Ihren ersten 70-köpfigen Chor leitete sie mit 14 – Rock- und Popsongs standen hier auf dem Programm. „Da habe ich Blut geleckt, was die Chorleitung angeht.“ Nebenher engagierte sie sich in der Kirchengemeinde.

Als das Abi näher rückte, stand fest: Es soll beruflich etwas mit Musik werden. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Stiftung Creative Kirche tat sich der glückliche Zufall auf: Die neue Pop-Akademie mit Schwerpunkt auf Jazz, Rock und Pop entstand. Kuhn leitete neben dem Pop- und Gospelchor an der Ruhr-Uni Bochum unterschiedliche Projektchöre. Zudem wurde sie in das Gremium der Projektkommission Liederbuch berufen und ist als Workshopleiterin im Institut für Weiterbildung an der Evangelischen Pop-Akademie anzutreffen. Dazu komponiert sie selbst.

Neben dem Studium arbeitete sie freiberuflich als Musikerin. Sie entschied sich bewusst gegen eine C-Stelle und reiste durch die Gemeinden. Bei Christoph Spengler hospitierte sie als Co-Dirigentin im Jungen Orchester Remscheid, bei dem sie heute noch mitwirkt. Zudem leitet sie den evangelischen Posaunenchor, tourt mit der Kindermusikgruppe „Kunterbunt – kling und spring!“ durch die Gemeinden und probt aktuell mit dem „Sommer Sonne Singen“-Projektchor. Ideen hat sie viele. „Ich würde gern die Konfirmandenarbeit noch mehr musikalisch unterstützen. In den Gemeinden steckt noch ganz viel Potenzial“, ist sie sicher. „Ich lasse mich einfach von den Menschen und meinem Glauben inspirieren.“

Mitmachen beim Projektchor

Jeder, der Lust hat, kann beim Projektchor „Sommer Sonne Singen“ mitmachen: Geprobt wird heute und kommende Woche Donnerstag, 28. Juli, jeweils von 18.30 bis 20 Uhr im Gemeindehaus Johann-Sebastian-Bach-Straße 18. Der Auftritt ist dann bei der Sommerkirche am Sonntag, 31. Juli, 11 Uhr, in der Konzertmuschel im Stadtpark. Hier kommt auch ein Gastmusiker dazu. Anmeldung: henrieke.kuhn@ekir.de

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