Projekt

Jugendrat dreht Film gegen Homophobie

An der Kernbotschaft ihres Films lassen die Mitglieder des Jugendrates keinen Zweifel aufkommen: „Lieb doch, wen du willst.“ Foto: Jugendrat
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An der Kernbotschaft ihres Films lassen die Mitglieder des Jugendrates keinen Zweifel aufkommen: „Lieb doch, wen du willst.“

Clip sagt Vorurteilen den Kampf an.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Die Parolen, die die Mitglieder des Jugendrates auf ein Plakat schreiben, hinterlassen ein beklemmendes Gefühl. „Homosexuelle Menschen sind pervers“ steht da neben „Alle Schwuchteln haben Aids“ und „Homosexualität ist eine Krankheit“. Für ein Filmprojekt anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie am Sonntag haben die Jugendlichen gängige Vorurteile gesammelt. Damit lassen sie die Zuschauer jedoch nicht zurück. „Lieb doch, wen du willst“ ist die Botschaft des rund eineinhalb Minuten langen Clips. In der Nacht zu Sonntag geht er online.

In den vergangenen Jahren haben die Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendrat am 17. Mai mit einem Stand auf der Alleestraße ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt. Während der Corona-Pandemie geht die Jugendvertretung nun andere Wege.

„Diskriminierung ist ein ziemlich großes Thema. Wir wollen unsere Reichweite nutzen, um etwas dagegen zu tun“, erklärte gestern Tiyam Esfandiari in der ersten Video-Pressekonferenz des Jugendrates. Die Projektgruppe Flagge zeigen gegen Diskriminierung und Rassismus sah im 17. Mai einen guten Anlass und konzipierte den Film.

Vorurteile zu finden, sei ihnen bedauerlicherweise nicht schwer gefallen. Burcu Aksoyek: „Es gibt Dinge, die man immer wieder hört.“ So werde etwa „Schwuchtel“ gedankenlos als Schimpfwort genutzt. „Und wenn sich jemand outet, tun das andere Jugendliche als Phase ab, statt die Person zu unterstützen“, ergänzte ihre Mitstreiterin Liv Ajder. Das soll sich ändern. Entstanden ist das Video am vergangenen Samstag im Stadtpark. „Dort haben wir unter Einhaltung der Abstandsregeln gedreht“, sagte Jugendrat-Geschäftsführer Gerhard Dietrich-Wingender.

Konstituierende Sitzung findet am 26. Mai im Teo Otto Theater statt

Ansonsten beschränken sich die Zusammenkünfte des 9. Jugendrates auf Videokonferenzen. Knapp 15 waren es bislang seit Anfang April. Am 13. März – ziemlich genau zu Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen – wurde bekanntgegeben, welche 15 Jugendlichen und fünf Nachrücker die Remscheider Jugendlichen in das Gremium gewählt haben.

„Ich bin ganz stolz, dass wir trotz der schwierigen Umstände schon so viel geschafft haben“, sagte Dietrich-Wingender. Ein Lob gibt es auch von der Verwaltungsspitze. „Ich freue mich, dass der neue Jugendrat so aktiv ist, und bin gespannt, mit welchen Ideen ihr uns demnächst treibt“, erklärte Beigeordneter Thomas Neuhaus in Richtung der Nachwuchspolitiker.

Am 26. Mai findet im Teo Otto Theater die konstituierende Sitzung des 9. Jugendrates statt. Bereits morgen wird der Filmbeitrag anlässlich des Tages gegen Homo- und Transphobie auf den Kanälen des Gremiums veröffentlicht. Zudem möchten die Mitglieder am Sonntag mit einer weiteren Aktion sichtbar sein. Mit Selfies zeigen sie Homo- und Transphobie in den Sozialen Netzwerken unter „#IDAHOT2020“ buchstäblich die Rote Karte.

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