Neuer Vorsitzender

Jörg-Dieter Krause führt die SPD in Remscheid

Jörg-Dieter Krause (r.) ist neuer Vorsitzender der Remscheider SPD. Mitbewerber Ralf Gassen gratuliert ihm.
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Jörg-Dieter Krause (r.) ist neuer Vorsitzender der Remscheider SPD. Mitbewerber Ralf Gassen gratuliert ihm.
  • Frank Michalczak
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Zwei Kandidaten bewarben sich um den Vorsitz im Unterbezirk.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Remscheider SPD hat einen neuen Vorsitzenden: Jörg-Dieter Krause übernimmt das Amt von Christine Krupp, die bei den Wahlen auf dem Parteitag am Samstag nicht mehr antrat. Der 55-Jährige setzte sich gegen Ralf Gassen (57) durch. Krause erhielt 53 Stimmen, für Gassen votierten 42 Sozialdemokraten.

Ihr Treffpunkt war die Aula der Albert-Einstein-Gesamtschule, wo beide Kandidaten die Gelegenheit hatten, sich und ihre Positionen vorzustellen. Jörg-Dieter Krause, der an der Arnoldstraße im Südbezirk aufwuchs und nun mit seiner Familie in Westhausen lebt, stellte heraus, dass er es der Politik Willy Brandts zu verdanken habe, Bildungschancen nutzen zu können. Er stamme aus einer klassischen Arbeiterfamilie. „Und ich bin der Erste, der keinen Blaumann trägt“, erklärte der Geschäftsbereichsleiter der Kreissparkasse Düsseldorf, der jahrelang als Personalratsvorsitzender tätig war.

Den Anstoß, sich in der SPD zu engagieren, habe ihm Ortspolitiker Sigmar Paeslack gegeben. „Er hat mir gesagt, ich solle nicht nur rummoppern, sondern mitmachen.“ Diesem Appell ist er gefolgt – unter anderem, indem er sich als Beisitzer im Unterbezirksvorstand der SPD engagierte. Mit ihm als Vorsitzenden werde es keine One-Man-Show geben, er setze auf Teamarbeit. Gerade auch in Remscheid müsse der Leitspruch von Bundeskanzler Olaf Scholz gelten. „You never walk alone“.

In einer Zeit, in der sich zahlreiche Menschen Sorgen um ihren Arbeitsplatz machten und sich fragen müssten, ob sie sich noch den Sportverein leisten, gelte es, Hilfe zu organisieren. Seitenhiebe richtete er an die CDU, in deren Reihen sich Bezirksbürgermeister Markus Kötter „von Linken und Rechten wählen lässt“. Dies werde bei der SPD nicht vorkommen. „Und es wird auch keine Anfragen geben, deren Sinn ich nicht erkenne“, erklärte er an die Adresse der Christdemokraten.

Sein Gegenkandidat Ralf Gassen stellte die Werte heraus, für die seine Partei stehe: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität. Dies entspreche auch seinem christlichen Glauben, hob der katholische Gemeindereferent hervor, der als Krankenhausseelsorger arbeitet, aus Langenfeld stammt und seit 21 Jahren in Remscheid lebt. „Die Remscheider SPD ist nah an den Sorgen und an der Freude der Menschen.“ Der bisherige Parteivize forderte „klare Kante gegen Rechts, gegen die AfD und Konsorten“. „Es darf kein Kungeln mit Demokratiefeinden geben“, rief er den 102 Parteifreunden zu, die an dem Treffen teilgenommen hatten.

Von ihnen verabschiedete sich Christine Krupp, die aber versprach, sich weiter zu engagieren – im Stadtrat und als Bürgermeisterin. Mit zwei Kindern im Alter von sieben und eineinhalb Jahren sei aber das Pensum als Vorsitzende nicht so zu bewältigen, wie es ihren Ansprüchen entspricht. „Ein Tag hat nun einmal keine 36 Stunden.“ So sei dies ihr letzter Rechenschaftsbericht, den sie halte. „Vorerst“, merkte sie an.  

Standpunkt von Frank Michalczak: Zusammenhalt gefragt

frank.michalczak@rga.de

Beide Kandidaten, so unterschiedlich sie sich auch präsentierten, einte der Appell zum Zusammenhalt auf dem SPD-Parteitag, bei dem die Frage im Mittelpunkt stand, wer denn die Remscheider Sozialdemokratie in die Zukunft führen soll. Die jüngere Vergangenheit hatte der SPD Rückenwind beschert. Sie ist seit den Kommunalwahlen 2020 stärkste Kraft im Stadtrat und stellt mit Burkhard Mast-Weisz weiterhin den Oberbürgermeister.

Der neue Parteichef Jörg-Dieter Krause wird wissen, dass er sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen darf, wenn er erfolgreich sein will. Dazu gilt es, das Profil der Remscheider Sozialdemokratie weiter zu schärfen, die aber in der Gestaltungsmehrheit im Stadtrat darauf angewiesen ist, Kompromisse mit Grünen und FDP zu schließen. Es wird auch bei der SPD tatsächlich auf Zusammenhalt ankommen – und darauf, dass Krause jene 42 Parteifreunde von sich überzeugen kann, die für Ralf Gassen votiert hatten. Es war ein knappes Rennen.

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