Jetzt will er richtig Gitarre spielen lernen

Wolfgang Wirwahn mit seinen Schallplatten und seiner Gitarre. Foto: Uwe Rapp
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Wolfgang Wirwahn mit seinen Schallplatten und seiner Gitarre. Foto: Uwe Rapp

Wolfgang Wirwahn ist seit seiner Jugend ein großer Beatles-Fan

Von Uwe Rapp

Heute bin ich bei Wolfgang Wirwahn (71), einem absolutem Beatles Fan, eingeladen. Schon beim betreten des Musikzimmers fällt das große Poster vom Beatles-Album „Revolver“ ins Auge und natürlich das Schallplatten- und CD-Regal. Daneben zwei E-Gitarren.

„Das ist meine neues, altes, Hobby. Ich nehme jetzt professionellen Gitarrenunterricht. Meine Mutter hat mir vor 55 Jahren eine Höfner E-Gitarre für 350 Mark gekauft, und auf der habe ich mir alles selbst beigebracht. Noten konnte ich schon, und ich habe dann jeden Tag geübt. Jetzt wurde es mal Zeit, es richtig zu lernen“, sagt Wolfgang Wirwahn.

„Wir nannten uns The Fools und traten eigentlich nur in Remscheid auf.“

Wolfgang Wirwahn über die Schülerband, in der er gespielt hat

„An meine erste Platte kann ich mich natürlich erinnern. Das war von den Beatles ‚Please Please Me‘ dann kam ‚With the Beatles‘ und ‚A Hard Days Night‘. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber schon eine ordentliche Musiksammlung auf Tonband. Zu meiner Konfirmation (1963) bekam ich ein Grundig Tonband geschenkt. Da es bei uns zu Hause an Geld mangelte, habe ich mir von meinen Klassenkameraden, ich war auf der EMA, immer Schallplatten ausgeliehen und aufgenommen. Die ganzen Bänder habe ich in den letzten Jahren alle auf dem PC bearbeitet und auf CD gebrannt“, erzählt mir Wolfgang Wirwahn.

Mit seiner Höfner Gitarre, auf der er jeden Tag geübt hat, gründete er mit Schulkameraden natürlich auch eine Band. „Wir nannten uns The Fools und traten eigentlich nur in Remscheid auf. Immer ohne Gage, aber es hat uns sehr viel Spaß gemacht“,sagt er.

Nach dem Abitur studierte Wolfgang in Aachen Elektrotechnik. „In der Mensa gab es damals auch Schallplatten zu kaufen, und da habe ich mir dann regelmäßig, wenn Geld übrig war, immer welche mitgenommen. Auch schon mal ein Bootleg, zum Beispiel The Beatles ‚At The Shea Stadium 64‘. Mittlerweile hörte ich auch Rolling Stones ‚Out of our Head‘, Dezember Children ‚Aftermath‘ oder Pretty Things, Yardbirds, The Kinks, John Mayall , Fleetwood Mac mit Peter Green. Aber auch hier und da ein bisschen Jazz, die frühen Maynard Ferguson, Woody Herman usw.. Ich war nicht auf eine Richtung fixiert“, erzählt Wolfgang Wirwahn.

„Wie ich gehört habe, sind alte Tourplakate sehr begehrt bei Sammlern.“

Wolfgang Wirwahn

In einer Kiste, die er schon auf dem Tisch stehen hat, zeigt er mir seine gesammelte Vergangenheit, Fotos von den „Fools“ bei Live-Auftritten oder alte Musikzeitungen aus den 60er Jahren, zum Beispiel eine New Musical Express mit den Tourdaten der Beatles. Da kann man lesen, dass sie jeden Abend zwei Auftritte hatten und das jeden Tag in einer anderen Stadt. Oder Autogrammkarten und alte Bravos. Erinnerungsstücke, die man sich gerne noch einmal anschaut.

Nach dem abgeschlossenen Studium und mit dem Titel Doktor Diplom-Ingenieur in der Tasche war sein erster Arbeitgeber der Unterhaltungselektronikhersteller Philips. 1989 wechselte er zum Deutschlandfunk. Ab 2007 war er als Chefplaner Technik für die Digitalisierung des Deutschlandfunks zuständig.

„Ich musste zwar immer zwischen Köln und Berlin pendeln, aber das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hätte gerne noch weitergemacht, aber ich musste ja in Rente gehen“, sagt Wolfgang Wirwahn.

Zum Schluss zeigt er mir noch seinen Partykeller, um mir noch ein paar alte Tourplakate zu zeigen. Als Erstes fällt mir ein top erhaltenes Plakat von dem 1. Remscheider Open Air 1971 ins Auge und dem Open Air Aachen 1970 mit Pink Floyd, Taste, Deep Purple, Traffic und anderen Bands. „Wie ich gehört habe, sind alte Tourplakate sehr begehrt bei Sammlern, und das aus Aachen wird zur Zeit mit 500 Euro gehandelt. Gut das ich alles behalten habe“, sagt Wolfgang Wirwahn.

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