Engagement

Jugendarbeit bietet in der Krise viel

Von Videokonferenzen über Bastelarbeiten zu persönlichen Gesprächen mit Abstand.

Von Katharina Birkenbeul

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beruht auf offene Angebote und enge persönliche Beziehungen. Doch sowohl in der Welle, der Kraftstation als auch in den Gemeinden steht alles still. Allerdings haben die 24 Jugendverbände und 12 Jugendeinrichtungen in dem vergangenen Jahr eine Vielzahl an kontaktlosen Angeboten auf die Beine gestellt.

„Die Pandemie hat bei der Jugendarbeit kreatives Potenzial freigesetzt“, sagt Julia Sebig, stellvertretende Sprecherin der AG Jugendverbandsarbeit. Und das haben die Hauptamtlichen gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Helfern genutzt: Die Kraftstation setzt auf die sozialen Medien und veröffentlicht dort relevante Infos für junge Menschen rund um die Krise oder Videos gegen Langeweile. So konnte im ersten Lockdown etwas aufgebaut, das im zweiten genutzt werden konnte. „Wichtig sind aber vor allem die offenen Treffs über Zoom, weil sich da vieles entwickelt“, sagt Andre Sobiralski, Kraftstation.

Dem stimmt Angela Preuß, Sprecherin der AG Offene Kinder- und Jugendarbeit, zu. So wird bei der evangelischen Kirchengemeinde Lennep aber auch darauf gesetzt, vieles, das unter normalen Umständen gelaufen wäre, eins zu eins ins Internet zu übertragen: Gesellschaftsspiele wie Tabu oder ein Lexikonspiel und Bastelarbeiten warten auf die Kinder. Für die Osterferien werde schon fleißig geplant.

Bei der evangelischen Stadtkirchengemeinde im Bezirk Hasten passiert in einzelnen Gruppen, die in verschiedene Altersstufen aufgeteilt sind, viel über WhatsApp wie Adventskalender oder Podcast mit Geschichten. Seit ein paar Wochen werden Gruppenstunden auch über Zoom abgehalten – Karnevalsparty in der kommenden Woche inklusive. Im Sommer wurde ein Hygienekonzept aufgestellt, damit wenigsten eine kleine Zahl an Personen an den Gruppen teilnehmen konnte. Auch Schulungen zur Weiterbildung für Ehrenamtliche seien per Videokonferenzen durchgeführt worden. Rückmeldungen von Eltern und Kindern seien bei allen Angeboten durchweg positiv ausgefallen.

Digitale Angebote ersetzen nicht den persönlichen Kontakt

Trotz des vielseitigen Angebots können nicht alle Kinder und Jugendliche, die auch zuvor erreicht wurden, – insgesamt über 35 Prozent der in Remscheid lebenden – an den Angeboten teilnehmen. „Das bereitet Sorgen“ betonen Sebig und Sobiralski. Zwar würden durch einige digitale Möglichkeiten wie Youtubevideos oder Instagramposts mehr Interessenten erreicht, als etwa zu einem offenen Treff gehen würden, aber trotzdem würden weniger Kinder wirklich erreicht. Preuß gibt zudem zu bedenken, dass bei Angeboten, bei denen beispielsweise Links für Videokonferenzen versendet werden, nur diejenigen teilhaben können, die auch vor Corona die Einrichtungen besuchten. Dabei ist es wichtig, junge Menschen zu erreichen: „Wir sind auch systemrelevant, wenn Kinder und Jugendliche nicht verlorengehen sollen. Da geht es um Kindeswohl, das schon vor einer Gefährdung anfängt“, betont Wolfgang Zöller, Sprecher der AG Offene Kinder- und Jugendarbeit und Geschäftsführer der Kraftstation.

Deshalb sind sich alle einig: Sobald wie möglich sollen die Angebote wieder in den Einrichtungen stattfinden. „Der persönliche Kontakt ist immer noch der Beste. Zudem können wir so auch Eltern entlasten“, sagt Stephanie Dobke von der Welle.

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