Interview

„Jetzt müssen wir endlich Ergebnisse sehen“

Andreas Stuhlmüller (CDU) ist seit 2014 Bezirksbürgermeister von Lüttringhausen. In der vorherigen Legislaturperiode war er bereits stellvertretender Bezirksbürgermeister. Archivfoto: Roland Keusch
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Andreas Stuhlmüller (CDU) ist seit 2014 Bezirksbürgermeister von Lüttringhausen. In der vorherigen Legislaturperiode war er bereits stellvertretender Bezirksbürgermeister.

Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller (CDU) über die Herausforderungen 2020 in Lüttringhausen.

Das Gespräch führte Sven Schlickowey

Das Jahr 2019 ist ja noch nicht lange vorbei. Was war aus Ihrer Sicht das Thema, das Lüttringhausen am meisten bewegt hat?

Andreas Stuhlmüller: Wenn ich die Rückmeldungen, die ich von Bürgern bekommen habe, nehme, sind es aber immer wieder die gleichen Themen. Wir sprechen häufig über verkehrliche Probleme, ruhender Verkehr, fließender Verkehr, den Zustand der Straßen, das ist das, was mir am häufigsten zugetragen wird. Die ganz großen Themen, wie Blume, haben wir derzeit nicht. Und die anderen, wie die Gestaltung rund um das Rathaus, werden eher wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Beim Thema Verkehr landen wir automatisch beim Verkehrsknotenpunkt Eisernstein. Wie bewerten Sie die Situation?

Stuhlmüller: Da bleiben wir dran. Man kann ja sagen, dass sich daran schon ganze Generationen abgearbeitet haben. Das muss tatsächlich jetzt endlich mal umgesetzt werden. Eine Zeit lang haben wir die Füße stillgehalten, auch weil der städtische Haushalt so gar nicht hergab. Dazu gab es auch Wechsel in der Stadtplanung und wir haben immer auch zugestanden, dass man sich da erstmal einarbeiten muss. Aber jetzt müssen wir endlich mal Ergebnisse sehen.

In der letzten Sitzung der BV haben Sie gesagt, dass das eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, schließlich gibt es einen entsprechenden Ratsbeschluss.

Stuhlmüller: Ganz genau. Deswegen wollen wir jetzt auch nicht über das Ob diskutieren, sondern allenfalls über das Wann.

Dann lassen Sie uns über das Wann reden: Wann können wir realistisch mit dem Kreisverkehr rechnen?

Stuhlmüller: Ich habe ja schon mal gesagt, dass ich von 2021 ausgehe. Aber klar ist auch, wenn die grundlegenden Vorarbeiten im Jahr 2020 erfolgen, reden wir, mit einer gewissen Vorlaufzeit, wahrscheinlich über 2022. Eventuell auch 2023. Aber auf später will ich mich auch nicht mehr einlassen. Das sollte schon in der nächsten Ratsperiode passieren.

Zuletzt wurde ja auch die Blume wieder aktuell. Hat es Sie überrascht, dass angesichts des geplanten Gewerbegebiet Gleisdreieck in Bergisch Born plötzlich wieder über Blume diskutiert wird?

Stuhlmüller: Das kann einen nicht wirklich überrascht haben. Es geht ja um genau die Punkte, die uns seinerzeit dazu bewogen haben, zu sagen, Blume ist schon der 1A-Standort. Die Autobahnauffahrt führt dazu, dass das Gelände gut erreichbar ist. Und innerstädtischer Verkehr wird auch vermieden. Diese Überlegungen waren ja richtig und wurden auch ausdrücklich von mir unterstützt. Aber wir haben festgestellt, dass es dafür überhaupt keine politische Mehrheit gibt.

Sie glauben also nicht, dass das noch mal akut wird?

Stuhlmüller: Ich sehe nicht, dass sich da was Grundlegendes verändert hat. Blume wäre sicherlich nur mit einer breiten politischen Mehrheit umsetzbar. Aber da tut sich nichts.

Ein anderes Thema, das Lüttringhausen schon länger beschäftigt, ist das Gelände rund ums Rathaus. Wie wird sich das 2020 entwickeln?

Stuhlmüller: Von der grundsätzlichen Beschlusslage her ist das soweit klar. Die genaue Ausführung müssen wir noch festlegen. Das hätte ja eigentlich im Dezember erfolgen sollen, das hatte die Verwaltung aber nicht ganz geschafft. Also werden wir uns damit in der ersten BV-Sitzung dieses Jahres beschäftigen.

Da geht es also nur noch um Details?

Stuhlmüller: Eine neue Planung wird es sicherlich nicht geben, nur eine leicht veränderte. Die Mittel stehen bereit, der politische Wille, das so zu gestalten, ist da. Jetzt werden noch ein paar Details festgelegt, dann wird das 2020 umgesetzt werden können.

Welche Themen sehen Sie noch im Jahr 2020 auf Lüttringhausen zukommen?

Stuhlmüller: 2020 werden wir uns auf jeden Fall weiter mit dem Umzug der Stadtteilbücherei beschäftigen. Vor allem mit dem möglichen Standort an der alten Feuerwache, den ich für wirklich gut halten würde. Dazu gibt es auch Signale aus der Verwaltung, dass man sich das dort auch gut vorstellen könnte. Ich hoffe doch sehr, dass wir da 2020 zu einem Ergebnis kommen.

Bleibt noch das Radverkehrskonzept.

Stuhlmüller: Da möchten wir schon erreichen, dass Lüttringhausen einen schönen Anschluss an die Trassen bekommt. Das würde bedeuten, dass wir nicht nur auf den bestehenden Straßen einen Fahrstreifen markieren, sondern dass wir im Bereich der Blume einen Radweg realisieren können.

Für Sie persönlich liegt nun bald Ihre erste Legislaturperiode als Bezirksbürgermeister hinter Ihnen. Wie fällt Ihr Rückblick aus?

Stuhlmüller: Das ist eine hochinteressante Tätigkeit, die mir all die Jahre auch viel Freude bereitet hat. Nicht immer jeden Tag gleichviel. Aber ich beurteile das ganz überwiegend positiv. Was mich besonders freut, sind die vielen Kontakte, die man als Bürgermeister knüpft.

Und dann steht dieses Jahr ja noch eine Wahl an.

 Stuhlmüller: Darüber werden wir uns in Kürze unterhalten, wen wir an welcher Position ins Rennen schicken werden. Ich habe mich nach längerem Überlegen und in Abstimmung mit meiner Familie entschlossen, noch einmal anzutreten.

ZUR PERSON

BÜRGERMEISTER Andreas Stuhlmüller (CDU) ist 59 Jahre alt und seit 2014 Bezirksbürgermeister von Lüttringhausen, zuvor war er Stellvertreter seines Vorgängers Jürgen Heuser (SPD), der seither sein Stellvertreter ist. Stuhlmüller ist Steuerberater mit eigener Kanzlei in Wuppertal und seit über 40 Jahren Mitglied der CDU. Der Bezirksvertretung Lüttringhausen gehört er seit etwa neun Jahren an.

LÜTTRINGHAUSEN Der Stadtbezirk umfasst eine Fläche von etwa 15,3 Quadratkilometern, auf denen über 17 000 Bürger wohnen. Lüttringhausen war bis zur Eingemeindung 1929 eine eigenständige Gemeinde, der 1856 auf Antrag die preußischen Stadtrechte verliehen wurden.

BEZIRKSVERTRETUNG Das Stadtteilparlament hat elf Mitglieder und ist für die Lüttringhauser das wichtigste politische Gremium.

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