Corona-Krise

Jugendzentren haben Angebote angepasst

Christin Pomp leitet den Kulturbereich der Kraftstation. André Sobiralski ist zuständig für die Medienabteilung. Er lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt. Foto: Michael Schütz
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Christin Pomp leitet den Kulturbereich der Kraftstation. André Sobiralski ist zuständig für die Medienabteilung. Er lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Die Kraftstation und die Welle arbeiten unter erschwerten Coronabedingungen.

Von Peter Klohs

Alt-Remscheid/Lennep. Wie alle Kulturschaffenden leiden die Jugendzentren unter der Corona-Pandemie sehr. Wie funktioniert ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen? Wir haben zwei der großen Remscheider Jugendzentren dazu befragt.

Kraftstation: Die Arbeitsweise in der Kraftstation an der Honsberger Straße hat sich gewaltig verändert, berichtet Christin Pomp, Leiterin des Kulturbereichs. „Wir machen so viel wie möglich online, unseren Poetry Slam zum Beispiel, überhaupt alles, was mit einer Bühne zu tun hat.“ In Projekten, die außerhalb der Kraftstation stattfinden, werden kleinere, coronagerechte Gruppen gebildet. „Da kann ich das Graffiti-Projekt erwähnen“, sagt Pomp, „das findet Open-Air statt.“

Das Hip-Hop-Projekt von Axel Osthöfer wird zwar in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums ausgerichtet, aber auch hier wurden die acht Teilnehmer auf zwei Gruppen verteilt. „Unsere Arbeit ist zur Zeit auch viel von ‚Learning by doing’ geprägt. Das Coronakonzept der Stadt ändert sich ja beinahe täglich. Kein einziger Kurs ist wie geplant abgelaufen.“

Die Arbeit in den Schulen kann aktuell – wenn überhaupt – nur reduziert stattfinden. „Wir haben ja auch eine Vorbildungsfunktion“, erläutert André Sobiralski, Leiter der Medienabteilung, „deshalb halten wir uns streng an die städtischen Vorgaben.“ Die Zusammenarbeit mit der Stadt lobt er ausdrücklich.

In naher Zukunft soll ein Gaming-Projekt realisiert werden, um die positiven Aspekte der Videospiele zu betonen. Für das Hip-Hop-Projekt kann leider keine Live-Aufführung stattfinden, das Projekt selbst ist jedoch sehr wichtig. „Alleine der Texte wegen“, sagt Christin Pomp, „gegen Corona-Leugner und so.“ Eine Treppenhausausstellung mit Tim Lüdemann sowie eine Podiumsdiskussion, die für den 6. November geplant ist, runden das Angebot der Kraftstation ab.

Die Welle: Auch in der Welle an der Wallstraße hat man die digitale Welt entdeckt. „Zur Zeit geht es nicht ohne“, erzählt Ramona Schösse, Leiterin des Medienbereichs, „Instagram, Facebook und Youtube sind schwer angesagt. Und da muss man sich erst einmal reinfuchsen.“ Die Kommunikation mit den Jugendlichen findet zum Großteil auf digitalen Wegen statt.

„Wir haben unser Ferienprogramm auf die Vormittage verlegt“, berichtet Co-Geschäftsführer Michael Schiffer. „Zehn Jugendliche können teilnehmen. Eine Anmeldung vorher ist aktuell leider nötig.“ Vieles wird auch hier live gestreamt. „Das wird auch nach Corona bleiben“, weiß Medienpädagogin Paulina Szupicki, der es wichtig ist, dass alle Beteiligten voneinander lernen.

Die geplanten Konzerte wurden wie auch bei den Kollegen von der Kraftstation abgesagt. Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist nur unter erheblichen Einschränkungen möglich. Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist tadellos. „Die Stadt steht zur Welle“, sagt Michael Schiffer überzeugt.

In der zweiten Herbstferienwoche ist ein Youtube-Projekt geplant, in dem die Teilnehmer ihre eigenen Clips drehen können. Nach den Ferien wird eine offene Youtube-Werkstatt stattfinden. Und ab November 2020 – so hofft die Welle – wird das Newcomer-Festival für frischen Wind in der bergischen Musiklandschaft sorgen. „Natürlich wird das auch gestreamt.“

Weiterhin steht eine offene Werkstatt auf der Agenda. „Das ziehen wir durch“, sagt Schiffer, „zur Not mit Maske.“

Zerschlagene Scheiben, eine durchlöcherte Wand, kaputte Türen und eine verwüstete Einrichtung – das Bild, das sich den Mitarbeitern der "Welle“ im Juli dieses Jahres bot, war verheerend. Täter waren eingebrochen und hatten eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Hintergrund

Die großen Jugendzentren in Remscheid arbeiten weiter, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, die sich dazu noch häufig ändern können, wie die Planung der verschiedenen Häuser. Von Hip-Hop über Poetry Slam, von Graffiti bis Youtube ist alles im Programm. Teilnehmer sollten sich vorher anmelden. Das Programm steht online.

www.kraftstation.de / www.diewelle.net

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